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Das Risikoniveau bleibt auch im Jahr 2006 hoch

Redaktion RiskNET26.01.2006, 15:06

Die von Aon jüngst veröffentlichte Political & Economic Risk Map 2006 zeigt, dass auch im Jahr 2006 das Risikoniveau hoch bleiben wird. Mit dieser Karte werden die politischen und wirtschaftlichen Risiken weltweit katalogisiert. Zum 12. Mal hat Aon, einer der weltweit führenden Versicherungs- und Rückversicherungsmakler, die "Political & Economic Risk Map" veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Ausgabe sind dabei erstaunlich: Denn obwohl sich weitaus mehr Länder aufgrund ihrer geringen politischen Risiken verbessern konnten, bleibt das Risikoniveau insgesamt hoch.

Beim Blick auf die diesjährige Political & Economic Risk Map könnte man den Eindruck gewinnen, die Welt würde 2006 sicherer sein. Leider wäre das nur eine allzu starke Vereinfachung der Tatsachen. Denn nur 74 der 204 auf der Karte verzeichneten Gebiete (72 im Jahr 2005) werden mit einem niedrigen oder mittel bis niedrigen Risiko eingestuft. Entsprechend gelten viele der aufgewerteten Gebiete immer noch als potenziell sehr gefährlich für Geschäfte. Einige Länder – Brasilien, Kolumbien und Indonesien – sind zwar für den Welthandel wichtig, doch ihre Bewertungen können sich als volatil erweisen. Wenn also ein Gebiet in diesem Jahr als weniger riskant eingestuft wurde, so ist das keine Garantie, dass diese Bewertung auch im nächsten Jahr gültig ist. Das Risiko, das zeigt die farbkodierte Karte, ist geografisch sehr konzentriert. Länder mit höherem Risiko (orange und beige) häufen sich in Lateinamerika, Afrika und Asien. Die Länder mit dem niedrigsten Risiko (grün) befinden sich in Nordamerika, Europa und Australasien; hinzu kommt Japan.

Dazu Frederik C. Köncke, Leiter von Aon Crisis Management in Deutschland: "Unsicherheit ist für Investoren und Unternehmen ein wesentlicher Risikofaktor. Mit zunehmender Globalisierung des Handelsverkehrs sollten Unternehmen das politische Klima in fremden Ländern untersuchen und verstehen, um sich selbst und ihre Investitionen vor politischen Unruhen zu schützen." Köncke weiter: "Die Bewertung politischer Risiken ist ein sich ständig verändernder Prozess, der fortwährend von der Unvorhersagbarkeit der Weltereignisse  beeinflusst wird. Außerdem werden politische Risiken zunehmend komplexer und der Versicherungsmarkt muss in dieser Hinsicht seine Produkte immer mehr auf die Bedürfnisse der international tätigen Unternehmen zuschneiden."

Die Einstufungen der Political & Economic Risk Map basieren auf einer Untersuchung, die Aon jährlich unter Londoner Versicherern, die Versicherungsschutz für wirtschaftlich-politische Risiken anbieten, sowie unter Einbeziehung anderer Quellen durchführt. Obwohl das Untersuchungsverfahren seit seiner Einführung Anfang der 90er-Jahre ständig verbessert wurde, ist und bleibt die Bewertung politischer Risiken ein schwieriges Unterfangen mit vielen Variablen. Trotzdem ist die Karte bei Banken, Exporteuren, Großunternehmen und Versicherern stark gefragt. Auch immer mehr Regierungen bedienen sich der Karte – nicht nur um mehr über ihre Handelspartner zu erfahren.

Die Political & Economic Risk Map können Sie hier herunterladen:

 



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