23.05.2013
RiskNET - The Risk Management Network -Who's Who


Wie sich erst Jahrzehnte später herausstellte, war Louis Bachelier seiner Zeit weit voraus: in seiner Arbeit operierte er schon mit dem Wiener Prozess, fünf Jahre bevor Albert Einstein diesen – zum zweiten Mal – entdeckte. Auch gab Bachelier explizite Preisformeln für Standard- (Put- und Call-) Optionen und Barrier-Optionen an, 73 Jahre bevor dies Black und Scholes gelang. Basierend auf seinen Arbeiten errichteten Wirtschaftswissenschaftler eine ausgefeilte und umfassende Theorie der Finanzmärkte und des Risikomanagements, d. h. wie Kurse sich ändern, wie Investoren denken und wie man Risiko als die ruhelose Seele des Marktes versteht. weiter

Nicht nur die Risikomanager wissen, dass es die weissagende Kristallkugel nicht gibt. Der Verlauf des Lebens lässt sich nicht vorhersagen. Trotz alledem wollten Menschen schon immer wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt? Wie hoch ist etwa die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schiff nach langer und risikoreicher Seefahrt wieder in den Heimathafen zurückkehrt. weiter


Augustin Louis Cauchy (* 21. August 1789 in Paris; † 23. Mai 1857 in Sceaux) war ein französischer Mathematiker und gilt als Pionier der Analysis. So führte er u. a. die strenge Beweisführung in die Analysis ein. Nach ihm wurde die Cauchy-Verteilung (oder auch t-Verteilung, Lorentz-Verteilung bzw. Breit-Wigner-Verteilung bekannt) benannt, die als Prototyp einer Verteilung gilt, die weder Erwartungswert noch Varianz oder Standardabweichung besitzt, da die entsprechenden Integrale nicht definiert sind. weiter

Die ersten Ansätze einer rudimentären Versicherung bzw. der ersten Risikoportfolien konnte man bereits im Altertum, insbesondere in Griechenland, Kleinasien und Rom finden. So schlossen sich bereits etwa um 3000 v. Chr. phönizische Händler zu Schutzgemeinschaften zusammen und ersetzten ihren Mitgliedern verloren gegangene Schiffsladungen. weiter


Ähnlich wie Demokrit schrieb mehr als 2000 Jahre später der französische Mathematiker und Astronom Pierre Simon de Laplace (* 28. März 1749 in Beaumont-en-Auge in der Normandie; † 5. März 1827 in Paris), dass die Menschen „in Unkenntnis ihres Zusammenhanges mit dem Weltganzen“ Ereignisse, die ohne sichtbare Ordnung eintreten, stets vom Zufall abhängen lassen. weiter


Gemeinsam mit dem Neurologen Dmitry Repin analysierte Andrew W. Lo, wie stark Kursausschläge das Nervensystem von Händlern im täglichen Börsengeschäft beeinflussen. Muskelspannungen, Puls, Körpertemperatur oder Atmung und weitere physiologische Reaktionen, die vor allem vom Unterbewusstsein gesteuert werden, wurden von den Wissenschaftlern in ihren Testreihen erfasst. Das Ergebnis war eindeutig: Selbst bei den professionellsten Händlern ergab sich eine hohe Korrelation zwischen außergewöhnlichen Marktbewegungen und erhöhter Pulsfrequenz oder Körpertemperatur. weiter

Geboren wurde Harry M. Markowitz am 24. August 1927 in der Industriestadt Chicago. Der junge Markowitz interessierte sich schon recht früh für Physik, Astronomie und Philosophie. Nach seinem Bachelor-Abschluss studierte er an der Universität in Chicago Wirtschaftswissenschaften. Grundstein für sein Interesse an den Themen Risiko und Unsicherheit waren die Publikationen von Morgenstern, von Neumann und Friedman-Savage. weiter

