www.risknet.de  -  Samstag, 19. April 2014
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Risikomanagement ist mehr als der Blick in den Rückspiegel

(Reaktives) Risikomanagement war immer schon implizit Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Häufig wurde jedoch erst dann reagiert, wenn das Unternehmen bereits in stürmischer See oder gar in akuter Seenot war. In der Industrie und im Handel ging es primär um die Erfüllung von gesetzlichen Vorschriften (etwas Vorschriften bzgl. Brand- oder Arbeitsschutz) oder Auflagen der Versicherer (etwa VdS, HPR).

Risiko ist ein Konstrukt und basiert auf Risikowahrnehmung. Was für den einen ein Risiko ist, braucht für den anderen noch lange keins zu sein.

 

Risikomanagement ist mehr als der Blick ins Logbuch!

Aufgrund der sich in den vergangenen Jahren veränderten Rahmenbedingungen für Unternehmen ist ein pro-aktives, systematisches und holistisches Risikomanagement jedoch Voraussetzung, um die Klippen in stürmischer See rechtzeitig zu erkennen  und zu umschiffen. Ein zunehmend globalisierter Wettbewerb auf deregulierten Märkten, eine wachsende Komplexität sowie rasante Entwicklungen im Bereich der Informationstechnologie (IT) kumulieren  Chancen, aber auch Risiken für die Unternehmen. Eine wachsende Komplexität der Unternehmensprozesse und neue dezentrale Unternehmensstrukturen sowie kürzere Reaktionszeiten, haben zu einer neuen Risikolage der Unternehmen geführt. Des weiteren sind Unternehmen einem verstärkten Kostendruck ausgesetzt. Mit Hilfe von "unternehmerischer Intuition" und reaktiven Steuerungssystemen dürfte es immer schwieriger werden, die Komplexität der Prozesse und Risiken zu erfassen und zu analysieren.

 

Nur derjenige, der die Risiken im Blick hat, erkennt die chancenreiche Route!

Ein effizienter Risikomanagementprozess funktioniert ähnlich dem menschlichen Organismus oder anderer Netzwerkstrukturen in der Natur. In einem perfekten Netzwerk arbeiten Gehirn, Herz und Nervensystem zusammen. Netzwerke sind anpassungsfähig und flexibel, haben gemeinsame Ziele, spielen zusammen und vermeiden Hierarchien. Übertragen auf Risikomanagement bedeutet dies, dass verschiedene Sensoren und Sinne (Auge, Ohr, Nerven etc.) die Risiken aufnehmen und sie an eine zentrale Stelle weiterleiten (Gehirn). Und insgesamt entscheidet die strategische Ausrichtung des Systems (Unternehmens) über das Risikoverständnis.

 

Das Strategische Risikomanagement bildet die integrative Klammer und das Fundament des gesamten Risikomanagement Prozesses. Beim strategischen Risikomanagement geht es vor allem um die Formulierung von Risikomanagement Zielen in Form einer ‚Risikopolitik’ sowie die Grundlagen der Organisation des Risikomanagements. Die Auswahl der Risikomanagementziele erfolgt hier auf der Basis unterschiedlicher Chance- / Risikoverhältnisse. Eine verbindlich kommunizierte Absichtserklärung seitens der Unternehmensleitung ist obligatorisch beim Aufbau eines Risikomanagements.

 

Die primären Ziele des Risikomanagements sind:

 

Wird eines oder mehrere dieser Ziele verfehlt, so ist ein Unternehmen in der Existenz gefährdet. Ohne die Unterstützung der Unternehmensleitung wird die Installation eines funktionierenden Risikomanagements nicht möglich sein. Daher ist bei der Festlegung der Risikomanagement Ziele die Geschäftsleitung bzw. der Vorstand die höchste Instanz. Im Rahmen des strategischen Risikomanagement erfolgt die organisatorische Einbettung in ein Unternehmen sowie die Kommunikation der risikopolitischen Grundsatzentscheidungen. Die Risikomanagement-Organisation definiert den aufbauorganisatorischen Rahmen. Für die praktische Umsetzung in die betrieblichen Prozesse ist es wichtig, dass Risikomanagement gelebt wird und Teil der Unternehmenskultur wird.

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