Rezension

Produkterpressung – ein Kiminalphänomen unter kriminologischer, straf- und haftungsrechtlicher sowie taktischer Betrachtungsweise

Alexander Marcus Moseschus, 315 Seiten, Cuvillier Verlag 2004.24.07.2005, 10:00

"Sprengsatz im Quark, Gift in der Marmelade", "Dose mit Totenkopf" oder "Tod aus der Tube" – derartige Schlagzeilen waren vor allem Ende der neunziger Jahre an der Tagesordnung. Glücklicherweise ist die Anzahl der Fälle, in denen Erpresser ihren Lösegeldforderungen durch die Manipulation von Produkten Nachdruck verliehen haben, in jüngster Zeit spürbar zurückgegangen –wobei in diesem Zusammenhang sicher auch eine erhebliche Dunkelziffer zu berücksichtigen ist. Trotz allem stellen Produkterpressungen nach wie vor ein erhebliches Risiko für die betroffenen Unternehmen dar, dessen Auswirkungen sich nicht auf die unmittelbaren Umsatzverluste beschränken, sondern auch zu nachhaltigen Reputationsschäden führen können. In Anbetracht der Einfachheit, mit denen diese Sabotageakte durchzuführen sind (oftmals werden ja Pflanzenschutzmittel und Lebensmittel in ein und demselben Großmarkt verkauft), bleibt nur zu hoffen, dass derartige Angriffe nicht auch noch von Terroristen "entdeckt" werden.

Das vorliegende Werk von Alexander Marcus Moseschus vermittelt einen detaillierten und umfassenden Überblick über den Themenkomplex der Produkterpressung. Der Autor analysiert sowohl Täter, Tatmotive und Hintergründe dieser besonderen Form der Erpressungskriminalität als auch die Folgen für die betroffenen Unternehmen. Da es sich bei dem Buch um eine juristische Dissertation handelt, nimmt die Diskussion rechtlicher Aspekte (insbesondere der einschlägigen Strafrechtsbestimmungen) naturgemäß breiten Raum ein. Nichtsdestotrotz werden auch betriebswirtschaftlich orientierte Risiko-Manager Nutzen aus den Erkenntnissen des Autors ziehen können: so werden beispielsweise die mit Lebensmittel-Sabotagen verbundenen Haftungsrisiken dargestellt, denen die Unternehmen  durch eine – unter Berücksichtigung technischer und ökonomischer Zumutbarkeitskriterien – entsprechend "sabotagesichere" Gestaltung ihrer Produkte entgegentreten sollten.  Des Weiteren sei in diesem Zusammenhang auch auf die Beschreibung der Organisationspflichten, Präventionsmaßnahmen und Verhaltensstrategien für betroffene Unternehmen sowie der taktischen und reaktiven Maßnahmen zur Krisenbewältigung im dritten beziehungsweise vierten Kapitel verwiesen. Schließlich sollte schon allein die Darstellung der zahlreichen Beispielfälle dazu beitragen, die Verantwortlichen für dieses häufig vernachlässigte Problem zu sensibilisieren.

Rezension von Dr. Roland F. Erben


Details zur Publikation

Autor: Alexander Marcus Moseschus
Seitenanzahl: 315
Verlag: Cuvillier Verlag
Erscheinungsdatum: 2004

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