Plötzlich erlebt ein halb vergessener Ökonom eine Renaissance: Entsprechend Hyman P. Minskys Theorien sind Finanzkrisen und heftige Marktbewegungen als systembedingte Folgen des Verhaltens von Marktteilnehmern zu betrachten und werden im Zusammenhang mit der Subprime-Krise intensiv diskutiert. Im Kern entwickelte Minsky eine Theorie dazu, wie Finanzblasen entstehen und irgendwann platzen. Die finanzorientierte Argumentation Minskys wird oft auch als „Wall Street-Keynesianismus“ bezeichnet. weiter

Gemeinsam mit Merton Miller formulierte er das Modigliani-Miller Theorem, welches den Einfluss des Verschuldungsgrades eines Unternehmens auf dessen Kapitalkosten beschreibt. Das erste Theorem von Modigliani und Miller basiert auf der Aussage, dass es keine Steuern, keine Insolvenzkosten, keine asymmetrischen Informationen und einen vollkommenen Kapitalmarkt gibt, über den ein Unternehmen finanziert ist, dann ist der Marktwert des Unternehmens unabhängig von der Finanzierungsform des Unternehmens. weiter


Gottfried Wilhelm Leibnitz gilt als einer der letzten Universalgelehrten und war wahrscheinlich der umfassendste Kopf, der an der Wende zum 17. zum 18. Jahrhundert forschte und philosophierte. Er hat sich mit statistischen und demographischen Fragestellungen beschäftigt und legte mit seinen Arbeiten den Grundstein zur heutigen Theorie der Entscheidungen unter Ungewissheit. Im Jahr 1682 begründete er die Kapitalwertberechnung. weiter


Geboren wurde William Forsyth Sharpe am 16. Juni 1934 in Cambridge (Massachusetts, USA). Seine Schulausbildung schloss er in Riverside (Kalifornien) ab: „I benefitted there from stimulating teachers and challenging curricula.” Im Jahr 1951 schrieb sich Sharpe an der University of California in Berkeley ein, um Medizin zu studieren. weiter


Bekannt geworden ist Rober J. Shiller vor allem als Begründer des Forschungsgebiets „Behavioural Finance“, das sich unter anderem mit dem irrationalen menschlichen Verhalten in wirtschaftlichen Situationen auseinandersetzt. Sie versucht vor allem die Annahme des Homo oeconomicus, also rational denkender Menschen, aufzulösen. Das beobachtete Verhalten widerspricht in der Regel den Vorhersagen klassischer ökonomischer Modelle, weshalb „Behavioural Finance“ eine Erklärung für dieses irrationale Verhalten sucht. weiter


Hans-Werner Sinn gilt als einer der einflussreichsten und international anerkanntesten marktliberalen Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands. Es ist jedoch weit weniger bekannt, dass er nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster im Jahr 1978 an der Universität Mannheim sein Doktorarbeit über das Thema „Ökonomische Entscheidungen bei Ungewissheit“ geschrieben hat. weiter

Bücher des Monats

Die geheime Macht der Ratingagenturen

Ulrich Horstmann: Die geheime Macht der Ratingagenturen: Die Spielmacher des Weltfinanzsystems, FinanzBuch Verlag, München 2013, 301 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-89879-793-1.

Die Spielmacher des Weltfinanzsystems


Sanieren statt Liquidieren

Hans Haarmeyer/ Robert Buchalik: Sanieren statt Liquidieren: Neue Möglichkeiten der Sanierung durch Insolvenz nach dem ESUG, NWB Verlag, Herne 2012, 253 Seiten, 39,95 Euro, ISBN 978-3-482-64041-4.

Neue Möglichkeiten der Sanierung durch Insolvenz nach dem ESUG


Financial Engineering

Arnd Wiedemann: Financial Engineering – Bewertung von Finanzinstrumenten, Band 1 der Schriftenreihe ccfb competence center finanz- und bankmanagement, Frankfurt School Verlag, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage, Frankfurt/Main 2013, 527 Seiten, ISBN 978-3-940913-52-4.

Bewertung von Finanzinstrumenten


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