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Risikoanalyse Russland

Warnung vor Zusammenbruch der russischen Wirtschaft

Redaktion RiskNET05.01.2015, 08:37

Der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat vor einem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft gewarnt. Die Devisenreserven des Landes reichten gerade noch, um den Schuldendienst für zwei Jahre zu leisten. Von Exportüberschüssen könne wegen des sinkenden Ölpreises nicht mehr die Rede sein, schreibt Sinn in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche.

Um nicht neue Schulden aufbauen zu müssen, sei Russland nun "zu einer dramatischen Verringerung der Importe gezwungen. Das setzt die russische Bevölkerung einem hohen Leidensdruck aus." Dadurch drohe "eine gefährliche Destabilisierung der russischen Gesellschaft. Auch ein völliger Kollaps der Wirtschaft ist mittlerweile nicht mehr auszuschließen." Dieser hätte nicht nur negative Folgen für die Banken Frankreichs und Österreichs, er würde auch die deutsche Industrie empfindlich treffen, schreibt Sinn. Daher stellt Sinn die Frage in den Raum , ob die Politiker eigenlich wissen, was sie tun, wenn weiter an der Sanktionsschraube gedreht wird.

Russland leitet bereits stark unter den Sanktionen des Westens sowie dem niedrigen Ölpreis und dem Verfall des Rubel. Im November ist die russische Wirtschaft nach Regierungsangaben erstmals seit fünf Jahren geschrumpft.

Hans-Werner Sinn (* 7. März 1948 in Brake, Westfalen) ist ein deutscher Ökonom, Hochschullehrer und Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. "So sehr Russland unter den fallenden Ölpreisen leidet, so sehr profitieren die Verbraucher in Westeuropa davon", so Hans-Werner Sinn (Foto rechts) weiter. Der hierdurch entstehende Realeinkommensgewinn ist eines des besten Konjunkturprogramme, die man sich vorstellen kann, schreibt der Präsident des ifo-Instituts und Oridinarius an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

In diesem Kontext stellt Sinn auch die Frage, weshalb die Europäische Zentralbank glaubt, dass die daraufhin sinkende Inflationsrate ein Problem sei, das im Rahmen eines "Quantitative Easing" mit Käufen von Staatsanleihen gelöst werden müsse. "Wer bankrotte Staaten retten will, soll es offen und ehrlich sagen, statt unter Hinweis auf angebliche Deflationsgefahren und mittels einer scholastischen Umdeutung des Gebots der Preisstabilität in ein Inflationsziel von zwei Prozent geldpolitische Zielsetzungen vorschieben", ergänzt Sinn.

[ Bildquelle: © Ezio Gutzemberg - Fotolia.com ]


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