Louis Bachelier, Wegbereiter der Theorie der stochastischen Prozesse

Wie sich erst Jahrzehnte später herausstellte, war Louis Bachelier seiner Zeit weit voraus: in seiner Arbeit operierte er schon mit dem Wiener Prozess, fünf Jahre bevor Albert Einstein diesen – zum zweiten Mal – entdeckte. Auch gab Bachelier explizite Preisformeln für Standard- (Put- und Call-) Optionen und Barrier-Optionen an, 73 Jahre bevor dies Black und Scholes gelang. Basierend auf seinen Arbeiten errichteten Wirtschaftswissenschaftler eine ausgefeilte und umfassende Theorie der Finanzmärkte und des Risikomanagements, d. h. wie Kurse sich ändern, wie Investoren denken und wie man Risiko als die ruhelose Seele des Marktes versteht.

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Jakob Bernoulli, (Mit-)entwickler der Wahrscheinlichkeitsrechnung

Nicht nur die Risikomanager wissen, dass es die weissagende Kristallkugel nicht gibt. Der Verlauf des Lebens lässt sich nicht vorhersagen. Trotz alledem wollten Menschen schon immer wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt? Wie hoch ist etwa die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schiff nach langer und risikoreicher Seefahrt wieder in den Heimathafen zurückkehrt.

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Augustin Louis Cauchy, französischer Mathematiker und Pionier der Analysis

Augustin Louis Cauchy (* 21. August 1789 in Paris; † 23. Mai 1857 in Sceaux) war ein französischer Mathematiker und gilt als Pionier der Analysis. So führte er u. a. die strenge Beweisführung in die Analysis ein. Nach ihm wurde die Cauchy-Verteilung (oder auch t-Verteilung, Lorentz-Verteilung bzw. Breit-Wigner-Verteilung bekannt) benannt, die als Prototyp einer Verteilung gilt, die weder Erwartungswert noch Varianz oder Standardabweichung besitzt, da die entsprechenden Integrale nicht definiert sind.

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Pierre de Fermat, (Mit-)entwickler der Wahrscheinlichkeitsrechnung

Pierre de Fermat (* Ende 1607 oder Anfang 1608 in Beaumont-de-Lomagne; † 12. Januar 1665 in Castres) war ein französischer Mathematiker und Jurist sowie (Mit-)entwickler der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Das mit Abstand wichtigste Instrument des modernen Risikomanagements ist die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Eine der ersten Universalgelehrten, die über den Tellerrand der Spieltische hinausschauten und die methodischen und theoretischen Grundlagen der Wahrscheinlichskeitstheorie formulierten, waren die drei Franzosen Blaise Pascal, Antoine Gombaud und Pierre de Fermat.

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Hammurabi, 5. König der ersten Dynastie von Babylon

Die ersten Ansätze einer rudimentären Versicherung bzw. der ersten Risikoportfolien konnte man bereits im Altertum, insbesondere in Griechenland, Kleinasien und Rom finden. So schlossen sich bereits etwa um 3000 v. Chr. phönizische Händler zu Schutzgemeinschaften zusammen und ersetzten ihren Mitgliedern verloren gegangene Schiffsladungen.

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Andrei Nikolajewitsch Kolmogorow, lieferte eine Axiomatisierung der Wahrscheinlichkeitstheorie

Andrei Nikolajewitsch Kolmogorow, auch Andrej Nikolaevič Kolmogorov (* 25. April 1903 nach dem gregorianischen Kalender in Tambov/Russland; † 20. Oktober 1987 in Moskau/Russland) war einer der bedeutendsten und vielseitigsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts. Kolmogorow leistete wesentliche Beiträge auf vielen mathematischen Gebieten, insbesondere im Bereich der Wahrscheinlichkeitstheorie. Er gilt als der Gründer der Algorithmischen Komplexitätstheorie (auch Kolmogorow-Komplexität genannt; hierbei versteht man anschaulich die Länge eines kürzesten binären Programms, aus dem sich die Zeichenkette effektiv rekonstruieren lässt).

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Pierre-Simon (Marquis de) Laplace, (Mit-) Entwickler der Wahrscheinlichkeitsrechnung

Ähnlich wie Demokrit schrieb mehr als 2000 Jahre später der französische Mathematiker und Astronom Pierre Simon de Laplace (* 28. März 1749 in Beaumont-en-Auge in der Normandie; † 5. März 1827 in Paris), dass die Menschen "in Unkenntnis ihres Zusammenhanges mit dem Weltganzen" Ereignisse, die ohne sichtbare Ordnung eintreten, stets vom Zufall abhängen lassen.

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Adrien-Marie Legendre, entdeckte die die Methode der kleinsten Quadrate

Adrien-Marie Legendre (* 18. September 1752 in Paris; † 10. Januar 1833 in Paris) war ein französischer Mathematiker und wurde bekannt für seine Arbeiten über die elliptischen Integrale und die Methoden der euklidischen Geometrie. Im Jahr 1806 entdeckte er, unabhängig von Carl Friedrich Gauß, die Methode der kleinsten Quadrate. 

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Paul Pierre Lévy, Wegbereiter von "stabilen Verteilungen"

Paul Pierre Lévy (* 15 . September 1886 in Paris, † 15 . Dezember 1971 in Paris) war ein französischer Mathematiker. Er hat ganz wesentlich die Wahrscheinlichkeitstheorie mitentwickelt und gilt als Wegbereiter von "stabilen Verteilungen". Daher werden stabile Verteilungen häufig als Lévy-stabile Verteilungen bezeichnet.

