News

Staatsdefizite und -schulden im Euroraum

Risiko Staatsverschuldung

Redaktion RiskNET23.10.2015, 15:24

Die Länder der Eurozone haben im zweiten Quartal weitere Fortschritte bei der Verringerung der Staatsdefizite und der Gesamtverschuldung erreicht. Die addierten Haushaltslücken in den 19 Ländern des Währungsraums sanken auf 2,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vergleich zu 2,1 Prozent im Auftaktquartal und 2,5 Prozent zum Jahresende 2014, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte.

Damit steht die Eurozone besser da als die EU insgesamt, in der die Quote per Ende Juni 2,4 nach 2,5 bzw 2,8 Prozent betrug. Damit setzt sich die langfristige Verbesserung fort, nachdem als Folge der Finanzkrise 2010 Defizitquoten von über 7 Prozent sowohl im Euroraum als auch in der EU verzeichnet wurden.

Auch die Schuldenquote ist im zweiten Quartal zurückgegangen. Sie reduzierte sich in der Eurozone auf 92,2 Prozent von 92,7 Prozent des BIP zu Jahresbeginn. Für die EU ging sie auf 87,8 von 88,1 Prozent zurück.

Allerdings sind die Unterschiede innerhalb Europas weiterhin beträchtlich. Spitzenreiter bei der Staatsverschuldung bleibt Griechenland (167,8 Prozent) gefolgt von Italien (136,0 Prozent) und Portugal (128,7 Prozent). Am besten stehen Estland (9,9 Prozent), Luxemburg (21,9 Prozent) und Bulgarien (28,3 Prozent) da. Deutschland weist einen deutlichen Rückgang auf 72,5 Prozent von 74,3 Prozent aus.

Im Vergleich zum ersten Quartal verzeichneten 18 Mitgliedstaaten eine geringere Verschuldungsquote und zehn eine höhere. Die stärksten Rückgänge gab es in Irland (-2,6 Prozentpunkte), den Niederlanden (-2,2 Prozentpunkte) und Kroatien (-2,0 Prozentpunkte), die höchsten Anstiege in Zypern (+2,9 Prozentpunkte), Finnland (+2,0 Prozentpunkte) und Ungarn (+2,0 Prozentpunkte).

[ Bildquelle: © Trueffelpix - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Interview

Mundus vult decipi

Was tun mit Fake News?

Redaktion RiskNET06.06.2018, 14:24

Wahrheit oder Lüge? Wer kann das in unseren digitalen Zeiten noch beantworten? Umso wichtiger sind klare Parameter und ein methodisch sauberes Vorgehen, um Fake News zu enttarnen. Dafür plädiert...

Kolumne

Machine Learning-basierte Klassifikation von Marktphasen

Krisen frühzeitig identifizieren

Dimitrios Geromichalos [RiskDataScience]23.05.2018, 12:30

Wie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet werden konnte, verhalten sich Märkte oftmals irrational und zeichnen sich – neben dem "Normal-Zustand" – durch Phasen im Krisen- und...

Kolumne

Geopolitik und Ökonomie

Über den Einfluss politischer Krisen

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.16.05.2018, 11:45

Mehr als sonst ist in den Börsenkommentaren in diesem Jahr nicht nur von ökonomischen Faktoren die Rede. Immer mehr Raum wird den politischen Krisenherden in der Welt eingeräumt. Da geht es um Iran...

Kolumne

CFO Survey Frühjahr 2018

Fachkräftemangel und Protektionismus dominieren Risikolandkarte

Redaktion RiskNET11.05.2018, 14:32

Der Deloitte CFO Survey reflektiert die Einschätzungen und Erwartungen von CFOs deutscher Großunternehmen zu makroökonomischen, unternehmensstrategischen und finanzwirtschaftlichen Themen sowie...

Studie

Länderrisken im Überblick

Risikoweltkarte 2018

Redaktion RiskNET03.05.2018, 11:06

Das Feilschen um die von den USA angedrohten Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Europäischen Union sind nur eine Ursache für die zunehmende Volatilität von Länderrisiken. Für Günther Schmid,...