News

Weltwährungssystem weist erheblichen Reformbedarf auf

Unsicherheit als die größte Hürde der Währungssysteme

Redaktion RiskNET02.07.2012, 06:30

Zusammen mit dem World Economic Forum wurden im aktuellen Deloitte-Report "Euro, Dollar, Yuan Uncertainties – Scenarios on the Future of the International Monetary System" Szenarien für die Weltwährungssysteme erarbeitet: Der Euro ist in Schwierigkeiten – könnte aber wie auch US-Dollar und Yuan zum tragenden Element eines neuen, multipolaren Weltwährungssystems werden. Voraussetzung ist eine fiskalische und politische Integration der EU. Aber auch das Gegenteil wäre möglich: Europa kehrt zu nationalen Währungen zurück und ein neues Weltwährungssystem konstituiert sich aus Dollar und Yuan. Ein drittes Szenario rückt vor allem China in den Fokus und definiert den Yuan als neue Leitwährung, während der Euro zur Weltwährung Nr. 2 wird. Welches der Szenarien innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte Realität werden könnte, hängt von vielen Faktoren ab – zur Hauptsache aber von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Euro-Zone, den USA und China.

Die tiefsitzende Unsicherheit ist eines der größten Probleme von Weltwirtschaft und -währungssystem. Die Euro-Zone steht vor enormen Herausforderungen, die USA kämpfen mit Defizit und Arbeitslosigkeit und auch das chinesische Wachstum kühlt deutlich ab. Alle drei potenziellen Leitwährungen eines multipolaren Systems stehen unter Druck. Nicht zuletzt auch aus innenpolitischen Motiven der einzelnen Player ist immer wieder mit Irritationen und Verzögerungseffekten zu rechnen.

Die wesentlichen Punkte der Studie:

  • Euro-Raum - Integration vorantreiben: Aufgrund der Inhomogenität des EU-Euro-Raums und den Ungleichgewichten zwischen Kern und Peripherie ist der Markt für Staatsanleihen und damit die Liquidität innerhalb der Zone entsprechend fragmentiert. Soll der Euro zur Leitwährung im multipolaren System zu werden, müssen diese Defizite behoben werden.
  • Drei Szenarien für 2030: Der Deloitte-Report zeigt drei Entwicklungsvarianten bis 2030 auf.
  • Weiterentwickeln für Stabilität und Wachstum: Das Weltwährungssystem muss sich weiterentwickeln, wenn es die Stabilität gewährleisten soll, die für einen funktionierenden Welthandel und nachhaltiges Wachstum erforderlich ist.

 

Der komplette Report "Euro, Dollar, Yuan Uncertainties – Scenarios on the Future of the International Monetary System" steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

[Bildquelle: iStockPhoto]



Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Interview

Garantenpflicht

Haftung eines Risikomanagers

Redaktion RiskNET16.07.2018, 19:30

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seinem Urteil vom 17.07.2009 (Az 5 StR 394/08) einen Leiter einer Rechtsabteilung und Revision wegen Beihilfe zum Betrug durch Unterlassen zu einer Geldstrafe von...

Studie

Qualitative Evaluationsstudie

Risikomodellierung, Predictive Analytics und Big Data

Frank Romeike | Stefan Trummer19.06.2018, 08:07

Das Banken- und Versicherungsumfeld ist seit vielen Jahren im Umbruch. Dazu haben in nicht unerheblichem Maße die Aufsichtsbehörden und Standardsetter beigetragen. Wurden bis Mitte der 2000er...

Interview

Mundus vult decipi

Was tun mit Fake News?

Redaktion RiskNET06.06.2018, 14:24

Wahrheit oder Lüge? Wer kann das in unseren digitalen Zeiten noch beantworten? Umso wichtiger sind klare Parameter und ein methodisch sauberes Vorgehen, um Fake News zu enttarnen. Dafür plädiert...

Kolumne

Machine Learning-basierte Klassifikation von Marktphasen

Krisen frühzeitig identifizieren

Dimitrios Geromichalos [RiskDataScience]23.05.2018, 12:30

Wie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet werden konnte, verhalten sich Märkte oftmals irrational und zeichnen sich – neben dem "Normal-Zustand" – durch Phasen im Krisen- und...

Kolumne

Geopolitik und Ökonomie

Über den Einfluss politischer Krisen

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.16.05.2018, 11:45

Mehr als sonst ist in den Börsenkommentaren in diesem Jahr nicht nur von ökonomischen Faktoren die Rede. Immer mehr Raum wird den politischen Krisenherden in der Welt eingeräumt. Da geht es um Iran...