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Andrew W. Lo, Entwickler der "Adaptive Markets Hypothesis"

Gemeinsam mit dem Neurologen Dmitry Repin analysierte Andrew W. Lo, wie stark Kursausschläge das Nervensystem von Händlern im täglichen Börsengeschäft beeinflussen. Muskelspannungen, Puls, Körpertemperatur oder Atmung und weitere physiologische Reaktionen, die vor allem vom Unterbewusstsein gesteuert werden, wurden von den Wissenschaftlern in ihren Testreihen erfasst. Das Ergebnis war eindeutig: Selbst bei den professionellsten Händlern ergab sich eine hohe Korrelation zwischen außergewöhnlichen Marktbewegungen und erhöhter Pulsfrequenz oder Körpertemperatur.

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Harry Max Markowitz, Begründer der modernen Portfoliotheorie

Geboren wurde Harry M. Markowitz am 24. August 1927 in der Industriestadt Chicago. Der junge Markowitz interessierte sich schon recht früh für Physik, Astronomie und Philosophie. Nach seinem Bachelor-Abschluss studierte er an der Universität in Chicago Wirtschaftswissenschaften. Grundstein für sein Interesse an den Themen Risiko und Unsicherheit waren die Publikationen von Morgenstern, von Neumann und Friedman-Savage.

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Merton Howard Miller, widmete sich der Preisbildungstheorie im Kapitalmarkt

Merton Howard Miller (* 16. Mai 1923 in Boston, Massachusetts; † 3. Juni 2000 in Chicago) war ein US-amerikanischer Ökonom und hat gemeinsam mit Harry Markowitz und William Sharpe im Jahr 1990 den Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel für seine grundlegenden wissenschaftlichen Beiträge zur Theorie der Unternehmensfinanzen erhalten.

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Hyman P. Minsky, entwickelte die Hypothese finanzieller Instabilität

Plötzlich erlebt ein halb vergessener Ökonom eine Renaissance: Entsprechend Hyman P. Minskys Theorien sind Finanzkrisen und heftige Marktbewegungen als systembedingte Folgen des Verhaltens von Marktteilnehmern zu betrachten und werden im Zusammenhang mit der Subprime-Krise intensiv diskutiert. Im Kern entwickelte Minsky eine Theorie dazu, wie Finanzblasen entstehen und irgendwann platzen. Die finanzorientierte Argumentation Minskys wird oft auch als "Wall Street-Keynesianismus" bezeichnet.

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Franco Modigliani, formulierte das Modigliani-Miller Theorem

Gemeinsam mit Merton Miller formulierte er das Modigliani-Miller Theorem, welches den Einfluss des Verschuldungsgrades eines Unternehmens auf dessen Kapitalkosten beschreibt. Das erste Theorem von Modigliani und Miller basiert auf der Aussage, dass es keine Steuern, keine Insolvenzkosten, keine asymmetrischen Informationen und einen vollkommenen Kapitalmarkt gibt, über den ein Unternehmen finanziert ist, dann ist der Marktwert des Unternehmens unabhängig von der Finanzierungsform des Unternehmens.

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Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz, deutscher Philosoph und Wissenschaftler

Gottfried Wilhelm Leibnitz gilt als einer der letzten Universalgelehrten und war wahrscheinlich der umfassendste Kopf, der an der Wende zum 17. zum 18. Jahrhundert forschte und philosophierte. Er hat sich mit statistischen und demographischen Fragestellungen beschäftigt und legte mit seinen Arbeiten den Grundstein zur heutigen Theorie der Entscheidungen unter Ungewissheit. Im Jahr 1682 begründete er die Kapitalwertberechnung.

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William Forsyth Sharpe, Mitbegründer des Capital Asset Pricing Model (CAPM)

Geboren wurde William Forsyth Sharpe am 16. Juni 1934 in Cambridge (Massachusetts, USA). Seine Schulausbildung schloss er in Riverside (Kalifornien) ab: "I benefitted there from stimulating teachers and challenging curricula." Im Jahr 1951 schrieb sich Sharpe an der University of California in Berkeley ein, um Medizin zu studieren. 

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Robert J. Shiller, (Mit-)Begründer der "Behavioural Finance"

Bekannt geworden ist Rober J. Shiller vor allem als Begründer des Forschungsgebiets "Behavioural Finance", das sich unter anderem mit dem irrationalen menschlichen Verhalten in wirtschaftlichen Situationen auseinandersetzt. Sie versucht vor allem die Annahme des Homo oeconomicus, also rational denkender Menschen, aufzulösen. Das beobachtete Verhalten widerspricht in der Regel den Vorhersagen klassischer ökonomischer Modelle, weshalb "Behavioural Finance" eine Erklärung für dieses irrationale Verhalten sucht.

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Hans-Werner Sinn, Ökonom und Präsident des Münchener Ifo-Instituts

Hans-Werner Sinn gilt als einer der einflussreichsten und international anerkanntesten marktliberalen Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands. Es ist jedoch weit weniger bekannt, dass er nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster im Jahr 1978 an der Universität Mannheim sein Doktorarbeit über das Thema "Ökonomische Entscheidungen bei Ungewissheit" geschrieben hat.

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