Rezension

Risikomanagement in Versicherungsunternehmen: Grundlagen, Methoden, Checklisten und Implementierung

Frank Romeike/Matthias Müller-Reichart, 405 Seiten, Wiley-VCH, Weinheim 200819.11.2004, 07:37

Die jüngsten Entwicklungen in der Versicherungsbranche haben gezeigt, dass langfristiger Erfolg in diesem Geschäft über die Qualität des Risikomanagements definiert wird. Auch die aktuellen regulatorischen Änderungen in der Versicherungsbranche drehen sich um den einen Begriff: Risikomanagement.

Risiko ist das Geschäft der Versicherungsunternehmen. Die Unternehmen, die über gute und effiziente Instrumente zur Messung und Steuerung ihrer Risiken verfügen, verschaffen sich einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil.

Viele Versicherer konzentrieren sich nur auf das versicherungstechnische Risiko. Die finanzwirtschaftlichen und operationellen Risiken werden meist eher stiefmütterlich behandelt. Das Ziel der Versicherungsunternehmen muss jedoch ein integriertes Risikomanagement sein, das auch die regulatorischen Änderungen wie zum Beispiel Solvency II, Corporate Governance oder Sarbanes Oxley Act mit einbezieht.

Die Autoren weisen erstmalig den Weg zu einem solchen Gesamtkonzept. Frank Romeike und Matthias Müller-Reichart geben einen Überblick über die Analyse und Steuerung von Kredit- und Marktrisiken sowie über die versicherungstechnischen und operationellen Risiken in Versicherungsunternehmen. Sie erläutern, welche Instrumente und Methoden für ein effizientes Risikomanagement in diesem Bereich notwendig sind. Im Zentrum des Buches steht die Darstellung neuer Methoden wie Asset Liability Managements oder Dynamische Finanzanalyse (DFA). Zahlreiche Beispiele und Checklisten erleichtern die Umsetzung in die Praxis.

 

Über die Autoren:

Frank Romeike berät seit mehr als zehn Jahren Unternehmen aller Branchen und Größen. Er ist Gründer von RiskNET, dem führenden Internetportal rund um das Thema Risikomanagement sowie Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen und Universitäten.

Prof. Dr. Matthias Müller-Reichart lehrt Risikomanagement an der Fachhochschule Wiesbaden. Außerdem berät er internationale Erst- und Rückversicherungsgesellschaften und ist Mitglied des Expertengremiums der EU-Kommission in Brüssel.

 

Download einer Rezension (bezieht sich auf 1. Auflage) aus der Zeitschrift Versicherungswirtschaft (Ausgabe 10/2007):

 

Stimmen zum Buch (1. Auflage):

"Viele Versicherungsunternehmen beschränken sich im Risikomanagement auf den versicherungstechnischen Bereich, finanzwirtschaftliche, strategische und operative Risiken werden oft nur marginal berücksichtigt. Dies wurde etwa beim Einbruch der Aktienkurse im Jahr 2000 deutlich: Ganz plötzlich brachen den Versicherungen eingeplante, nicht versicherungstechnische Erträge weg, einige Gesellschaften gerieten in heftige Schwierigkeiten. Die beiden Autoren plädieren daher für ein Risikomanagement als integratives Gesamtkonzept. Mit dem Buch wollen sie aufzeigen, welche Instrumente und Methoden für ein effizientes und integratives Risikomanagement notwenig sind.

Dabei bieten sie einen Überblick über die Analyse und Steuerung von Kredit-, Markt-, versicherungstechnischen und operationellen Risiken, die gesetzliche Regulierung der Versicherungswirtschaft durch Solvency I und II sowie Corporate Governance und stellen neue Methoden wie Asset Liability Management und die Dynamische Finanzanalyse vor. Viel Beispiele, Checklisten und ein Glossar machen das Buch zu einem praxisnahen Ratgeber, der sich besonders an Unternehmensleiter und Führungskräfte in der Versicherungswirtschaft wendet, aber auch an Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und Studenten.

Börsen-Zeitung vom 1. Juli 2005, Seite 19

 

"Versicherungsunternehmen sehen sich heute neuen Risiken gegenüber: nicht allein durch die Schaffung eines einheitlichen europäischen Marktes für Versicherungen. Auch die Anschläge vom 11. September und die Jahrhundertflut in Ostdeutschland, steigende Lebenserwartung und volatile Finanzmärkte fordern ein Umdenken. Mit diesem Buch wollen die Autoren – ausgewiesene Experten auf dem Gebiet – eine Lücke schließen: Weil das Risikomanagement die Basis des Versicherungsgeschäfts bildet, konzentrieren sie sich auf Methoden und Instrumente für evolutionäre und revolutionäre Wege im Risikomanagement in der Assekuranz. Für Unternehmensleiter, Führungskräfte in der Versicherungswirtschaft, Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und Studenten dürfte das kompakte Grundlagenwerk eine solide Arbeitsgrundlage sein, das dabei hilft, Risiken zu erkennen, zu bewerten und zu steuern. "

FAZ-Institut 2005

 

