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Neue Studie zum Liquiditätsrisikomanagement

Redaktion RiskNET30.01.2008, 15:34

Die jüngsten Turbulenzen auf den Geld- und Kapitalmärkten haben die Bedeutung eines effizienten Liquiditätsrisikomanagements für die Stabilität einzelner Banken sowie des gesamten Finanzsystems in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerufen. Doch bereits vor der so genannten Subprime-Krise war die Thematik des Liquiditätsrisikomanagements in Banken verstärkt in den Fokus von Aufsichtsbehörden und internationalen Gremien gerückt.

Seitens der Kreditwirtschaft hat sich das IIF mit dem Thema Liquiditätsrisikomanagement befasst und im März 2007 seine "Principles of Liquidity Risk Management" veröffentlicht. In diesem Bericht legt das IIF sein Verständnis bezüglich "guter Praktiken" des Liquiditätsrisikomanagements der Institute dar.

In Deutschland ist das Thema Liquidität nicht nur aufgrund internationaler Entwicklungen aktuell. Ein weiterer Anlass für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank (Bundesbank), sich intensiver mit dem Thema zu befassen, ist die seit Anfang 2007 in Kraft getretene Verordnung über die Liquidität der Institute (Liquiditätsverordnung, LiqV). Die LiqV teilt sich in einen so genannten Standardansatz, welcher im Wesentlichen identisch mit dem zuvor geltenden Grundsatz II ist, und in die so genannte Öffnungsklausel des § 10 LiqV. Diese Öffnungsklausel erlaubt es den Instituten unter bestimmten Voraussetzungen, anstelle des Standardansatzes institutsinterne Liquiditätsrisikomess- und -steuerungsverfahren für aufsichtsrechtliche Zwecke zu nutzen. Ob die Voraussetzungen hierfür gegeben sind, prüft die BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank in der Regel durch Vor-Ort-Prüfungen bei den Instituten.

Solche Prüfungen stellen nicht nur für die Institute sondern auch für die deutsche Aufsicht in Teilbereichen Neuland dar. Zwar sind auf beiden Seiten bereits Erfahrungen bezüglich der organisatorischen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung (u.a. Erstellung von Prüfungsberichten) von Zulassungsprüfungen (Marktrisikomodell-, IRBA- und AMA-Prüfungen) vorhanden. Dementsprechend konnte die Aufsicht relativ zügig aufsichtsinterne Prüfungsstandards sowie ein Merkblatt zur Zulassung eines bankinternen Liquiditätsmess- und -steuerungsverfahrens nach § 10 LiqV erstellen5. Wie bestimmte Sachverhalte bei der Prüfung eines Liquiditätsmodells zu bewerten sind, hängt jedoch gerade unter der prinzipienbasiert und damit sehr allgemein formulierten Öffnungsklausel der LiqV stark vom individuellen Institut ab. Darüber hinaus kann es notwendig sein, die bestehenden Marktpraktiken bei der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen. Hier liegt auch die besondere Herausforderung eines "prinzipienbasierten Ansatzes". Die größere interne Gestaltungsfreiheit bei der Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen ist für das einzelne Institut mit einer gewissen Unsicherheit hinsichtlich der hierfür konkret erforderlichen Ausgestaltung bzw. Qualität der Prozesse und Verfahren verbunden. Dies wurde in verschiedenen Informationsveranstaltungen deutlich, welche die Aufsicht mit Verbänden und einzelnen Instituten zwischen Mai und Oktober 2007 durchführte.

Download der Studie: 

 

Titelbeitrag:

Thomas Dietz, BaFin: Liquiditätsmanagement in deutschen Banken, RISIKO MANAGER, 03/2008

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[Bildquelle: Pixelio]



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