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Risiken für die Finanzstabilität

IWF warnt vor großen finanziellen Risiken

Redaktion RiskNET16.07.2012, 17:18

Die Risiken für die Finanzstabilität sind im Mai und Juni nach einer Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) gestiegen. Neben der Besorgnis über die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft, der Angst vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone und den Unwägbarkeiten über den spanischen Bankensektors sieht der Währungsfonds auch die "fiskalische Klippe" in den USA und einen Streit über die Schuldenobergrenze als latente Gefahren für die Finanzstabilität. Der IWF warnt vor "großen finanziellen Risiken" und fordert in einem Update seines "Global Financial Stability Report" die verantwortlichen Akteure zum Handeln auf.

In Südeuropa seien die Zinskosten für die Staaten inmitten einer "Erosion der Investorenbasis" steil gestiegen. Ein erhöhter Marktdruck und gestiegene Finanzierungskosten drohten den Zugang zu Krediten in der europäischen Peripherie weiter einzuschränken, schreiben die IWF-Experten.

Die Beschlüsse auf dem jüngsten EU-Gipfeltreffen seien bedeutende Schritte gewesen, um die akute Krise anzupacken. Nun sei jedoch die zeitgerechte Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen eine Priorität, zusammen mit Fortschritten bei der Fiskal- und Bankenunion. Der Europäischen Zentralbank (EZB) empfahl der IWF, ihre unterstützende Geld- und Liquiditätspolitik fortzusetzen.

Die Unsicherheit über die Qualität der Bankbilanzen müsse schnell beseitigt werden, mit Kapitalspritzen und Restrukturierungen, wenn nötig. Die Maßnahmen, die zur Stabilisierung der Banken beschlossen worden seien, hätten noch nicht dazu geführt, das Vertrauen der Marktakteure wiederherzustellen.

Da sich auch in den Schwellenländern die Wachstumsaussichten abgeschwächt hätten, seien diese Länder anfälliger für Ansteckungsgefahren der Eurokrise geworden. Noch vor wenigen Monaten seien diese Länder sehr besorgt über einen zu starken Kapitalzufluss gewesen. Diese Sorgen seien nun zurücktreten, was sich unter anderem an der starken Abwertung des brasilianischen Real oder der indischen Rupie ablesen lasse.

 

 

[Bild oben: © Sergej Khackimullin - Fotolia.com]



Kommentare zu diesem Beitrag

RiskNET Redaktion/17.07.2012 15:41
+++ Finanzexperten bangen um Aufschwung in Deutschland +++

Die Euro-Turbulenzen lassen Finanzmarktanalysten und institutionelle Anleger um den Aufschwung in Deutschland fürchten. Nach einem drastischen Absturz im Juni ist das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Juli erneut gefallen, wenn auch deutlich langsamer. Wie das Institut in Mannheim mitteilte, sank der Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland auf minus 19,6 Punkte von minus 16,9 Zähler im Juni. Das war der dritte Rückgang in Folge. Mit diesem Wert befinden sich die ZEW-Konjunkturerwartungen unter ihrem historischen Mittelwert von 24,0 Punkten.

Volkswirte hatten einen Rückgang des ZEW-Erwartungsindex auf minus 20,0 Zähler prognostiziert. Eine Notierung im negativen Bereich zeigt an, dass die Mehrheit der Befragten eine negative Konjunkturentwicklung voraussieht. "Der Rückgang der Konjunkturerwartungen für das Jahresende 2012 flacht langsam ab", erklärte das ZEW, das diesmal 273 Analysten und institutionelle Anleger in seiner monatlichen Erhebung befragte.

Der Index der Lagebeurteilung sank im Juli deutlich und notierte bei plus 21,1 Punkte. Im Vormonat hatte der Index bei plus 33,2 Punkte gelegen, erwartet worden war ein leichter Rückgang auf plus 29,5 Zähler.

"Neben der schwachen Nachfrage aus der Eurozone nach deutschen Exportgütern belastet es die deutsche Konjunktur, dass die Wachstumsdynamik in weiteren wichtigen Partnerländern abnimmt", kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone fielen im Juli um 2,2 Punkte auf minus 22,3 Zähler, der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum notierte mit plus 0,3 Punkten nahezu unverändert bei minus 72,9 Punkte
RiskNET Redaktion/18.07.2012 23:30
+++ IWF: Eurokrise hat neue und kritische Stufe erreicht +++

Die Krise in der Eurozone hat eine neue und kritische Stufe erreicht. Mit dieser Feststellung leitet der Internationale Währungsfonds (IWF) seine jüngste Analyse zur Entwicklung der Eurozone ein. Trotz großer politischer Anstrengungen litten einige Finanzmärkten in der Region weiter unter einem akuten Stress, was Fragen über die Lebensfähigkeit der ganzen Währungsunion aufwerfe, erklärten die IWF-Experten.

Die negativen Rückkoppelungen zwischen Staaten, Banken und Volkswirtschaften seien stärker denn je. Als Resultat gebe es eine zunehmende Trennung der Bankenlandschaft und der Finanzmärkte entlang der nationalen Grenzen. Zudem bleibe die Nachfrage schwach und der Inflationsdruck flaue ab, während die Arbeitslosigkeit steige. Eine weitere Eskalation der Krise würde die europäischen Nachbarländer und den Rest der Welt schwer treffen, warnte der Währungsfonds.

Die Politiker müssten entschlossene Schritte unternehmen, um die Währungsunion zu vervollständigen. Dazu müsse die gegenseitige Abhängigkeit der Banken und der Staaten aufgebrochen werden. Der IWF empfahl dazu die Schaffung einer Bankenunion mit gemeinsamer Aufsicht und Einlagensicherung sowie einer Abwicklungsanstalt für gescheiterte Institute.

Doch eine geänderte Architektur werde nicht ausreichen, um das nötige Wachstum im Währungsraum zu erreichen, merkten die IWF-Experten an. Um den Wachstumstrend der ganzen Region zu steigern, seien strukturelle Reformen nötig. Auch müsse die Wettbewerbsfähigkeit in einigen Volkswirtschaften mit Leistungsbilanzdefiziten gesteigert werden. Da die Inflation auf dem Rückzug sei, habe die Europäische Zentralbank den Spielraum, um die Zinsen zu senken.

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