News

Systemische Risiken reduzieren

Kampf gegen Preisblasen

Redaktion RiskNET01.07.2015, 09:06

Der Ausschuss für Systemrisiken (AfS) hat die Bundesregierung aufgefordert, Instrumente zur Bekämpfung von Preisübertreibungen am Wohnimmobilienmarkt zu schaffen. Er reagiert damit auf das Risiko, dass die andauernde Phase sehr niedriger Zinsen zu breiter angelegten Preisübertreibungen am Häuser- und Wohnungsmarkt führt.

Die Immobilienpreise sind in letzter Zeit vor allem in Ballungszentren so stark gestiegen, dass die Bundesbank sie nicht mehr für fundamental gerechtfertigt hält. Allerdings hat die Bundesbank diese Einschätzung bisher mit der Aussage relativiert, dass die Preisanstiege erstens von recht niedrigem Niveau erfolgten und außerdem nicht mit einer stark steigenden Hypothekenkreditvergabe einhergingen.

Der AfS, dem neben der Bundesbank auch das Finanzministerium und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) angehören, sieht nun aber offenbar die Zeit gekommen, Gegenmaßnahmen zumindest vorzubereiten. Er hat deshalb die Schaffung sogenannter "nationaler makroprudenzieller Instrumente für den Wohnimmobilienmarkt" beschlossen.

Dabei handelt es sich um zusätzliche Eingriffsrechte der Aufsicht zur Verhinderung einer kreditgetriebenen Überhitzung am Immobilienmarkt in Deutschland. Damit sind zum Beispiel höhere Eigenkapitalanforderungen für Hypothekenkredite gemeint, wie sie in der Schweiz bereits an der Tagesordnung sind.

Nach Aussage von BaFin-Chef Felix Hufeld empfiehlt der AfS der Bundesregierung zudem, die Voraussetzungen zur Einführung einer Mindesttilgung zu schaffen. "Wir müssen vorbereitet und handlungsfähig sein, wenn es darauf ankommt, wenn also Risiken akut werden. Noch sind wir allerdings nicht im Handlungsmodus", sagte Hufeld.

[ Bildquelle: © visualcortex - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Studie

Qualitative Evaluationsstudie

Risikomodellierung, Predictive Analytics und Big Data

Frank Romeike | Stefan Trummer19.06.2018, 08:07

Das Banken- und Versicherungsumfeld ist seit vielen Jahren im Umbruch. Dazu haben in nicht unerheblichem Maße die Aufsichtsbehörden und Standardsetter beigetragen. Wurden bis Mitte der 2000er...

Interview

Mundus vult decipi

Was tun mit Fake News?

Redaktion RiskNET06.06.2018, 14:24

Wahrheit oder Lüge? Wer kann das in unseren digitalen Zeiten noch beantworten? Umso wichtiger sind klare Parameter und ein methodisch sauberes Vorgehen, um Fake News zu enttarnen. Dafür plädiert...

Kolumne

Machine Learning-basierte Klassifikation von Marktphasen

Krisen frühzeitig identifizieren

Dimitrios Geromichalos [RiskDataScience]23.05.2018, 12:30

Wie in der Vergangenheit immer wieder beobachtet werden konnte, verhalten sich Märkte oftmals irrational und zeichnen sich – neben dem "Normal-Zustand" – durch Phasen im Krisen- und...

Kolumne

Geopolitik und Ökonomie

Über den Einfluss politischer Krisen

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.16.05.2018, 11:45

Mehr als sonst ist in den Börsenkommentaren in diesem Jahr nicht nur von ökonomischen Faktoren die Rede. Immer mehr Raum wird den politischen Krisenherden in der Welt eingeräumt. Da geht es um Iran...

Kolumne

CFO Survey Frühjahr 2018

Fachkräftemangel und Protektionismus dominieren Risikolandkarte

Redaktion RiskNET11.05.2018, 14:32

Der Deloitte CFO Survey reflektiert die Einschätzungen und Erwartungen von CFOs deutscher Großunternehmen zu makroökonomischen, unternehmensstrategischen und finanzwirtschaftlichen Themen sowie...