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Landesbanken profitieren von Krise

Nina Luttmer [FTD]16.01.2008, 10:39

Die Nord/LB kann sich heute, auch als Folge der Finanzkrise, erfolgreich um Transaktionen bewerben, die sie vor ein, zwei Jahren nicht bekommen hätte", sagte Gunter Dunkel, stellvertretender Vorstandschef der Nord/LB, der FTD. Grund sei, dass die Bank hohe Liquiditätsreserven habe. "Wir haben unser Geschäftsmodell nicht so stark auf Verbriefungen und Syndizierungen aufgebaut. Davon profitieren wir jetzt", sagte Dunkel zudem.

Besonders die Landesbanken, die in den vergangenen Jahren für ein eher konservatives Risikomanagement bekannt waren, wie die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Landesbank Berlin (LBB), sind die Gewinner. Viele andere Institute mussten ihre Kreditvergabe 2007 dagegen stark einschränken. Wegen der Krise konnten Darlehen kaum noch verbrieft oder syndiziert werden, es mangelte Instituten daher an Liquidität.

So hatte etwa HSH-Nordbank-Chef Hans Berger im November eingeräumt, dass seine Bank aus diesen Gründen nur noch restriktiv Neugeschäft abschließe. Die Bücher komplett zugemacht habe die Bank aber nicht, sagte ein Banksprecher vergangene Woche.

40 Prozent über Vorjahr

Die Nord/LB schloss 2007 Nettoneugeschäft mit einem Volumen von 10 Mrd. Euro ab. Sie lag damit laut Dunkels Angaben etwa 40 Prozent über dem Vorjahreswert und 80 Prozent über Plan. Die Bank habe dabei fast ausschließlich wirklich neue Transaktionen gemacht. Im Sekundärmarktgeschäft war sie dagegen nicht stark als Käufer unterwegs, sagte Dunkel.

Auf dem Sekundärmarkt kaufen sich Banken einzelne Tranchen syndizierter Kredite oder Kreditportfolios ab. Sie betreiben damit aktives Portfoliomanagement, beschaffen sich aber auch Liquidität. Beobachter glauben, dass dieser Markt 2007 wegen der Krise gewachsen ist. "Wir haben ein verstärktes Angebot auf dem Sekundärmarkt bemerkt", sagte auch Dunkel und verwies vor allem auf Kredite für Firmenübernahmen.

Auch die Helaba steigerte ihr Neugeschäftsvolumen deutlich. Rund 23 Mrd. Euro mittel- und langfristiges Bruttoneugeschäft verzeichnete die Bank 2007, ein Plus von 8 Mrd. Euro zu 2006. Hinzu kamen etwa 2 Mrd. Euro Sekundärmarktgeschäft. "Wir sind damit über Plan. Seit der Krise hat das Neugeschäft deutlich angezogen", sagte eine Banksprecherin. Die Helaba habe davon profitiert, dass sie im Gegensatz zu einigen anderen Banken hohe Liquiditätsreserven habe.

Bei der LBB kletterte das Neugeschäft im Bereich Immobilienfinanzierungen in den ersten drei Quartalen 2007 um 82 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro. "Die sehr positive Entwicklung im Immobilienneugeschäft hat sich auch im vierten Quartal fortgesetzt", sagte eine Banksprecherin.

Das reduzierte Kreditangebot wirkte sich für die im Markt aktiven Institute positiv auf die Margen aus. Dunkel sprach von einem Anstieg um 25 bis 50 Basispunkte. "Wir müssen damit unsere höheren Liquiditätskosten ausgleichen. Aber sicherlich sind die Kunden durch die Krise auch weniger margensensibel geworden", sagte er.

WestLB, HSH Nordbank und BayernLB wollten keine Zahlen nennen. Aus BayernLB-Kreisen hieß es, das Neugeschäft habe zugelegt, aber nicht in ungewöhnlichem Maße. Ein Sprecher der Landesbank Baden-Württemberg sagte nur, die Bank habe das Kreditgeschäft mit Firmenkunden ausweiten können.

[Quelle: Financial Times Deutschland / www.ftd.de / Bildquelle: Pixelio]



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