News

Rohstoffpreisindex im Sinkflug

Upside-Risiko bei Rohstoffpreisen

Redaktion RiskNET02.12.2015, 22:54

Die Rohstoffeinfuhrpreise der Industrieländer sind im November auf den tiefsten Stand seit mehr als sechseinhalb Jahren gesunken. Nach Mitteilung des HWWI sank er gegenüber dem Vormonat um 6,4 Prozent. In Euro gerechnet war der Rückgang wegen dessen Wechselkursrückgangs mit 2,1 Prozent wesentlich schwächer. Der HWWI-Rohstoffpreisindex misst die preislichen Veränderungen in der Rohstoffimportrechnung der Industrieländer.

Der Rohstoffpreisindex ging um 6,9 (Euro: 2,6) Prozent zurück und der Index der Industrierohstoffe um 6,0 (1,7) Prozent. Nahrungs- und Genussmittel verbilligten sich in Dollar gerechnet um 2,1 Prozent, während der Wechselkursrückgang des Euro einen Preisanstieg um 2,5 Prozent bewirkte.

Die Erzeugerpreise im Euroraum sinken seit Juli ohne Unterbrechung. Im Oktober lagen sie nach Angaben von Eurostat um 3,1 (Vormonat: 3,2) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Verbraucherpreise stiegen im November lediglich mit einer Jahresrate von 0,1 (0,1) Prozent. Beobachter rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik am Donnerstag wegen des anhaltend niedrigen Inflationsdrucks weiter lockern wird. Sie strebt knapp 2 Prozent Inflation an.

Kritiker dieser Politik, wie die Deutsche Bundesbank, weisen aber darauf hin, dass der Teuerungsdruck gegenwärtig vor allem wegen des sinkenden Ölpreises so niedrig sei.

Der Preis der weltweit wichtigsten Leichtölsorte Brent sank im November laut HWWI 6,8 Prozent auf 46,04 Dollar, und der WTI-Preis gab um 7,1 Prozent auf 43,01 Dollar nach. Der Preis von Öl aus dem nahen Osten gab sogar um 8,4 Prozent auf 42,16 Dollar nach. Nach den Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) übersteigt seit dem ersten Quartal 2014 die global produzierte Menge an Rohöl den weltweiten Konsum. Laut HWWI deutet im Vorfeld der Opec-Sitzung am 4. Dezember wenig auf eine Änderung dieses Marktzustands hin.

[ Bildquelle: © TTstudio - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Das unterschätzte Katastrophenszenario

Europaweiter "Blackout"

Herbert Saurugg06.12.2017, 17:56

In den letzten Monaten häufen sich die Berichte über einen mögliches Strom- und Infrastrukturausfall beziehungsweise über die Vorbereitungsmaßnahmen verschiedener Organisationen und Kreise. Der...

Studie

Enterprise Risk Management

Risikomanagement im Spiegel deutscher Fachbücher

Jan Braunschmidt | Christina Trageser | Leonhard Knoll17.11.2017, 10:10

Risikomanagement hat als Subdisziplin im Grenzbereich zwischen Betriebswirtschaftslehre und angewandter Mathematik/Statistik seit der Jahrhundertwende eine immer größere Bedeutung erlangt. Dies gilt...

News

RiskNET Summit 2017: Nachlese, 2. Tag

Kultur, Methoden, Chancenmanagement

Redaktion RiskNET27.10.2017, 23:32

"Wo Kriegsgewinnler Hummer essen." So titelt es aktuell Spiegel Online und nennt den Ort "Warlord City in Somalia". Dort, wo im Country Club der somalischen Hauptstadt Mogadischu...

News

RiskNET Summit 2017: Nachlese, 1. Tag

Vom gelebten Risikomanagement …

Redaktion RiskNET25.10.2017, 06:30

"Es könnte alles so einfach sein …" sang die Gruppe "Die Fantastischen Vier" schon vor Jahren. Und die Jungs folgern in ihrem Song: "Ist es aber nicht". Das Lied verrät...

Kolumne

Methoden im Risikomanagement

Komplex oder kompliziert – das ist die Frage

Frank Romeike | Herbert Saurugg06.10.2017, 11:02

Nachdem wir immer wieder auf die fälschliche Verwendung des Begriffs "Komplexität" stoßen, möchten wir mit diesem Beitrag eine einfach verständliche Erklärung liefern, was unter Komplexität...