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Positive Perspektiven der Industrieländer für 2014

Risikoanalyse des Internationalen Währungsfonds für 2014

Redaktion RiskNET22.01.2014, 08:47

Der internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose zum weltweiten Wirtschaftswachstum in diesem Jahr wegen der erwarteten konjunkturellen Belebung in den Industrieländern leicht angehoben. Für 2015 hält der Fonds in einem Update seines Weltwirtschaftsausblicks an den im Oktober prognostizierten globalen Wachstumsraten fest. Bei den Industriestaaten gibt er sich aber etwas pessimistischer als zuvor. Dabei wird vor allem die Entwicklung in den USA weniger zuversichtlich beurteilt. Außerdem warnte der IWF erneut vor den Risiken der sehr geringen Inflation in den Industrieländern und mahnte eine anhaltend lockere Geldpolitik an.

Für 2014 prognostiziert der Fonds nun ein globales Wachstum von 3,7 Prozent im Vergleich zu 3,6 Prozent im Oktober. Für 2015 wird weiterhin ein Plus von 3,9 Prozent erwartet. Im vergangenen Jahr ist weltweit nach Schätzung des IWF ein Wachstum von 3,0 Prozent erzielt worden.

Für die Industrieländer wird eine Expansion von 2,2 Prozent im laufenden und 2,3 Prozent im kommenden Jahr erwartet. Damit hat der IWF seine Prognose für 2014 um 0,2 Prozentpunkte erhöht, während er sie für 2015 in gleicher Höhe gesenkt hat.

In den USA dürfte sich das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr nach der neuen Prognose des IWF auf 2,8 Prozent beschleunigen von 1,9 Prozent im vergangenen Jahr, weil die Inlandsnachfrage im Zuge der Einigung über den US-Haushalt zulegen dürfte. Im Oktober war der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA nur auf 2,6 Prozent veranschlagt worden.

Die Entwicklung in den USA im kommenden Jahr beurteilt der Fonds aber zurückhaltender als noch im Oktober, da nun doch Ausgabenbegrenzungen im Budget beibehalten werden dürften. Für 2015 erwartet der IWF daher nur noch ein US-Wachstum von 3,0 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als im Oktober.

Die Eurozone hat nach Ansicht des IWF den Umschwung von der Rezession zur Erholung geschafft, doch bleibt die Entwicklung ungleichmäßig. In den Krisenländern wird die Erholung zumeist etwas schwächer ausfallen, auch wenn sich die Aussichten in einigen Problemländern - unter anderem in Spanien - deutlich verbessert haben.

Das Wirtschaftswachstum im gemeinsamen Währungsraum dürfte sich 2014 auf 1,0 Prozent und im kommenden Jahr weiter auf 1,4 Prozent beschleunigen, heißt es in dem Update. Damit wurden die Prognosen um jeweils 0,1 Prozentpunkt angehoben. Für das vergangene Jahr geht der IWF von einem 0,4-prozentigen Rückgang der Wirtschaftsleistung aus.

Für Deutschland wird nun ein beschleunigtes Wirtschaftsaufschwung von 1,6 (Oktober-Schätzung 1,4) Prozent erwartet. Die Wachstumsprognose für 2015 wurde ebenfalls angehoben: von 1,3 auf 1,4 Prozent.

Die Projektionen für Frankreich hat der IWF mit 0,9 bzw 1,5 Prozent bestätigt. Die Entwicklung in Spanien beurteilt der IWF sehr viel optimistischer als im Oktober. Nun wird 2014 ein Wachstum von 0,6 Prozent und 2015 von 0,8 Prozent erwartet. Bislang waren es 0,2 bzw 0,5 Prozent.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer rechnet der Fonds für 2014 weiterhin mit einem Wachstum von 5,1 Prozent, das 2015 auf 5,4 statt 5,3 Prozent anziehen soll.

