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Internationale Währungsfonds

IWF diagnostiziert Unsicherheit und Wachstumsschwäche

Redaktion RiskNET09.10.2012, 07:48

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft erneut gesenkt und die Schuld dafür vor allem den Industrieländern gegeben. Im seinem aktuellen Weltwirtschaftsausblick prognostiziert der IWF für 2012 und 2013 nur noch Wachstumsraten von 3,3 und 3,6 Prozent. Das sind 0,2 und 0,3 Prozentpunkte weniger als noch im Juli vorausgesagt. Ursache sei die Wachstumsschwäche der Industrieländer, die unter der Konsolidierung der öffentlichen Finanzen und ihren immer noch angeschlagenen Bankensystemen litten.

Darüber hinaus diagnostiziert der IWF eine allgemeine Unsicherheit. Zusammen wirkten diese Faktoren auch auf die Schwellen- und Entwicklungsländer, was die Industrieländer zusätzlich belaste.

Handlungsbedarf sieht der IWF vor allem in der Eurozone. Hier müssten die Pläne für eine stärkere Integration umgesetzt werden, darunter eine Bankenunion mit gemeinsamer Aufsicht und Einlagensicherung und Rekapitalisierung. Kurzfristig, so heißt es im Vorwort von Chefvolkswirt Oliver Blanchard, müssten Spanien und Italien Pläne zur Herstellung von Wettbewerbsfähigkeit bei fiskalischer Balance und gleichzeitigem Wirtschaftswachstum umsetzen. "Um das zu tun, müssen sie Banken rekapitalisieren können, ohne dabei ihre Staatsschulden zu erhöhen", forderte Blanchard. Außerdem müssten diese Länder in der Lage sein, zu "vernünftigen Zinsen" Geld zu borgen.

Bisher hat die EU nur Spanien Geld für die Rekapitalisierung seiner Banken zugesagt. Von den in Aussicht gestellten 100 Milliarden Euro wird das vermutlich nur 60 Milliarden brauchen. Italien oder italienische Banken haben bisher keinen Hilfsbedarf angemeldet.

Die Wirtschaft der Eurozone wird nach Einschätzung des IWF 2012 um 0,4 Prozent schrumpfen und 2013 um 0,2 Prozent wachsen. Deutschland sagt der Währungsfonds Wachstumsraten von jeweils 0,9 Prozent voraus und Frankreich von 0,1 beziehungsweise 0,4 Prozent. Italiens Wirtschaft soll dagegen um 2,3 und 0,7 Prozent schrumpfen. Der IWF riet der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Zinsen niedrig zu halten oder sogar noch weiter zu senken.

Das neue Staatsanleihekaufprogramm OMT wird nach Aussage des IWF helfen, dass die von der EZB gesetzten niedrigen Leitzinsen auch zu niedrigeren Kreditzinsen in den Peripherieländern führen. Die Deutsche Bundesbank hat derartige Vorschläge des IWF im Vorfeld der bevorstehenden Herbsttagung erstmals öffentlich kritisiert.

Im Hinblick auf die USA, für die der Fonds Wachstumsraten von 2,2 uns 2,1 Prozent prognostiziert, warnt der IWF vor allem vor den Auswirkungen ungelöster fiskalischer Probleme. Er sieht das Risiko, dass sich die US-Politiker nicht auf die Verlängerung bestimmter Steuererleichterungen und auf eine Anhebung des Schuldenlimits einigen können. In diesem Falle würden automatisch starke Steuererhöhungen wirksam, die die USA nach IWF-Ansicht letztlich in eine Rezession treiben könnten.

China prognostiziert der IWF Wachstumsraten von 7,8 und 8,2 Prozent. Die Organisation geht davon aus, das die Binnennachfrage 2013 anziehen wird. Besonders die Investitionen dürften von der lockeren Geldpolitik der People's Bank of China profitieren, erwartet der IWF.

 

[Bildquelle:© rcx - Fotolia.com]



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