News

Gefahr neuer Krisen noch nicht gebannt

Mehr Risiken als Chancen

Redaktion RiskNET08.10.2016, 05:58

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat eine erneute Finanzkrise nicht ausgeschlossen und deshalb für den deutschen G20-Vorsitz Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Volkswirtschaften angekündigt.

"Denn noch ist die Gefahr neuer Krisen nicht endgültig beseitigt", betonte Schäuble bei einer Pressekonferenz bei der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Deutschland, das am 1. Dezember den Vorsitz bei den 20 führenden Industrie- und Schwellenländern übernimmt, wolle deshalb "Prinzipien" dafür erarbeiten, wie die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft insgesamt und die der einzelnen Länder gestärkt werden könne.

Als Risiko benannte Schäuble bei seiner Pressekonferenz auch erneut die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die Stimmen derjenigen, die sagen, die Risiken sind höher als die Chancen, nehmen zu", konstatierte er in einer Antwort auf Englisch. Ein "globaler Überhang an Verschuldung zusammen mit einer ultralockeren Geldpolitik" könne ein Risiko sein, das man noch angehen müsse, wenn schon alle Lehren aus der Finanzkrise gezogen seien.

Auch angesichts der jüngsten Währungsturbulenzen um das britische Pfund blieb der deutsche Finanzminister aber bei seiner Haltung, Verhandlungen mit London könnten erst nach einem offiziellen britischen Austrittsantrag stattfinden. "Sobald die Regierung Ihrer Majestät die Entscheidung getroffen hat und eine Initiative unternommen hat, stehen die EU-Institutionen, die Kommission, der Rat, für Verhandlungen bereit", betonte er.

Bei den G20 sei deshalb nicht über Details solcher Verhandlungen gesprochen worden. Allerdings seien "Kapitalbewegungen und Volatilität an den Devisenmärkten immer eine Besorgnis für die G20".

Weitere Schwerpunkte des deutschen G20-Vorsitzes sind laut Schäuble unter anderem Chancen und Risiken der Digitalisierung im Finanzbereich, weitere Fortschritte beim Austausch von Steuerdaten und eine Verbesserung der Bedingungen für öffentliche und private Investitionen in Afrika durch eine Rahmenvereinbarung mit internationalen Organisationen.

[ Bildquelle: © MK-Photo - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Methoden im Risikomanagement

Komplex oder kompliziert – das ist die Frage

Frank Romeike | Herbert Saurugg06.10.2017, 11:02

Nachdem wir immer wieder auf die fälschliche Verwendung des Begriffs "Komplexität" stoßen, möchten wir mit diesem Beitrag eine einfach verständliche Erklärung liefern, was unter Komplexität...

Interview

Quo vadis Big Data?

Big Data und die Welt der Algorithmen und Analysen

Redaktion RiskNET22.09.2017, 12:52

Big Data ist en vogue. Vor allem die Wirtschaft trommelt seit Jahren für einen stärkeren Einsatz neuer Analysemethoden. Der Glaube: alles zu jeder Zeit im Blick haben und vorausschauend bestimmen zu...

Interview

Wie wir Krisen erleben und bewältigen

Krisen sind das beste "Resilienztraining"

Redaktion RiskNET23.07.2017, 06:30

Ingenieure sprechen von einem resilienten System, wenn bei einem Teilausfall nicht alle technischen Systeme vollständig versagen. Ein Ökosystem gilt dann als resilient, wenn es nach einer Störung zum...

Interview

Länderrisiken und geopolitische Risiken

Nicht Vollkasko, sondern steuerndes Risikomanagement

Redaktion RiskNET13.07.2017, 08:45

Länderrisiken und geopolitische Risiken sind in der Finanz- und Versicherungsbranche mittlerweile ein wichtiger Bestandteil von Analysen. Wie generiert, verarbeitet und analysiert Coface diese Daten?...

Interview

Risikoanalyse

Im Schatten der Risiken gibt es auch Chancen

Redaktion RiskNET05.07.2017, 07:52

Politische und gesellschaftliche Risiken, wirtschaftliche Zerwürfnisse oder die zunehmende Digitalisierung mit immer mehr Daten, die es zu analysieren gilt. Der Rucksack für die Versicherungsbranche...