Rezension

Strategy, Capital and Risk Management

Bank Management and Control

Johannes Wernz, 120 Seiten, Springer Verlag, Wiesbaden 2014.10.02.2014, 10:11

Den Themenkomplex Bankmanagement und Risikokapital auf knapp 120 Druckseiten bearbeiten zu wollen, ist angesichts der Komplexität der Materie äußerst ambitioniert, aber für die Praxis ein hilfreicher Ansatz, der hier gut gelungen ist. Eine Grundthese des Buches lautet: die Risiko-Return-Steuerung einer Bank hängt immer stärker vom regulatorischen Kapital ab. Eine Fülle von praxisnahen Konzepten und Vorgehensweisen wird aus dieser Grundthese abgeleitet: gut verständlich und detailliert, zuweilen auch mit interessanten Hintergrundinformationen. Eine Reihe von internationalen Beobachtungen – beispielsweise zu den Schwerpunkten verschiedener Regulatoren und nationalen Notenbanken – regen zum Nachdenken an.

Erfahrungen aus der Praxis machen das Buch gut lesbar, auch wenn mancher Leser möglicherweise das eine oder andere technische Detail auslassen will. Als Leitmotiv ziehen sich die Änderungen durch Basel III und deren Auswirkungen auf die Risiko-Return-Steuerung durch den Band. Dieses Leitmotiv wird durch prägnante Hervorhebungen im Text unterstrichen. Besonders materielle Optimierungspotenziale werden dadurch auch für den schnellen Leser unmittelbar ersichtlich. Das Buch ist Teil der renommierten Reihe "Management for Professionals" und die erweiterte, internationale Edition der bereits seit einiger Zeit erhältlichen deutschen Edition "Banksteuerung und Risikomanagement". Autobanken und Hypothekenfinanzierer dürften sich besonders für die Erlösquotenschätzer im Bereich Mobilien und Immobilien interessieren, die sich immer mehr als Best Practice im Bereich Sicherheiten (LGD) durchsetzen. Im Buch werden die Erlösquotenschätzer detailliert vorgestellt – eine Umsetzung in der Praxis ist so relativ einfach möglich. Eine These des Autors ist folgende: viele Banken haben sich in den letzten Jahren stark um ihre PD-Verfahren gekümmert, jedoch LGD-Verfahren vernachlässigt. Das rächt sich nun, da ein risikoadjustiertes Pricing für viele Institute ein immer dringlicheres Thema wird.

Die dargestellten Verfahren werden deshalb eng mit dem Pricing verzahnt und im Licht ihrer Steuerungsfunktion (Gesamtbank) dargestellt. Eine lange Tabelle mit OpRisk-Ereignissen und zwei detaillierte makroökonomische Szenarien sind in der Praxis von Nützlichkeit und Relevanz. Die makroökonomischen Szenarien sind geeignet, die Auswirkungen der Gesamtwirtschaft auf die Geschäftstätigkeit der Bank abzuschätzen. Die makroökonomischen Szenarien decken gleich drei Jahre in Folge ab, sodass der Effekt des internationalen Wirtschaftsgangs (Wirtschaft, Zinsen, Wechselkurse, Aktienpreise, Hauspreise, Ausfallraten, Rohstoffpreise) auf die Portfolien der Bank in einer mehrjährigen Sicht beurteilt werden kann. Interessante Einblicke und teilweise skurrile Geschichten bringen Würze ins Buch, das in zwei Teile gegliedert ist: einerseits das Verfahren zur Gesamtbanksteuerung, andererseits detaillierte Verfahren des Risikomanagements für die verschiedenen Risikoarten – wobei ein Schwerpunkt auf Kreditrisiko und OpRisk gelegt wird. Alles in allem kann der Band vor allem für Praktiker in größeren Instituten zur Anschaffung empfohlen werden.


Details zur Publikation

Autor: Johannes Wernz
Seitenanzahl: 120
Verlag: Springer Verlag
Erscheinungsort: Wiesbaden
Erscheinungsdatum: 2014

RiskNET Rating:

gut Praxisbezug
gut Inhalt
gut Verständlichkeit
sehr gut Gesamtbewertung

Jetzt bestellen