News

US-Bericht zu Ursachen für "Flash Crash"

Regulatorik und "Flash Crash"

Redaktion RiskNET13.07.2015, 21:06

Die US-Regulierer konnten "keinen alleinigen Grund" für die beispiellose Volatilität feststellen, die die US-Anleihemärkte am 15. Oktober 2014 erschüttert hat. Stattdessen nannte die Finanzaufsicht breite Veränderungen der Struktur der Anleihemärkte als Grund, darunter auch die wachsende Rolle des Hochfrequenzhandels.

Der Handelstag am 15. Oktober des vergangenen Jahres ist als "Flash Crash" in die Annalen eingegangenen. Untersucht wurden nichtöffentliche Handelsdaten vor und nach sowie innerhalb eines zwölfminütigen Zeitfensters, in dem die Renditen von Staatsanleihen innerhalb von Minuten kollabierten, bevor sie sich ebenso schnell wieder berappelten. In den Nachrichten jenen Tages hatte es zuvor "keinen offensichtlichen Katalysator" für eine solche Bewegung gegeben.

Der von der Wall Street mit Spannung erwartete Bericht verwies auf den Bedarf nach weiteren Marktstudien und empfahl die Überprüfung bestehender Regulierungen.

Das Fazit befeuert die aufkeimende Debatte darüber, warum der Anleihenmarkt, der lange als einer der sichersten der Welt galt, so viel volatiler wird. Viele Marktteilnehmer machen neue Vorgaben für Großbanken dafür verantwortlich. Diese würden die Fähigkeiten der Banken einschränken, einzugreifen und Preisschwankungen auszugleichen. Durch neue Kapital- und Verschuldungsregeln wird es für die Banken teurer, in großem Stil Ressourcen aufzuwenden, um Anleihekäufe- oder -verkäufe für Klienten zu vereinfachen. In Teilen haben sich die Banken vom Markt wegen der neuen Regeln auch einfach zurückgezogen.

Der Report zieht indes keine direkte Verbindung zwischen der ungewöhnlichen Volatilität und den neuen regulatorischen Einschränkungen der Banken. Dafür reichten die Beweise bislang nicht aus.

[ Bildquelle: © tm-photo - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Interview

Garantenpflicht

Haftung eines Risikomanagers

Redaktion RiskNET16.07.2018, 19:30

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seinem Urteil vom 17.07.2009 (Az 5 StR 394/08) einen Leiter einer Rechtsabteilung und Revision wegen Beihilfe zum Betrug durch Unterlassen zu einer Geldstrafe von...

Studie

Qualitative Evaluationsstudie

Risikomodellierung, Predictive Analytics und Big Data

Frank Romeike | Stefan Trummer19.06.2018, 08:07

Das Banken- und Versicherungsumfeld ist seit vielen Jahren im Umbruch. Dazu haben in nicht unerheblichem Maße die Aufsichtsbehörden und Standardsetter beigetragen. Wurden bis Mitte der 2000er...

Interview

Mundus vult decipi

Was tun mit Fake News?

Redaktion RiskNET06.06.2018, 14:24

Wahrheit oder Lüge? Wer kann das in unseren digitalen Zeiten noch beantworten? Umso wichtiger sind klare Parameter und ein methodisch sauberes Vorgehen, um Fake News zu enttarnen. Dafür plädiert...

Kolumne

Machine Learning-basierte Klassifikation von Marktphasen

Krisen frühzeitig identifizieren

Dimitrios Geromichalos [RiskDataScience]23.05.2018, 12:30

Wie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet werden konnte, verhalten sich Märkte oftmals irrational und zeichnen sich – neben dem "Normal-Zustand" – durch Phasen im Krisen- und...

Kolumne

Geopolitik und Ökonomie

Über den Einfluss politischer Krisen

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.16.05.2018, 11:45

Mehr als sonst ist in den Börsenkommentaren in diesem Jahr nicht nur von ökonomischen Faktoren die Rede. Immer mehr Raum wird den politischen Krisenherden in der Welt eingeräumt. Da geht es um Iran...