News

Eurokrise, Niedrigzinsphase, Naturkatastrophen

Zeichen für Versicherer stehen auf Sturm

Redaktion RiskNET09.09.2012, 22:02

Die Zeichen für Versicherer stehen auf Sturm: Die Krise in der Eurozone, Unsicherheiten an den Kapitalmärkten und langfristig niedrige Zinsen machen der Branche zu schaffen. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re rechnet im kommenden Jahr daher mit einem schwierigen Geschäft. Zwar haben die Erst- und Rückversicherer eine dicke Kapitaldecke, die sie in eine insgesamt komfortable Lage versetzt. Aber es ist sehr schwierig für sie, das Geld bei den derzeit turbulenten Kapitalmärkten auch gewinnbringend anzulegen. Entsprechend mager sind die Einnahmen aus Kapitalanlagen. Die historisch niedrigen Zinsen belasten laut Munich Re das Geschäftsmodell vor allem bei Vorsorgeprodukten und lang laufenden Haftpflichtdeckungen.

Auch auf einen warmen Regen durch höhere Preise können die Rückversicherer nicht hoffen. In der laufenden Preisrunde für Januar werden die Preise wohl weitgehend stabil bleiben, prognostiziert Munich Re.

An diesem Wochenende ist der Startschuss für die Preisverhandlungen der Rückversicherer in Monte Carlo gefallen. Vom 8. bis 13. September treffen sich wie in jedem Frühherbst Munich Re & Co mit Erstversicherern, Maklern und Investoren. Schon jetzt ist klar, dass es für die Rückversicherer nicht einfach sein wird, die für sie entscheidenden Prämienaufschläge durchzusetzen. Zum einen ist die Konkurrenz groß in der Branche, zum anderen gab es in diesem Jahr vergleichsweise wenige Großschäden. Für die Konzerne ist es zwar gut, wenn sie nicht für allzu hohe Schäden aus Naturkatastrophen aufkommen müssen. Allerdings können sie bei einer allzu entspannten Schadenssituation die Preise auch nicht nach oben schrauben. Zudem sind nach einer Prognose von Standard & Poor's in absehbarer Zeit keine Schadensereignisse absehbar, die es den Rückversicherern erlauben, Preisdruck aufzubauen.

 

[Bildquelle: © Zacarias da Mata - Fotolia.com]



Kommentare zu diesem Beitrag

RiskNET Redaktion/10.09.2012 15:47
+++ Swiss Re rechnet mit moderatem Preisanstieg +++

Die Geschäfte der Versicherer werden zunehmend schwieriger. Auch dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re machen die langfristig niedrigen Zinsen sowie die höheren Kapitalanforderungen zu schaffen. Anders als Konkurrent Munich Re, der mit stabilen Preisen rechnet, erwartet der Schweizer Rückversicherer moderat steigende Versicherungspreise, wie der Konzern anlässlich des jährlichen Branchentreffens mitteilte.

An diesem Wochenende ist der Startschuss für die Preisverhandlungen der Rückversicherer in Monte Carlo gefallen. Noch bis zum 13. September treffen sich wie in jedem Frühherbst Munich Re & Co mit Erstversicherern, Maklern und Investoren. Schon jetzt ist klar, dass es für die Rückversicherer nicht einfach sein wird, die für sie entscheidenden Prämienaufschläge durchzusetzen. Zum einen ist die Konkurrenz groß in der Branche, zum anderen gab es in diesem Jahr vergleichsweise wenige Großschäden. Für die Konzerne ist es zwar gut, wenn sie nicht für allzu hohe Schäden aus Naturkatastrophen aufkommen müssen. Allerdings können sie bei einer allzu entspannten Schadenssituation die Preise auch nicht nach oben schrauben. Zudem sind nach einer Prognose von Standard & Poor's in absehbarer Zeit keine Schadensereignisse absehbar, die es den Rückversicherern erlauben, Preisdruck aufzubauen.

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Von der Störung zur unternehmensweiten Resilienz

Führungskräfte und die mangelnde Awareness

Uwe Rühl23.06.2017, 17:00

Jüngst wütete der Trojaner "WannaCry" in der digitalen Welt. Die Folge waren unzählige infizierte Rechner weltweit, nicht mehr funktionierende Infrastrukturen von Krankenhäusern und der...

Kolumne

Schwerwiegende Schwachpunkte im Risikomanagement

Persönliches Risikomanagement für Risikomanager

Werner Gleißner | Frank Romeike | Marco Wolfrum14.06.2017, 08:00

Kein Unternehmen hat ein "perfektes" Risikomanagement; Verbesserungspotenziale können regelmäßig aufgezeigt werden. Praktische Erfahrungen und empirische Studien zeigen allerdings, dass...

Interview

Interview mit Benedikt Doll, Biathlet

Akribische Vorbereitung und kein Zufall

Redaktion RiskNET09.06.2017, 07:30

Sport und Business haben viel gemein. Nicht nur im Sponsoring, der Werbung oder bei Fernsehverträgen. Auch in den jeweiligen Disziplinen liegt eine gewisse Nähe, in der akribischen Vorbereitung, hier...

Interview

Widerstandsfähigkeit von globalen Lieferketten

Resilienz der Supply Chain messen

Redaktion RiskNET02.06.2017, 18:18

Der FM Global Resilience Index ist ein datenbasiertes Tool, das die Resilienz von Unternehmen in 130 Ländern und Gebieten weltweit in einem Ranking vergleicht. Dazu werden zwölf Treiber, die sich auf...

Wissenschaft

Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften

Wie entscheiden wir unter Risiko?

Alexander Niklas Häusler | Bernd Weber01.06.2017, 10:00

Um Erkenntnisse aus der Neuroökonomie für andere Fachdisziplinen oder Anwendungen im Bereich der finanziellen Entscheidungen [eine kurze Übersicht finden Sie hier: Häusler/Weber 2015] interpretieren...