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Zweite quantitative Auswirkungsstudie (QIS 2) für Versicherungen gestartet

Redaktion RiskNET21.05.2006, 22:58

Das Committee of Insurance and Occupational Pensions Supervisors (CEIOPS) hat die Durchführung einer zweite quantitative Auswirkungsstudie (Quantitative Impact Study/QIS) gestartet. Die QIS 2 dient zur Abschätzung der Auswirkungen, die sich durch die anstehende Neuregelungen der Solvabilitätsvorschriften für Versicherungen (Solvency II) ergeben.

Das CEIOPS will mit der Studie vor allem zwei Bereiche analysieren. Zum einen sollen die Effekte untersucht werden, die sich durch mögliche Anpassungen der Wertansätze von Positionen auf der Aktiv- und Passivseite der Bilanzen ergeben. Zum anderen sollen unterschiedliche Alternativen untersucht werden, auf welche Weise innerhalb des Solvency-II-Rahmenwerks die erforderliche Kapitalunterlegung festgelegt werden kann (Minimum Capital Requirement und Solvency Capital Requirement).

Mit der QIS 2 verfolgt CEIPOS daher vor allem drei Ziele: Erstens hofft das Komitee, dass die Auswirkungsstudie Aufschluss darüber gibt, wie praktikabel die derzeit verwendeten Berechnungsverfahren sind. Zweitens sollen Informationen im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen gewonnen werden, die unterschiedliche Alternativen zur Bestimmung der Kapitalunterlegung auf die Bilanzen und den Kapitalbedarf der Versicherungsgesellschaften nach sich ziehen. CEIOPS erwartet sich hiervon wertvolle Hinweise für die endgültige Regelung der Mindestkapitalausstattung im Zuge von Solvency II. Drittens sollen quantitative und qualitative Informationen im Hinblick auf die Eignung und Angemessenheit der vorgeschlagenen Ansätze zur Berechnung des Solvenzkapitals gewonnen werden.

Die Europäische Kommission will die Ergebnisse der QIS 2 bereits im Oktober dieses Jahres vorliegen haben. Dieser enge Zeitrahmen ist erforderlich, um die Informationen  bei den Vorbereitungen für die Solvency-II-Direktive angemessen berücksichtigen zu können. CEIOPS bittet daher alle Teilnehmer an der QIS 2, die erforderlichen Daten bis zum 31. Juli 2006 einzureichen.

 



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