News

Erdbeben in Japan stören internationale Lieferketten

Fragile Supply Chain

Redaktion RiskNET17.05.2016, 22:06

Die Erdbeben in Japan von Mitte April stören nach Aussage des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) massiv die Lieferketten japanischer und ausländischer Industrieunternehmen, darunter deutsche.

Nach BME-Informationen mussten mehrere Automobilhersteller, darunter General Motors, Toyota, Honda und Nissan, vorübergehend ihre Werke in Japan schließen. Sony stoppte die Herstellung von Bildsensoren für Kameras, weil dort ebenfalls ein Werk beschädigt wurde.

Laut BME sind aber auch deutsche Hersteller wie Bosch, Continental und ZF betroffen und müssen die durch das Erdbeben entstandenen logistischen Probleme lösen.

Vielfach sei ein Neustart der Montage nicht so schnell möglich, da viele Gebäude einzustürzen drohen. Alle betroffenen Unternehmen stünden jetzt vor der Aufgabe, die betroffenen Logistikketten durch andere Lieferanten kurzfristig zu überbrücken.

"Die jüngste Naturkatastrophe hat wieder einmal gezeigt, wie komplex und verletzlich die modernen globalen Lieferketten sind", sagte Horst Wiedmann, BME-Vorstandsvorsitzender und Leiter Strategische Materialwirtschaft und Zentrale Services beim Automobilzulieferer ZF.

ZF habe mit erheblichen Produktionsausfällen in Japan zu kämpfen. Fabrikhallen seien teilweise erheblich beschädigt, zerstörte Maschinen und Anlagen müssten neu aufgebaut werden. Viele Lieferanten müssen sich angesichts ausfallender Lieferungen auf höhere Gewalt berufen.

[ Bildquelle: © mtaira - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

BCM Kompass 2018

Herausforderungen im Business Continuity Management

Christof Born | Marc Daferner06.09.2018, 14:03

Der BCM Kompass 2018 stieß auch mit seiner 9. Auflage auf gewohnt breites Interesse bei den BCM Verantwortlichen aus 29 teilnehmenden Instituten. Das Teilnehmerfeld umfasst unter anderem sechs der...

Kolumne

Chancen- und Risikoanalyse

Das "neue Deutschland"

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.06.09.2018, 13:14

Normalerweise schätze ich die britische Wochenzeitung "Economist" für ihre klaren Analysen und für ihr gutes Gespür für Trends in Wirtschaft und Gesellschaft. Aber selbst gute Journalisten...

Kolumne

Künstliche Intelligenz

Deep Learning in der Cashflow-Modellierung

Daniel Klinge | Lars Holzgraefe [Sopra Steria Consulting]14.08.2018, 07:19

Für die Bewertung optionaler Komponenten in der Cashflow-Modellierung von Kreditgeschäften greifen Banken in der Praxis in der Regel auf zwei Methoden zurück: Entweder baut ein Institut Zahlungen,...

Kolumne

Frühwarnsysteme

"Vorwarnungen" für die Früherkennung von Risikotrends

Robert Brunnhuber MSc02.08.2018, 09:00

Im modernen Risikomanagement begegnet man in der Praxis gerne dem Argument, wonach Krisen ohne Vorwarnungen auftreten würden. Dies ist definitorisch fragwürdig, da Krisen sowohl geeignete Bedingungen...

Kolumne

Kreditrisikomanagement, Digitalisierung und Kostentransforma...

Ein Weg aus der strategischen Nullzins-Falle?

Markus Krall31.07.2018, 10:00

Der Versuch der Europäischen Zentralbank mit allen verfügbaren geldpolitischen Mitteln eine Reflationierung zu erzwingen hat erhebliche Auswirkungen auf die Kreditwirtschaft. Die bei null verflachte...