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Fed macht Ernst mit strengeren Regeln für Wall-Street-Banken

Systemrelevante Geldhäuser kommen an die kurze Leine

Michael R. Crittenden, Frank Romeike03.07.2013, 06:45

Die US-Zentralbank, die Federal Reserve oder kurz Fed, macht Ernst mit strengeren Regeln für die Branchenriesen auf dem Bankenmarkt. Bei ihrem Treffen am Nachmittag haben die Fed-Gouverneure beschlossen, in den nächsten Monaten die systemrelevanten Geldhäuser an die kurze Leine zu legen. Betroffen ist das Who-Is-Who der US-Banken, also JP Morgan, Citigroup, die Bank of America, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Wells Fargo, State Street und die Bank of New York Mellon. Die Fed schreitet mit ihrem Beschluss voran, die international verabredeten Basel-III-Regeln umzusetzen.

Für das Treffen nahmen die Fed-Gouverneure einen Text aus dem vergangenen Jahr als Diskussionsgrundlage. Darin wird streng unterschieden zwischen den großen Geldhäusern, die bei Schwierigkeiten das ganze System ins Wanken bringen können, und den leichteren Gewichtsklassen.

Letzteren will die Fed etwas entgegenkommen und ihnen zum Beispiel mehr Zeit geben, höhere Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Dafür soll gegen die großen Acht ein harter Kurs gefahren werden. Der für die Bankenregulierung zuständige Gouverneur Daniel Tarullo kündigte vier Vorschriften an, die das Kreditsystem sicherer machen sollen und die auf die Wall-Street-Institute zukommen.

Darunter sind eine niedrigere Verschuldungsquote (Leverage Ratio) und ein bestimmter Wert an hochliquiden Wertpapieren sowie langfristigen Bonds, die notfalls in Eigenkapital umgewandelt werden können. Außerdem ist ein genereller Zuschlag beim Mindesteigenkapital exklusiv für sie geplant. Firmen, die sich stark kurzfristig refinanzieren, sollen eine gesonderte Abgabe zahlen.

Die Einigung auf diese Regeln soll sicherstellen, dass die Anstrengungen für höhere Kapitalanforderungen nicht verwässert werden, da die Erinnerung an die Krise verblasst", sagte Tarullo laut vorab verbreiteter Rede bei der Sitzung am Nachmittag.

Der Fed-Vorschlag lautet, dass alle Banken für 4,5 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva Aktienkapital vorhalten müssen, sowie eine Quote des Tier1-Kapitals von 6 Prozent. Tier1 umfasst neben dem Aktienkapital auch Gewinnrücklagen. Die breiteste Eigenkapitalquote, zu der unter anderem auch Hybrid-Kapital zählt, muss mindestens 8 Prozent der risikogewichteten Aktiva abdecken. Die systemwichtigen Häuser müssen dazu die geplanten Extra-Sicherheiten aufbringen.

Neben der Fed müssen auch noch die US-Einlagensicherung und das als Bankenaufsicht fungierende Office of the Comptroller of the Currency (OCC) den neuen Regeln zustimmen. Auch sie bekennen sich dazu, die Großbanken strenger an die Kandare zu nehmen.

 

[Bildquelle: © bradcalkins - Fotolia.com]



Kommentare zu diesem Beitrag

RiskNET Redaktion/03.07.2013 06:54
+++ S&P senkt Ratings für Barclays, Credit Suisse und Deutsche Bank +++

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihre langfristigen Bonitätsnoten für Barclays Bank, Credit Suisse und Deutsche Bank um eine Stufe gesenkt. Die Risiken für Europas Großbanken seien gestiegen, Regulierer und unsichere Marktbedingungen machten das Agieren in der Branche schwierig, begründete die Ratingagentur den Schritt. S&P senkte das Rating für Barclays, Credit Suisse und Deutsche Bank auf "A", immer noch die fünfte Stufe im Investment-Grade-Bereich, von "A+". Zugleich bekräftigten die Analysten ihr "A"-Rating für die UBS. Der Ausblick für alle vier Banken ist stabil.

Auch die Gläubiger der Institute stünden vor erhöhten Risiken angesichts der strengeren Regulierung der Branche, fragilen globalen Märkten, stagnierenden europäischen Volkswirtschaften und dem steigenden Risiko von Rechtsstreitigkeiten infolge der Finanzkrise.

Eine große Zahl der weltweiten regulatorischen Initiativen erforderten immer häufiger Kapitalmarktgeschäfte. S&P rechnet deshalb mit wenigeren oder weniger attraktiven Geschäftsmöglichkeiten für regulierte und systemrelevante Banken wie Barclays, Credit Suisse, Deutsche Bank und UBS. Diese vier Institute seien in Europa am stärksten den regulatorischen Maßnahmen ausgesetzt, die weltweit auf kapitalmarktbezogene Geschäfte angewandt werden - seien es die Vorschläge der US-Notenbank Federal Reserve für die Organisation ausländischer Banken, die Beschränkungen des Eigenhandels durch die Volcker-Regel in den USA oder die Vorschläge in Europa zur Trennung von Geschäfts- und Investmentbanking sowie die EU-Vorgaben für Boni und die Finanztransaktionssteuer in elf Mitgliedstaaten.

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