Interview

Was läuft schief im Bankensystem?

Die nächste Finanzmarktkrise kommt bestimmt

Redaktion RiskNET18.11.2015, 10:30

Die globale Risikolandkarte wird größer – von Wachstumsproblemen in vielen Teilen der Weltwirtschaft über Cyber- bis zu Compliance-Risiken. Das bestätigten namhafte Experten im Rahmen des RiskNET Summit, der Mitte Oktober in München tagte.

Wir haben Wolfgang Hartmann, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung und ehemaliges Vorstandsmitglied und Chief Risk Officer der Commerzbank AG, zu den bestehenden Risiken im Finanzumfeld befragt. Der Tenor: Es gibt noch viel zu tun in Sachen Regularien, Markbereinigung und einem proaktiven Risikomanagement. Zudem müssen Banken die zunehmende Cyberkriminalität auf dem Radar haben und ihre Compliance-Strategien überdenken. Tun sie es, haben sie gute Chancen die turbulenten Zeiten zu überstehen. Tun sie es nicht, werden sie vom Markt verschwinden, wie einst die "Dinosaurier" von der Erde.

Unabhängige Studien zeigen, dass nur etwa sechs Prozent der deutschen Institute ihre Eigenkapitalkosten verdienen. Oder anders formuliert: 94 Prozent leben von der Substanz. Neben der Stabilität muss es doch auch um Profitabilität geben. Und hierzu gehören geeignete Geschäftsmodelle. Auch seitens der Aufseher werden Banken verstärkt dazu aufgefordert, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken und auf das Ziel nachhaltiger Ertragsstärke auszurichten. Was läuft schief im Bankensystem?

Wolfgang Hartmann, Frankfurter Institut für Risikomanagement und RegulierungWolfgang Hartmann: Sie spielen auf die Studie eines namhaften Beratungsunternehmens an, das als Messlatte eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von acht bis zehn Prozent anlegt. ist in einer Niedrigzinsphase, in der wir uns derzeit befinden, die Messlatte zu hoch angelegt. Wie auch immer, in letzten Jahrzehnten ist die EK-Rendite deutscher Kreditinstitute kontinuierlich zurückgegangen und lag im Durchschnitt in den Jahren 2011 bis 2013 nur noch bei 1,6 Prozent. Gleichzeitig ist die Volatilität gestiegen, übrigens bei allen Banken in Europa und den USA. Heute liegen die Aktienkursschwankungen von börsennotierten Bankaktien 50 Prozent höher als der Durchschnitt aller Aktien. Die Ursache in Deutschland liegt am rückläufigen Zinsüberschuss, bei einem stagnierenden Provisionsergebnis und starren Kostenstrukturen. Interessant ist, dass Spezialfinanzierer im Bereich Konsumentenkredite, Automobilbanken, Factoring mit EK-Renditen nach Steuern von fast acht Prozent deutlich besser abschneiden. Auch die genossenschaftlichen Spitzeninstitute liegen noch vergleichsweise gut. Dagegen liegen die Sparkassen mit 2,3 Prozent nur geringfügig über dem Durchschnitt, obwohl diese behaupten, zu den Gewinnern der Finanzmarktkrise zu zählen.

Neben der Technologie spielt heute die Regulierung als Treiber der Veränderung eine wesentliche Rolle. Die Studie des ESRB "Is Europe overbanked?" hat selbst die Antwort gegeben. Und die lautet ja; getrieben von Derivatgeschäften. Insbesondere durch das starke Bilanzwachstum der europäischen SIFIs. Dies hat zudem einen Negativeinfluss auf die Realwirtschaft. Ein verschärftes Leverage-Ratio dürfte das Wachstum der Bilanzsumme begrenzen. Die regulatorische Neumodellierung der Marktpreisrisiken weg vom Value at Risk dürfte in den nächsten Jahren zu einer Vervielfachung der EK-Unterlegung für Handelsgeschäfte führen. Moderne IT und Online-Banking werden ein Filialsterben bewirken. Jeder fünfte Arbeitsplatz soll in der Deutschen Kreditwirtschaft wegfallen, das sind immerhin 125.000 Arbeitsplätze. Leistungsfähige Digitalisierung, bessere Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse und konsequente Prozessoptimierung bei einem effizienten Managen der Risikokosten. Das sind die Stellhebel, um zu den Gewinnern des anhaltend rigorosen Auswahlprozesses zu gehören.

Erschwert das aktuelle Regulierungskorsett eine höhere Ertragsstärke? Oder anders formuliert: Sind die regulatorischen Eigenkapitalquoten zu hoch, um überhaupt noch eine angemessene Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften?

Wolfgang Hartmann: Die regulatorischen Mindest-EK-Quoten werden bis zur vollen Umsetzung von Basel III, die erst am 1.1.2019 erreicht wird, weiter steigen. Während die regulatorische Kapitalquote nach Basel II nur bei mindestens acht Prozent liegen musste, können bei Ausfahren aller "Buffer" in 2019 im Einzelfall bis zu 18 Prozent vorgegeben werden. Das ist dann mehr als das Doppelte. Zwar haben viele Institute, auch durch Zurückfahren ihrer RWAs, bereits viel für das Anheben ihrer regulatorischen Kapitalquote getan. Aber es gibt noch immer Nachholbedarf. Natürlich führt ein doppelt so hohes regulatorisches Kapital "ceteris paribus" zu einer Halbierung der Rendite.

