News

Verbraucherschutz

Regierung will riskante Finanzprodukte notfalls verbieten

Redaktion RiskNET23.01.2014, 09:13

Nach der Insolvenz des Windparkbetreibers Prokon will die Bundesregierung den Verkauf einzelner riskanter Finanzprodukte an Kleinanleger einem Zeitungsbericht zufolge künftig notfalls beschränken oder sogar verbieten. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung sind sich die beteiligten Ministerien darüber einig, dass die Finanzaufsichtsbehörde Bafin mit einer entsprechenden Ermächtigung ausgestattet werden soll. Die Vorarbeiten an einer entsprechenden Regelung liefen bereits seit einiger Zeit und würden jetzt wegen des Falls Prokon intensiviert, berichtet die Zeitung.

Zudem sei die Bafin angewiesen worden, den Verbraucherschutz bei der Prüfung von Wertpapierverkaufsprospekten schon jetzt stärker in den Fokus zu nehmen und nicht zu warten, bis im Juli die Bestimmungen des neuen Kapitalanlagegesetzbuches voll wirksam werden.

Das Finanzministerium hatte am Mittwoch angekündigt, die Bundesregierung werde die Koalitionsvereinbarung zum Verbraucherschutz eins zu eins umsetzen. "Hierzu gehört zunächst auch die konsequente Aufarbeitung des aktuellen Falles ,Prokon' und eventuell hieraus resultierender Konsequenzen", hieß es. Im Koalitionsvertrag hatten die Partner CDU, CSU und SPD unter anderem vereinbart, dass der "kollektive Schutz der Verbraucher" in Zukunft ein "wichtiges Ziel" der Arbeit der Bafin sein soll.

Allerdings erklärte das Ministerium dem Zeitungsbericht zufolge ebenfalls, dass dem Verbraucher und Anleger eine Schlüsselrolle bei seiner eigenen Entscheidung zu investieren zukommt. Der Anleger solle in der Lage sein, eine verständige und informierte Anlageentscheidung zu treffen.

 


[Bildquelle: © Stefan Rajewski - Fotolia.com]

 

 



Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Das unterschätzte Katastrophenszenario

Europaweiter "Blackout"

Herbert Saurugg06.12.2017, 17:56

In den letzten Monaten häufen sich die Berichte über einen mögliches Strom- und Infrastrukturausfall beziehungsweise über die Vorbereitungsmaßnahmen verschiedener Organisationen und Kreise. Der...

Studie

Enterprise Risk Management

Risikomanagement im Spiegel deutscher Fachbücher

Jan Braunschmidt | Christina Trageser | Leonhard Knoll17.11.2017, 10:10

Risikomanagement hat als Subdisziplin im Grenzbereich zwischen Betriebswirtschaftslehre und angewandter Mathematik/Statistik seit der Jahrhundertwende eine immer größere Bedeutung erlangt. Dies gilt...

News

RiskNET Summit 2017: Nachlese, 2. Tag

Kultur, Methoden, Chancenmanagement

Redaktion RiskNET27.10.2017, 23:32

"Wo Kriegsgewinnler Hummer essen." So titelt es aktuell Spiegel Online und nennt den Ort "Warlord City in Somalia". Dort, wo im Country Club der somalischen Hauptstadt Mogadischu...

News

RiskNET Summit 2017: Nachlese, 1. Tag

Vom gelebten Risikomanagement …

Redaktion RiskNET25.10.2017, 06:30

"Es könnte alles so einfach sein …" sang die Gruppe "Die Fantastischen Vier" schon vor Jahren. Und die Jungs folgern in ihrem Song: "Ist es aber nicht". Das Lied verrät...

Kolumne

Methoden im Risikomanagement

Komplex oder kompliziert – das ist die Frage

Frank Romeike | Herbert Saurugg06.10.2017, 11:02

Nachdem wir immer wieder auf die fälschliche Verwendung des Begriffs "Komplexität" stoßen, möchten wir mit diesem Beitrag eine einfach verständliche Erklärung liefern, was unter Komplexität...