Glossar & Definitionen

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Länderrisiko

Das Länderrisiko bezeichnet die speziellen Verlustrisiken im Außenwirtschaftsverkehr, denen ein Gläubiger oder Unternehmer ausgesetzt ist, etwa aus dem Export oder aus Finanzprodukten von Kreditinstituten, welche die Durchsetzung von Forderungen gegenüber ausländischen Vertragspartnern bzw. den Kapitaleinsatz und erwartete Gewinne bedrohen. Krisensituationen können ein Land zwingen, vereinbarte Zins- und Tilgungsleistungen des Staates selbst oder dortiger Schuldner ganz oder teilweise ausfallen zu lassen. 

Das Länderrisiko ist begründet in wirtschaftlichen, politischen und währungspolitischen Unsicherheiten die aus wirtschaftlichen Verbindungen mir ausländischen Partnern entstehen.

Unterschieden werden kann zwischen dem originären Länderrisiko, bei dem der jeweilige Staat direkter Schuldner ist und dem derivativen Länderrisiko, bei dem ein Kreditnehmer innerhalb eines Staates der Schuldner ist. Diese Unterscheidung ist von Bedeutung, weil das originäre Länderrisiko mit den individuellen Kreditnehmerrisiken im selben Staat negativ korreliert.

In die Bewertung des Länderrisikos fließen u. a. die folgenden Kriterien ein:

Freiheitsgrad

  • Begrenzungen für Auslandsinvestitionen
  • Freiheit der Wirtschaftsordnung
  • Zugänglichkeit des inländischen Kapitalmarktes für Ausländer
  • Liberalität der Kapitaltransferbestimmungen
  • Auflagen für Beteiligungen
  • Beschäftigungsangebot für ausländische Arbeitskräfte
  • Rechtssicherheit im Land
  • Exportmöglichkeiten
  • Importpolitik

Grundsätzliche Voraussetzungen

  • Arbeitsklima, Sozialer Friede
  • Verkehrs- und Kommunikationssystem
  • Marken- und Produktschutz
  • Bruttosozialprodukt pro Kopf der Bevölkerung, ggf. branchenspezifisches Marktvolumen
  • Stabilität des politischen Systems (einschließlich der Gefahr innerer und äußerer Konflikte)
  • Verfügbarkeit von Energie
  • Umweltschutzbestimmungen
  • Staat als Wirtschaftspartner

Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen samt Entwicklungstendenzen

  • Inflation in den vergangenen (zwei) Jahren
  • Tendenzen in der Zahlungsbilanz (einschließlich internationaler Zahlungsfähigkeit)
  • Wachstum in den vergangenen fünf Jahren und Wachstumsprognose
  • Belastungen durch Öl- und Energieimporte
  • Konvertibilität der Landeswährung

 

 


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