Rezension

Basel II/Rating: Die Herausforderung für Mittelstandsunternehmer und ihre Berater

Harald Ehlers, 301 Seiten, Verlag Neue Wirtschaftsbriefe, Herne 2005.28.02.2005, 07:37

In der Reihe Unternehmens- und Beratungspraxis liegt mit diesem Buch die 2. Auflage vor. Der Autor möchte dem Mittelstandsunternehmer Optimierungsmöglichkeiten im Rahmen einer Krise oder Sanierung aufzeigen.

Das Buch beginnt mit Erläuterungen zu Basel II und dem damit verbundenen Thema Rating. Unternehmen haben sich auf dieses Thema einzustellen. Denn nach Ansicht des Autors hat das Thema Rating einschneidende Konsequenzen. So z.B., dass "die Zeit langjähriger Geschäftsbeziehungen" vorbei sein wird. Oder die ungenügende Eigenkapitalsituation mittelständischer Unternehmen führt zu "erhöhten Finanzierungsproblemen und schlechteren Finanzierungskonditionen" bis hin zu einer "Ratingbedingten Zunahme von Insolvenzen". Denn Sanierungskredite werden künftig schwieriger einzuwerben sein, so dass es unweigerlich zu einer Insolvenz kommt. 

Wie aber entsteht ein Rating? Anhand eines Modellfalls mit einem authentischen Rating durch eine Geschäftsbank beschreibt das Buch die Techniken und Ergebnisse in ihrer praktischen Umsetzung. In diesem Fall handelt es sich um eine Benotung; nicht um ein Rating in der üblichen Terminologie wie Tripple A analog den internationalen Ratingagenturen.

In dem hier beschriebenen Modellfall führt die ungenügende Eigenkapitalsituation zu einer negativen Bewertung. Das Unternehmen steht vor dem Problem, Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen, die zu einer Verbesserung der ökonomischen Lage und damit zu einer besseren Beurteilung führen.

Diverse Möglichkeiten der Kapitalzufuhr oder Finanzierungsalternativen wie Forfaitierung, Asset-Backet-Securities, Leasing oder Private Equity bieten sich an, um die Bilanz des Unternehmens positiver zu gestalten. Neben der Vorstellung dieser Alternativen weist der Autor zugleich darauf hin, dass nicht jede für jedes Unternehmen relevant ist.

Sofern diese Maßnahmen nicht ausreichen, besteht die Möglichkeit der Sanierung sowie Stillegung, Outsourcing oder Verkauf unproduktiver Unternehmensbereiche. Die Sanierung mit Hilfe der Insolvenzordnung fehlt ebenfalls nicht.

Bei allen Themen geht der Autor auch auf die betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte ein. Zugleich werden die Grenzen dieser Handlungsmaßnahmen sichtbar. 

 

Das Buch gibt viele Hinweise, die im Rahmen einer Sanierung zu berücksichtigen sind. Ein negatives Rating versteht der Autor auch als Chance für das Unternehmen, auch wenn die generellen Auswirkungen des Rating durch Basel II meines Erachtens zu einseitig gesehen werden. Es ließe sich entgegnen, Unternehmen mit einer guten Bewertung können sich die Kreditkonditionen mittlerweile am Markt aussuchen.

Neue Optimierungsansätze erfährt der Leser nicht; dafür viele praktische Tips. 

Angesprochen werden beratende Berufe, Führungskräfte aber auch Studenten der Betriebs- und Volkswirtschaften sowie der Rechtswissenschaften.    

Rezension von Christoph Tigges


Details zur Publikation

Autor: Harald Ehlers
Seitenanzahl: 301
Verlag: Verlag Neue Wirtschaftsbriefe
Erscheinungsort: Herne
Erscheinungsdatum: 2005

RiskNET Rating:

befriedigend Gesamtbewertung

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