News

Expertendiskussion RiskNET-Konferenz: Management von Reputationsrisiken

Redaktion RiskNET13.06.2007, 17:17

Es ist eine Binsenweisheit, dass ein Unternehmen Jahre benötigt, um eine positive Reputation aufzubauen, diese aber innerhalb weniger Sekunden zerstört werden kann. Aktuelle Beispiele verdeutlichen, dass die Reaktion der Stakeholder eher emotional gesteuert ist, wenn Vertrauen enttäuscht wird. Eine positive Reputation in der Vergangenheit schafft daher kaum einen „Wohlwollens-Kredit“ bei Fehlverhalten in der Gegenwart. Der Geschäftsbericht der Allianz definiert das Reputationsrisiko als jenes Risiko, das aus einem Ansehensverlust erwächst. Zum einen kann jede Maßnahme entweder direkt oder indirekt zu Ansehensverlusten führen, zum anderen kann jeder Verlust in anderen Risikokategorien ein Reputationsrisiko darstellen, wenn er öffentlich gemacht wird. Kurzum: Jedes andere Risiko kann die Reputation betreffen und die Reputation betrifft alle anderen Risiken.

In der Praxis wird die Reputation als wichtigstes immaterielles Asset eines Unternehmens vielfach aber ignoriert. Klar ist: Einer erhöhten Medienaufmerksamkeit mit zunehmender Tendenz zur „Skandalisierung“ von Ereignissen steht – nicht nur in der Finanzdienstleistungsbranche – eine besondere Vertrauenssensitivität gegenüber. In der Konsequenz ist die gezielte Erfassung und Steuerung der Reputation im Rahmen des ertragsorientierten Risikomanagements unerlässlich. Die Studie „Risk of Risks“ der Economist Intelligence Unit befragte unlängst 300 Risikomanager nach dem größten Risiko. Klarer Sieger: die Reputation. Erst auf den Plätzen zwei und drei folgen die „Human Capital“-Risiken und das „Regulatorische Risiko“.

Unsere Redaktion hat deshalb im Rahmen der RiskNET-Fachkonferenz zu einer Expertenrunde nach München/Ismaning eingeladen und mit Christian Böing, Senior Manager im Bereich Business Performance Services der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG, Dr. Christian Einhaus, Operational Risk Manager bei der IKB Deutsche Industriebank AG, Dr. Werner Gleißner, Geschäftsführer der RMCE RiskCon GmbH & Co. KG und Vorstand der FutureValue Group AG, Swaran Sandhu, wissenschaftlicher Assistent am Soziologischen Seminar der Universität Luzern sowie Dr. Christian Wicenec, Leiter Risk Reduction Management bei der Paul Hartmann AG, über das Thema gesprochen.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier: 

[Quelle: RISIKO MANAGER 11/2007, S. 12-17]



Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Das unterschätzte Katastrophenszenario

Europaweiter "Blackout"

Herbert Saurugg06.12.2017, 17:56

In den letzten Monaten häufen sich die Berichte über einen mögliches Strom- und Infrastrukturausfall beziehungsweise über die Vorbereitungsmaßnahmen verschiedener Organisationen und Kreise. Der...

Studie

Enterprise Risk Management

Risikomanagement im Spiegel deutscher Fachbücher

Jan Braunschmidt | Christina Trageser | Leonhard Knoll17.11.2017, 10:10

Risikomanagement hat als Subdisziplin im Grenzbereich zwischen Betriebswirtschaftslehre und angewandter Mathematik/Statistik seit der Jahrhundertwende eine immer größere Bedeutung erlangt. Dies gilt...

News

RiskNET Summit 2017: Nachlese, 2. Tag

Kultur, Methoden, Chancenmanagement

Redaktion RiskNET27.10.2017, 23:32

"Wo Kriegsgewinnler Hummer essen." So titelt es aktuell Spiegel Online und nennt den Ort "Warlord City in Somalia". Dort, wo im Country Club der somalischen Hauptstadt Mogadischu...

News

RiskNET Summit 2017: Nachlese, 1. Tag

Vom gelebten Risikomanagement …

Redaktion RiskNET25.10.2017, 06:30

"Es könnte alles so einfach sein …" sang die Gruppe "Die Fantastischen Vier" schon vor Jahren. Und die Jungs folgern in ihrem Song: "Ist es aber nicht". Das Lied verrät...

Interview

Quo vadis Big Data?

Big Data und die Welt der Algorithmen und Analysen

Redaktion RiskNET22.09.2017, 12:52

Big Data ist en vogue. Vor allem die Wirtschaft trommelt seit Jahren für einen stärkeren Einsatz neuer Analysemethoden. Der Glaube: alles zu jeder Zeit im Blick haben und vorausschauend bestimmen zu...