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Terror und Cyberangriffe

Steigendes Risikobewusstsein in Unternehmen

Redaktion RiskNET07.09.2016, 13:45

"Deutschland, Angstland" titelt "Spiegel Online" heute. Der Hintergrund für diese Aussage ist eine neue Studie des Allensbach-Instituts, die jüngst der SPD vorgestellt wurde. Demnach seien die Deutschen wirtschaftlich zufrieden und gleichzeitig treibe sie die Sorge. "Ein erstaunliches Paradoxon" schreibt "Spiegel Online" und schließt die Frage an: "Warum sind die Deutschen so pessimistisch, obwohl es ihnen gut geht?"

Die Antwort lautet unter anderem: Angst vor Terror und Krisen sowie die Entwicklung der inneren Sicherheit. Diese Angst bestätigt auch der "Allianz Risk Barometer" mit den "10 größten Geschäftsrisiken 2016". Unter den Top 10 finden sich auf Platz drei "Cybervorfälle" mit 28 Prozent sowie "Politische Risiken" (Platz neuen), wozu unter anderem Krieg und Terror zählen, mit 11 Prozent der Nennungen. So heißt es im Allianz-Barometer: "Die Unternehmen machen sich mehr Sorgen um Cybervorfälle, das wichtigste langfristige Risiko, durch das sich zudem das Risiko von Betriebsunterbrechungen am stärksten erhöht." Und der Bericht folgert: "Unternehmen und Versicherer müssen sich auf die neue Gefahrenlage einstellen und ihre Risikomanagementstrategien überdenken." Auch vor dem Hintergrund immenser Kosten durch Cybervorfälle. Beispielsweise geht der Digitalverband Bitkom davon aus, dass alleine in Deutschland ein jährlicher Schaden durch digitale Angriffe von rund 51 Milliarden Euro entsteht. Das ist eine Hausnummer, sprich ein immenser wirtschaftlicher Schaden. Und diese Risiken gilt es für Entscheider zu minimieren.

Die Gefahr ist nah

In diesem Kontext steht der aktuelle Marktreport des Versicherungsmaklers Aon Risk Solutions, wonach "das Risikobewusstsein für Terror- und Cyber-Gefahren (…) bei deutschen Unternehmensmanagern stark gestiegen" sei. Vor allem Anschläge in Brüssel, Nizza und Bayern hätten gezeigt, dass die Terrorgefahr nah sei – ebenso nah wie die Bedrohung durch Cyberrisiken. "Die Wahrnehmung von Terrorgefahren hat sich in den Unternehmen deutlich verändert. In früheren Jahren war die Meinung weit verbreitet, dass Terrorismus aus Versicherungssicht ein zu vernachlässigendes Risiko darstellt", erklärt Hartmuth Kremer-Jensen, Mitglied der Geschäftsführung des Versicherungsmaklers in Deutschland. Mittlerweile gäbe es einen Konsens darüber, dass ein Terroranschlag jedes Unternehmen treffen könne.

Anstieg bei Cyberversicherungen

Nach Ansicht des Unternehmens Aon hätten Terror- und Cyberrisiken in kürzester Zeit das Bewusstsein der deutschen Unternehmensmanager verändert. Diese Erkenntnis zeige sich auch in den Abschlusszahlen beider Versicherungssparten. So sei bei Cyberversicherungen ein enormer Anstieg festzustellen. Bereits Anfang des Jahres schrieb der Erst- und Rückversicherer Munich Re im Rahmen einer Umfrage davon, dass rund ein Drittel der asiatischen Versicherungsunternehmen "mit einem Wachstum des Marktes für Cyberversicherungen um 50 % in den kommenden drei Jahren" rechne. Munich Re: "Die Gründe hierfür sind klar: Das hohe Entwicklungstempo von Zukunftstechnologien, die steigende Automatisierung von Prozessen in Technik und Produktion sowie Trends wie das Internet der Dinge oder autonomes Fahren. Diese Entwicklungen gehören zusammen mit den sich verschärfenden rechtlichen Rahmenbedingungen zu den wichtigsten Treibern für das sprunghafte Wachstum bei komplexen Cyberexponierungen."

[ Bildquelle: © the_lightwriter - Fotolia.com ]


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