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Stehen die Versicherer vor einem Verbriefungsboom?

Redaktion RiskNET [Frank Romeike]07.12.2006, 18:09

Der europäische Verbriefungsmarkt wies in den vergangenen Jahren eine beachtliche Dynamik auf. Mit einem Volumen von über 380 Mrd. € im vergangenen Jahr verzeichnete er seit 2001 ein Wachstum von über 150 Prozent. Nun will auch der Finanzplatz Deutschland stärker am großen Kuchen des Verbriefungsmarktes partizipieren. So öffnet sich nun die Verbriefungsinitiative der deutschen Banken (TSI) auch für Versicherer. Die TSI-Plattform wurde in der Vergangenheit kaum genutzt, da insbesondere die schwache Kreditnachfrage – und damit die Unterauslastung des Risikokapitals der Banken – die Nutzung alternativer Refinanzierungsquellen obsolet erscheinen ließ.

Naturkatastrophen waren die Auslöser

Im Bereich der Rückversicherung haben vor allem Cat-Bonds in den vergangenen Jahren Aufwind erhalten. Die Naturkatastrophen etwa im Jahr 2005 hatten sehr hohe Schäden verursacht und die Versicherer vor neue Herausforderungen gestellt. Die Lösung lautet Alternative Risk Transfer, was bedeutet, dass die Versicherer vermehrt Risiken an die Finanzmärkte verkaufen, beispielsweise in Form von Cat-Bonds. So führte etwa der Hurrikan Andrew und das Northridge-Erdbeben Anfang der neunziger Jahre dazu, dass Rückversicherungsdeckung für Katastrophensachschäden knapp und teuer wurde. Als Reaktion darauf entwickelten verschiedene (Rück-)Versicherer Finanzinstrumente, die Versicherungsrisiken auf die Kapitalmärkte übertragen.
Aufgrund des immensen Volumens der globalen Kapitalmärkte bieten diese Instrumente die Möglichkeit, selbst grösste Risiken abzusichern bzw. zu transferieren.

Marktvolumen für 2006 liegt bei 30 Mrd. €

In der Vergangenheit wurden derartige Risiken in der Regel über Special Purpuse Vehicles (SPV), d.h. Zweckgesellschaften, gebündelt und am Kapitalmarkt platziert. So denkt TSI beispielsweise darüber nach, Epidemie- oder Naturkatastrophenrisiken zu verbriefen. Ursprünglich ist True Sale International als Plattform für Kredit-Verbriefungen in Deutschland gegründet worden. Sie ist aus der True Sale Initiative hervorgegangen, bei der sich 13 nationale und internationale Banken zusammengeschlossen haben, um gemeinsam die Entwicklung des deutschen Verbriefungsmarktes voranzutreiben. Das Ziel: die Etablierung von „Asset Backed Securities made in Germany". TSI schätzt das europäische Marktvolumen für das Jahr 2006 auf 30 Mrd. €. Insbesondere die neuen Eigenmittelvorschriften Solvency II werden dazu führen, dass Versicherer durch die Verbriefung von Risiken ihr Risikokapital schonen wollen. Einige Marktteilnehmer sprechen gar von einem Verbriefungsboom für Versicherer.


Abbildung: Risikotransfer- und Finanzierungsspektrum (Quelle: Munich Re)




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