News

ifo-Geschäftsklimaindex

Ukraine- und Irak-Krise trüben Stimmung der Wirtschaft

Redaktion RiskNET24.06.2014, 12:17

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im Juni spürbar eingetrübt. Als Risikofaktoren identifizierte das Münchner ifo-Institut die Krisen in der Ukraine und im Irak. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 109,7 von 110,4 Punkten im Vormonat, wie das Institut nach seiner monatlichen Umfrage unter rund 7.000 Managern mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2013. Zuvor befragte Volkswirte hatten einen leichten Rückgang auf 110,2 Punkte erwartet. 

"Die deutsche Wirtschaft befürchtet mögliche Auswirkungen der Krisen in der Ukraine und im Irak", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer und gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der nächsten sechs Monate. 

Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der befragten Unternehmen stagnierte bei 114,8 Punkten. Die Prognose der Ökonomen hatte auf einen Stand von 114,9 gelautet. Der Index für die Geschäftserwartungen fiel auf 104,8 von 106,2 Zähler im Vormonat, während die befragten Volkswirte einen Rückgang auf 105,8 Punkte erwartet hatten. 

Im verarbeitenden Gewerbe hat das Geschäftsklima deutlich nachgegeben. Die Industrieunternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage weniger gut als im Mai. Die Erwartungen fielen sogar auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem halben Jahr. Die Exportaussichten der Unternehmen trübten sich zwar deutlich ein, doch blieben sie mehrheitlich optimistisch. 

Im Großhandel hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Beurteilung der aktuellen Lage fiel deutlich günstiger aus, nach einem starken Rückgang im Mai. Jedoch blicken die Großhändler nicht mehr ganz so optimistisch in die Zukunft. Im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima merklich aufgehellt. Die Beurteilung der aktuellen Lage stieg auf den höchsten Wert seit mehr als zwei Jahren. Auch der Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf hat sich verbessert. 

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex nach vier Rückgängen in Folge wieder leicht gestiegen. Die Beurteilung der aktuellen Lage ist nahezu unverändert auf hohem Niveau geblieben. Zudem blicken die Baufirmen wieder etwas optimistischer auf den weiteren Geschäftsverlauf.

[Bildquelle: © markrubens - Fotolia.com]



Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Methoden im Risikomanagement

Komplex oder kompliziert – das ist die Frage

Frank Romeike | Herbert Saurugg06.10.2017, 11:02

Nachdem wir immer wieder auf die fälschliche Verwendung des Begriffs "Komplexität" stoßen, möchten wir mit diesem Beitrag eine einfach verständliche Erklärung liefern, was unter Komplexität...

Interview

Quo vadis Big Data?

Big Data und die Welt der Algorithmen und Analysen

Redaktion RiskNET22.09.2017, 12:52

Big Data ist en vogue. Vor allem die Wirtschaft trommelt seit Jahren für einen stärkeren Einsatz neuer Analysemethoden. Der Glaube: alles zu jeder Zeit im Blick haben und vorausschauend bestimmen zu...

Interview

Länderrisiken und geopolitische Risiken

Nicht Vollkasko, sondern steuerndes Risikomanagement

Redaktion RiskNET13.07.2017, 08:45

Länderrisiken und geopolitische Risiken sind in der Finanz- und Versicherungsbranche mittlerweile ein wichtiger Bestandteil von Analysen. Wie generiert, verarbeitet und analysiert Coface diese Daten?...

Interview

Risikoanalyse

Im Schatten der Risiken gibt es auch Chancen

Redaktion RiskNET05.07.2017, 07:52

Politische und gesellschaftliche Risiken, wirtschaftliche Zerwürfnisse oder die zunehmende Digitalisierung mit immer mehr Daten, die es zu analysieren gilt. Der Rucksack für die Versicherungsbranche...

Interview

Widerstandsfähigkeit von globalen Lieferketten

Resilienz der Supply Chain messen

Redaktion RiskNET02.06.2017, 18:18

Der FM Global Resilience Index ist ein datenbasiertes Tool, das die Resilienz von Unternehmen in 130 Ländern und Gebieten weltweit in einem Ranking vergleicht. Dazu werden zwölf Treiber, die sich auf...