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Zwei Planspiele in zweitägigem RiskNET Intensiv-Seminar

Business Wargames im Bereich Risikomanagement

Redaktion RiskNET23.09.2013, 00:04

Für eine gesamthafte und integrierte Betrachtung von Risiken ist – trivialerweise – auch eine ganzheitliche Unternehmenssicht erforderlich. Hierzu sollten wir ab und zu über den eigenen Tellerrand hinausschauen, um alle Prozesse der Wertschöpfung mit ihren möglichen Wechselwirkungen zu berücksichtigen. Häufig haben Manager und Mitarbeiter zwar ein fundiertes Wissen über die von ihnen verantworteten Bereiche, kennen aber deren Verzahnung im Unternehmen nur unvollständig.

Daher wird zukünftig ein proaktives und präventives Risikomanagement zum Umgang mit der Verwundbarkeit der Wertschöpfungsnetzwerke zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil vieler Unternehmen.  Eine etablierte Methodik, die Aktions-Reaktionsmuster sowie Konsequenzen und Wechselwirkungen von Handlungen in den Fokus stellt, sind Business Wargames.

Betrachtet man Wargaming in einem sehr allgemeinen Verständnis, so ist es vermutlich eine der ältesten Simulationsmethoden überhaupt, denn Wargames haben eine mehrtausendjährige Geschichte. Als eines der ersten Wargames wird von Peter P. Perla, einem der führenden Wargame-Experten der Vereinigten Staaten, das Spiel Wie-Hai genannt. Dabei handelt es sich um ein etwa 5.000 Jahre altes, durch den chinesischen General und Militärphilosophen Sun Zi entwickeltes Spiel, in dem es darum ging, als erster den Spielgegner zu umzingeln. Es spiegelt damit die Philosophie von Sun Zi wider, einen militärischen Konflikt durch eine Einkesselungsstrategie erfolgreich zu meistern. Weitere Spiele, die einen Konflikt als Hintergrund haben, sind beispielsweise das japanische Go, das koreanische Baduk oder das indische Chaturanga. In Europa dürfte das ursprünglich aus Persien stammende Schach das bekannteste Spiel dieser Art sein.

Vom Militär in die Wirtschaftswelt

Eine wesentliche Weiterentwicklung erfuhren die Konfliktspiele durch das Militär. Beginnend etwa mit dem 17. bis 18. Jahrhundert wurden die Spiele immer mehr der Realität angepasst, um so die Befehlshaber der eigenen Armee besser ausbilden zu können. Ziele einer derartigen Ausbildung waren eine bessere Vorbereitung auf unvorhergesehene Entwicklungen in einer militärischen Auseinandersetzung sowie das Vermeiden von Fehlentscheidungen und den daraus resultierenden Verlusten. So hatte unter anderem der Einsatz von Wargames einen nicht unwesentlichen Anteil am Aufstieg Preußens zur europäischen Großmacht, welches diese Methode zunächst zur Ausbildung, dann jedoch auch zur Entwicklung der Kriegsstrategie und -taktik einsetzte. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise Georg Heinrich Rudolf Johann von Reißwitz oder Generalstabschef Gerhard Johann David von Scharnhorst. Ihr Einsatz beschränkte sich jedoch nicht nur auf militärische Fragen, auch politische Fragestellungen wurden mit Wargames untersucht.

Ein Wargame ist dadurch charakterisiert, dass mehrere Parteien gegeneinander antreten. Jede dieser Spielparteien hat einen eigenen Spielauftrag beziehungsweise ein Spielziel, welches es zu erreichen gilt. Das wird jedoch dadurch erschwert, dass die Aktionen und Reaktionen der Spielgegner der eigenen Strategie und den daraus entwickelten Spielzügen entgegenstehen. Folglich sind diese mit in Betracht zu ziehen, um in solch einem Spiel erfolgreich zu sein.

Wechselwirkungen von Handlungen stehen im Mittelpunkt

Eine Methode, die Aktions-Reaktionsmuster sowie Konsequenzen und Wechselwirkungen von Handlungen in den Fokus stellt, musste natürlich früher oder später auch auf das Interesse im ökonomischen Umfeld stoßen. So entwickelte beispielsweise 1956 die American Management Association die Top Management Decision Simulation, die heute als das erste ökonomische Planspiel gilt.

Im Kern geht es bei einem Wargame oder auch Business Wargame um die Simulation einer Situation, an der mehrere Spielparteien beteiligt sind. Jede dieser Spielparteien nimmt die Sicht- und Handlungsweise eines relevanten Stakeholders einer zu untersuchenden Situation ein und erhält demensprechend einen Spielauftrag, der dem Wesen des jeweiligen Stakeholders entspricht oder zumindest sehr wahrscheinlich entsprechen würde. In einem rundenbasierten Spiel wird nun versucht, diesen Spielauftrag zu erreichen.

Der Verlauf des Spiels ist nicht vorhersagbar, er wird vielmehr durch die Aktionen und Reaktionen der einzelnen Spieler beeinflusst. Dieser Wesenszug eines Wargames erlaubt jedoch in einer nachgelagerten Analyse, die Wirkungsmechanismen in der untersuchten Situation zu verstehen, zumindest dann, wenn die Spielteilnehmer ihre Rollen realitätsnah interpretieren. Und so liegt der Fokus eines Wargames auch in der Analyse von Spielzügen und Spielstrategien, die im Rahmen eines Wargames gemeinsam diskutiert werden. Der Anreiz, als Spieler das Wargame zu gewinnen, ist für die Analyse und das Erkennen von Wirkungszusammenhängen und Aktions-Reaktionsmustern zwar förderlich, jedoch ist der Sieg im Wargame nicht das primäre Spielziel.

 


Im RiskNET Intensiv-Seminar werden Sie – analog wie Piloten im Flugsimulator – die Anwendung von Risikomanagement-Methoden spielerisch erarbeiten. An zwei Tagen werden Sie zwei unterschiedliche (haptische) Planspiele kennenlernen und spielen. Durch die Zusammenarbeit in Gruppen werden Sie Erfahrungen aus anderen Branchen und Unternehmen sammeln.


Wann? 8. - 9. Oktober 2013 (Brannenburg/Wendelstein)

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