News

Transparenzregister

Risiko Geldwäsche und Terror-Finanzierung

Redaktion RiskNET22.02.2017, 16:07

Unter anderem mit einem Transparenzregister will die Bundesregierung den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verstärken. Das Kabinett verabschiedete dazu am Mittwoch einen Gesetzentwurf, der mehrere EU-Vorschriften umsetzen soll.

"Durch die neuen Regelungen stellen wir uns noch besser auf", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. "Wir schaffen ein Transparenzregister, um Missbrauch vorzubeugen, und verschärfen die Bußgeldregeln", erklärte der CDU-Politiker.

Die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (Financial Intelligent Units, FIU) erhält Schäuble zufolge deutlich mehr Personal und ein schärferes Aufgabenprofil. Bislang war sie unter dem Namen "Zentralstelle für Verdachtsmeldungen" beim Bundeskriminalamt im Geschäftsbereich des Innenministeriums angesiedelt. Nun wird sie in die Generalzolldirektion überführt, also in den Geschäftsbereich des Finanzministeriums.

Neue Filterfunktion

Zugleich werden Aufgaben und Kompetenzen der FIU unter Berücksichtigung der Vorgaben der Vierten EU-Geldwäscherichtlinie neu geregelt. Ein Schwerpunkt wird den Angaben zufolge auf der operativen und strategischen Analyse liegen. Zudem soll die FIU erstmals eine Filterfunktion erfüllen: Es werden nur noch "werthaltige" Verdachtsmeldungen an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet, um so die Strafverfolgungsbehörden zu entlasten.

Der Gesetzentwurf schafft außerdem die Voraussetzungen für ein zentrales elektronisches Transparenzregister, aus dem sich Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen ersehen lassen. So soll die Transparenz erhöht und der Missbrauch von Gesellschaften und Trusts zu Zwecken der Geldwäsche und Terror-Finanzierung erschwert werden. Neben Behörden und Verpflichteten erhalten bei berechtigtem Interesse auch andere Personen und Organisationen wie Nichtregierungsorganisationen und Fachjournalisten Zugang.

[ Bildquelle: © dmitrimaruta - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Blickpunkt

Digital, digitaler, am digitalsten

Redaktion RiskNET06.09.2017, 10:09

Als im Jahr 1761 das französische Schiff "Utile" vor der Insel Tromelin im indischen Ozean sank, rettete sich eine Gruppe von Sklaven auf das Eiland. Die nur rund 1,7 Kilometer lange und...

Kolumne

Von Darknet bis Trojaner

Die Typologie der Cyberkriminalität

Jenna Eatough18.08.2017, 08:42

Das heutige digitale Informationszeitalter wird von den schier unendlichen Möglichkeiten des World Wide Webs geprägt – vom Online-Shopping über Social Networking, bis hin zur Finanzverwaltung. Der...

Interview

Datenschutzmanagement

GDPR: Von Standards als validen Weg

Redaktion RiskNET13.08.2017, 14:00

Viel wurde in den letzten Monaten über das Thema des Datenschutzmanagements geschrieben. Denn seit geraumer Zeit ticken die Uhren bis zum großen Stichtag, dem 25. Mai 2018. Spätestens dann muss die...

Kolumne

Struktur des Unternehmens-Risikomanagements

Synergien im Risikomanagement schaffen

Bruno Brühwiler01.08.2017, 07:30

Wenn mehrere Personen über den Inhalt von Risikomanagement in komplexeren Organisationen diskutieren, entsteht schnell ein Konsens über die Anwendung des Risikomanagement-Prozesses...

Studie

IDW PS 981: Benchmark-Studie 2017

Risikomanagement und Unternehmenssteuerung

Redaktion RiskNET10.07.2017, 09:11

Manchmal lohnt ein Blick zurück in die Vergangenheit, um den Blick für das Zukünftige zu schärfen. Als Odysseus, König von Ithaka, seine Fahrt vorbei an den liebreizenden aber zugleich gefährlichen...