"Den Autoren Romeike und Müller-Reichart ist mit dem vorliegenden Werk ein umfassender und hochaktueller Gesamtüberblick - von der Bestandsaufnahme bis zu künftigen Entwicklungen - in die Welt des Risikomanagement der Versicherungsunternehmen gelungen wobei festzuhalten bleibt, dass das Ausmaß der Bedeutung dieses Themenkomplexes zukünftig noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. Entsprechend steht die Assekuranzbranche in diesem Kontext vor gewaltigen Herausforderungen, zu deren Bewältigung das Buch einen wertvollen Beitrag leistet. Die Verknüpfung von Grundlagen mit Praxis- und Anwendungsbeispielen macht den Charme des Buches aus, das trotz des großen Umfangs nie langatmig erscheint. Aufgrund der guten Gliederung wird dem Leser auch die selektive Lektüre einzelner Beiträge des Gesamtwerkes ermöglicht. Das Buch ist dem Assekuranzmanager und Versicherungspraktiker ebenso zu empfehlen wie dem Studenten der Versicherungswirtschaft und allen in der Sphäre von Versicherungsunternehmen agierenden Marktteilnehmern."

Hendrik Löffler, Funk Gruppe - Internationale Versicherungsmakler & Risk Consultants

 

"Die eigenen Risiken zu beherrschen, bleibt eine der ganz zentralen Herausforderungen im Versicherungsunternehmen. Ohne ein echtes, hoch entwickeltes Risikomanagement sind eine wertorientierte Unternehmensführung, Kundenorientierung und die Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen (Solvency II) gar nicht möglich."

Prof. Dr. Fred Wagner, Institut für Versicherungswissenschaften, Universität Leipzig

 

"Einst war die Versicherung führend im Risikomanagement, heute hat sie gegenüber Banken und Industrie Nachholbedarf."

Dr. Bruno Brühwiler, Euro Risk Limited, Zürich

 

"Risiken kann auf Dauer nur übernehmen, wer seine eigene Risikolage kennt und seine Risiken beherrscht. Dies ist auch Grundlage der Überlegungen zu Solvency II."

Prof. Dr. Gerd Geib Mitglied des Vorstandes KPMG

 

"Managen von Risiken und diese damit auch weitgehendst kalkulieren zu können, ist, selbst unter den heute stark veränderten Marktgegebenheiten, immer noch die originäre Aufgabe jeder verantwortungsbewusst handelnden Führungskraft der Versicherungswirtschaft."

Klaus Büchner, Vorstand Generali Versicherung AG

 

Auszug aus dem Vorwort (1. Auflage):

[...] Zu Beginn dieses Jahrtausends brach in der Versicherungsbranche ein Unwetter los, wie es die Branche bisher noch nicht erlebt hatte. Die Ursachen für diese Turbulenzen konnte man sowohl auf der Aktiv- als auch der Passivseite der Versicherungsbilanzen finden. So riefen uns die katastrophalen Folgen der terroristischen Anschläge vom 11. September 2001 in Erinnerung, wie schwierig doch eine bedarfsgerechte versicherungstechnische Prämienkalkulation ist. Weitere starke Belastungen resultierten aus der Jahrhundertflut in Ostdeutschland, aus diversen Naturkatastrophen weltweit sowie aus Nachreservierungen für Risiken aus den Asbestschäden in den USA. Während sich diese Ereignisse vor allem auf der Passivseite widerspiegelten, führten die Entwicklungen an den Aktienmärkten zu gravierenden Verschiebungen auf der Aktivseite der Versicherungsbilanzen.

Viele Versicherer haben derartige Kapitalanlagen in der Vergangenheit als sichere Quelle stetig sprudelnder Erträge angesehen (im Rahmen des "Cash flow underwriting")  und nicht als "Risikopuffer" für schlechte Zeiten. Zahlreiche Gesellschaften wurden hier sehr abrupt von der Realität an den Kapitalmärkten überholt und mussten recht schnell erkennen, dass die deutschen Versicherungen nicht mehr in einem vor den Unbilden der Finanzmärkte geschützten Idyll leben. Neben den Banken sind auch die Versicherungen zum Spielball des Auf und Ab der hochvolatilen Finanzmärkte geworden. Vor diesem Hintergrund wurde der Assekuranz sehr schnell die Bedeutung eines professionellen Managements des Kapitalanlagerisikos bewusst. In der Folge der Marktturbulenzen musste auch die Protektor Lebensversicherung AG gegründet werden, um die im Zusammenhang mit einer Insolvenz entstehenden Risiken für die Versicherungsnehmer zu reduzieren. [...]

Und eines haben die stürmischen Zeiten verdeutlicht: Rettungsboote werden nicht erst im Sturm gebaut. Versicherungsunternehmen, die frühzeitig und umfassend auf die neuen gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren und moderne und dynamische Risikomanagement-Systeme verwenden, werden ihr Eigenkapital künftig effizienter einsetzen und damit den Unternehmenswert nachhaltig steigern können.

Gerhard Stahl, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

 

Hinweis: Anfang 2008 ist eine stark überarbeitete und erweiterte 2. Auflage von "Risikomanagement in Versicherungsunternehmen" erschienen.

 

 


Details zur Publikation

Autor: Frank Romeike/Matthias Müller-Reichart
Seitenanzahl: 405
Verlag: Wiley-VCH
Erscheinungsort: Weinheim
Erscheinungsdatum: 2008

RiskNET Rating:


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