Der Preisdruck in den Industrieländern wird nach Ansicht des IWF zwar leicht zunehmen, aber mit 1,7 Prozent im laufenden und 1,8 Prozent im kommenden Jahr gering bleiben. Der sehr geringe Preisauftrieb - vor allem im Euroraum - birgt dem Fonds zufolge Risiken für die wirtschaftliche Erholung. So könnte es im Falle von negativen Schocks zu einer Deflation kommen. Die Notenbanken der Industrieländer dürften trotz der besseren konjunkturellen Aussichten keinesfalls zu früh ihre Geldhähne wieder zudrehen, mahnt der IWF.

Die Europäische Zentralbank (EZB) werde sogar über zusätzliche Maßnahmen der geldpolitischen Stimulierung wie einen neuen Langfrist-Tender nachdenken müssen. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte bereits vor einigen Tagen vor der Gefahr einer Deflation gewarnt und an die US-Notenbank und die EZB appelliert, die Geldschleusen offen zu halten.

 

[Bildquelle:© LaCatrina - Fotolia.com]



Kommentare zu diesem Beitrag

RiskNET Redaktion/23.01.2014 16:37
+++ Aufschwung im Euroraum gewinnt zu Jahresbeginn an Fahrt +++

Der wirtschaftliche Aufschwung des Euroraums hat sich zu Jahresbeginn beschleunigt. Dabei erwies sich Deutschland weiter als Wachstumslokomotive, doch auch die Länder der Euroraum-Peripherie legten einen guten Jahresstart hin.

Motor des Wachstums im Euroraum war im Januar erneut die Industrie. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes zog im Januar auf 53,9 Punkte an von 52,7 im Vormonat und erreichte damit den höchsten Stand seit 32 Monaten, wie der Informationsdienstleister Markit Economics im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Volkswirte hatten einen Anstieg auf lediglich 53,0 Zähler prognostiziert.

Im Dienstleistungssektor erhöhte sich die Aktivität nicht ganz so stark. Der Einkäuferindex für den Servicesektor erhöhte sich auf 51,9 Zähler von 51,0 im Vormonat. Ökonomen hatten einen Stand von 51,4 Punkten erwartet.

Der aggregierte Sammelindex, der auf dem Produktionsindex für das verarbeitende Gewerbe und dem Index des Dienstleistungsbereichs basiert, stieg auf 53,2 Zähler von 52,1 im Vormonat und signalisierte damit das stärkste Wachstum der Privatwirtschaft im Euroraum seit Juni 2011. Volkswirte hatten lediglich einen leichten Zuwachs des Index auf 52,5 Punkte erwartet.

In Deutschland verstärkte sich der wirtschaftliche Aufschwung zu Jahresbeginn vornehmlich wegen einer zunehmenden Dynamik in der Industrie deutlich. "Von diesem Anstieg geht ein starkes Aufschwungssignal aus", kommentierte Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Für das erste Quartal prognostiziert er ein Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,3 bis 0,4 Prozent.

In Frankreich schwächte sich der Abwärtstrend ab. Der Sammelindex legte zwar überraschend deutlich zu, blieb aber mit 48,5 Zählern den dritten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. In den übrigen Euroraum-Ländern festigte sich nach Angaben von Markit der Aufschwung.

Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von rund 5.000 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland.

Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson äußerte die Einschätzung, dass der kräftige Anstieg des Sammelindex ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal von 0,4 bis 0,5 Prozent signalisiere. Doch warnte er, dass die Wachstumsbeschleunigung weiter auf wackligen Beinen stehe. "So setzten die Unternehmen den Jobabbau fort, und die Verkaufspreise wurden wegen der nach wie vor schwachen Nachfrage reduziert. In vielen Ländern sind deflationäre Entwicklungen durchaus Anlass zur Besorgnis", sagte Williamson.

Nach den Worten von Krüger spricht so eine Erholung der Wirtschaft gegen eine Deflation und für eine Bodenbildung bei der Inflationsrate.

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