Studie

Branchenkompass Banken

Risiko Regulierung und Niedrigzinsen

Redaktion RiskNET10.12.2014, 08:54

Zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre zählt für Banken das Thema Kosten. Um diese zu senken, plant knapp ein Drittel der Institute Filialen zu schließen. Auch die aktuelle Niedrigzinspolitik trägt zum Kostendruck erheblich bei. Besonders Sparkassen und Genossenschaftsbanken fühlen sich durch sie bedroht. Dies zeigt der aktuelle "Branchenkompass Banken 2014" von Steria Mummert Consulting.   

Regulierung und Niedrigzinsen erhöhen den Kostendruck. Banken müssen in den kommenden Jahren weiter kräftig sparen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und positive Ergebnisse zu erzielen. Für vier von fünf Banken gehören die Kosten zu den größten Herausforderungen, unter den Sparkassen sind es sogar 88 Prozent. Über 90 Prozent der befragten Banken sehen zudem in der Steigerung der Kosteneffizienz einen relevanten Strategieansatz für das eigene Unternehmen.

In den kommenden Jahren könnte es deshalb zu weiteren Filialschließungen kommen, um Kosten zu senken. So wollen 31 Prozent der Institute ihre Filialdichte bis 2017 reduzieren. Vor zwei Jahren waren es noch 23 Prozent. Banken aus Deutschland schließen wahrscheinlicher Filialen (33 Prozent der Befragten dieser Gruppe) als österreichische (20 Prozent). Besonders Sparkassen (49 Prozent) und Genossenschaftsbanken (44 Prozent) verkleinern ihr Filialnetz. In Österreich werden stattdessen häufiger neue Filialen eröffnet (25 Prozent) als in Deutschland (9 Prozent). Österreichische Banken nennen die Kosten am häufigsten als Herausforderung (90 Prozent).

Nach der Regulierung und Bankenaufsicht (94 Prozent), sehen die Institute in den niedrigen Zinsen die zweitgrößte Herausforderung (86 Prozent). Traditionelle Geschäftsmodelle wie die Fristentransformation funktionieren immer weniger, die Zinsüberschüsse gehen zurück, kommentieren die Autoren die aktuellen Entwicklungen. Die Banken können ihre Einlagen nur noch schwer gewinnbringend anlegen. Sichere Staatspapiere werfen keine Zinsen mehr ab. Außerdem droht bei einer möglichen Zinswende ein Wertverlust von Anleihen. Auch die Kreditvergabe bringt angesichts eines harten Wettbewerbs kaum noch etwas ein.

Es gibt aber auch Gewinner: Institute, die vom Immobilienboom profitieren und ihren Zinsüberschuss durch wachsende Kreditvolumen verbessern können. Doch bei einer Zinswende könnte es auch für sie schwierig werden, wenn sie steigende Zinsen an ihre Einlagenkunden weitergeben müssen, während die herausgegebenen Kredite niedrigere Zinsen abwerfen. Insbesondere Sparkassen (97 Prozent) und Genossenschaftsbanken (90 Prozent), die mit hohen Kundeneinlagen arbeiten, sehen sich durch die Niedrigzinspolitik bedroht.

[ Bildquelle: © kantver - Fotolia.com ]


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