Rezension

Finance

Klaus Spremann, 495 S., Oldenbourg Verlag, München 2007.17.08.2007, 08:00

Finance nahm ihre Ursprünge in Fragen, die mit der Finanzierung von Unternehmen und mit ihren Investitionsentscheidungen verbunden sind. Die ursprüngliche Unternehmensfinanzierung wurde ab etwa 1960 mit der Analyse von Kapitalmärkten auf fruchtbare Weise verschmolzen. Die Kapitalmarkttheorie ging ihrerseits auf die Portfoliotheorie sowie auf Modelle zur Entscheidung unter Risiko zurück. Dach Buch von Klaus Spremann, Professor an der Universität St. Gallen und Direktor am Schweizerischen Institut für Banken und Finanzen, wendet sich primär an Studierende der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, aber auch an Praktiker, die sich mit den Themen Finanzierung, Capital Budgeting, Unternehmensbewertung, Portfoliotheorie, Hedging  und Optionen beschäftigen möchten.

Spremann skizziert in insgesamt 15 Kapiteln vier Paradigmen. Zunächst skizziert er die klassische Finance ohne Kapitalmarkt: Der Unternehmer und sein Beziehungsnetzwerk sowie seine persönliche Einschätzung prägen die Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen.
Als zweites Paradigma (Kapitel 4 bis 11) beschreibt der Autor die neoklassische Finance: Es existieren Kapitalmärkte und sie werden als ideal gut funktionierend unterstellt (perfekter Kapitalmarkt). Auf einmal ist die Präferenz des Unternehmenslenkers nicht mehr so wichtig, sondern es kommt auf den Wert an (Fisher-Separation). Verschiedene Maßnahmen sind für den Wert irrelevant (Modigliani und Miller). Der Kapitalmarkt bestimmt die Relation zwischen Rendite und Risiko (Capital Asset Pricing Model). Wie Portfolioinvestoren diversifizieren und am Ende alle dasselbe Marktrisiko tragen (Tobin-Separation). Märkte sind arbitragefrei und gestatten die Bewertung durch Replikation etc.

Als drittes Paradigma skizziert der Autor das Themengebiet Corporate Finance: Fremdfinanzierung, Steuern, Ausfallrisiko, Interessenkonflikt, asymmetrische Information, Corporate Governance (Kapitel 12 und 13). Mit der empirischen Finance (Paradigma 4) beschäftigt sich der Autor in den Kapiteln 14 und 15.

Die dritte Auflage des Lehrbuchs beschreibt in komprimierter Form die Grundzüge des Themengebiets "Finance" aus einer modernen Perspektive. Kurzum: Die klare Struktur, eine schnörkellose Sprache, Fragen und Lösungen nach jedem Kapitel führt den Leser schnell in die komplexe "Finance"-Welt ein und eignet sich gleichermaßen für den Studierenden und den Praktiker als kompetentes Nachschlagewerk. Für die vierte Auflage wünsche ich mir ein Glossar sowie ein weiterführendes Literaturverzeichnis.

Rezension von Frank Romeike


Details zur Publikation

Autor: Klaus Spremann
Seitenanzahl: 495
Verlag: Oldenbourg Verlag
Erscheinungsort: München
Erscheinungsdatum: 2007

RiskNET Rating:

sehr gut Gesamtbewertung

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