Aber man darf nicht vergessen, dass hierdurch auch Markteintrittsbarrieren aufgebaut werden, die zu regionalen und kundengruppenspezifischen Oligopolen führen können. Schon heute vereinen die weltweit 50 größten Kreditinstitute mehr als die Hälfte aller vorhandenen Bankaktiva auf sich. Und die Preis- und Effizienzspielräume bei den Banken sind weiterhin beachtlich. Risikogerechtes Pricing ist nicht zuletzt eine Frage leistungsfähiger Risikomodelle. Bei Geschäften mit geringen "fat-tail-Risiken", wie beispielsweise bei dem Konsumentenkreditgeschäft oder der private Baufinanzierung, lassen sich durch Entscheidungsmodelle auch erhebliche Einsparungen bei den Marktfolgekosten realisieren. Die erhöhten regulatorischen EK-Anforderungen werden deshalb den Druck auf die Umsetzung effizienter Kosten- und Entscheidungsmodelle verschärfen und somit die Innovation in der Finanzindustrie antreiben. Für den Kunden muss dies kein Nachteil sein. Wer allerdings als Bankmanagement die Entwicklung verschläft, gefährdet schnell die Existenz seiner Bank. Insofern benötigen wir auch sachkundige Aufsichtsräte und Verwaltungsräte in den Banken, die ihr Management zur Höchstleistung antreiben und diesem rechtzeitig auf die Finger klopfen, wenn unvertretbare Risiken eingegangen werden. Da in Deutschland die meisten Bankmanager und Aufsichtsräte aber nicht einmal die elementaren Anforderungen der "Business Judgement Rule" kennen, muss man sich über Managementversagen nicht wundern; zumal selbst krasse Verstöße kaum angemessen geahndet werden. Beispiele gibt es genügend. Die Doppelfunktion des AR-Vorsitzenden mit dem Risikoausschuss-Vorsitz, was weiterhin üblich ist in Deutschland, torpediert die unabhängige Risikofunktion an der Spitze der Aufsicht. Gut, dass die neuen Corporate-Governance-Vorschriften des Baseler Committees dies untersagen. Auf die Umsetzung in Deutschland bin ich gespannt.

Der EU-Finanzkommissar Jonathan Hill will Banken deutlich weniger regulieren als in den vergangenen Jahren. Die vergangenen fünf Jahre seien eine Zeit der intensiven Regulierung gewesen, die Banken seien im Auge des Sturms gewesen. Auch Bafin-Präsident Felix Hufeld hat eine Atempause in der Regulierung ins Spiel gebracht. Ist die Regulierung in den vergangenen Jahren übers Ziel hinausgeschossen?

Wolfgang Hartmann: Nachdem die Banken in der Finanzmarktkrise 2008 und 2009 die Industrienationen an den Rand des Abgrundes gebracht haben und im Zuge der Finanzkrise das Sozialprodukt in Deutschland in einem Jahr um fünf Prozent zurückging, braucht man sich nicht zu wundern. Nämlich über Politiker, die sich diesen "moral hazard" nach dem Motto "in guten Zeiten machen sich die Bankmanager die Taschen voll und in schlechten Zeiten müssen die Banken von dem Steuerzahler gerettet werden" nicht mehr bieten lassen wollen. Nur in Krisenzeiten lassen sich eben radikale Veränderungen durchsetzen. Zum Beispiel ist der "Shift" hin zu einer makroprudentiellen Überwachung der Finanzmärkte, und auch der einzelnen Institute, absolut notwendig. Und es gibt in Europa immer noch viel Wildwuchs und Nachholbedarf in Sachen leistungsfähiger Bankenregulierung. Auch die nationalen Unterschiede sind weiterhin beachtlich. Ich bin beispielsweise froh, dass das KWG ab 1.1.2014 Zähne bekommen hat.

Machen wir uns nichts vor. Die nächste Finanzmarktkrise kommt bestimmt, wir wissen nur nicht wann und wo. Insofern sollte alles getan werden, um die deutsche Kreditwirtschaft noch krisenfester zu machen. Zugegebenermaßen ist es nicht einfach, bei der Vielzahl an Veröffentlichungen diverser Regulierungsbehörden, den Überblick zu behalten. Aber durch verbesserte Kommunikationsnetzwerke und der Schaffung eines organisierten Gedankenaustauschs zwischen den Banken mit diversen Regulierungsbehörden ließe sich einiges verbessern. Hierfür macht sich FIRM stark.

Lehman Brothers war trotz einer soliden Eigenkapitalquote 2008 abrupt in die Pleite geschlittert. Konzentriert sich die Regulierung zu stark auf den Risikopuffer Eigenkapital? Sind nicht ein proaktives Risikomanagement und eine gelebte Risikokultur der beste Krisenschutz?

Wolfgang Hartmann: Es gibt vom Regulator im Rahmen von Basel III nicht nur die erhöhten Anforderungen an das Eigenkapital, sondern beispielsweise auch die völlig neuen Liquiditätsvorschriften mit zwei neuen Ratios dem "Liquidity Coverage Ratio(LCR)" und dem "Net Stable Funding Ratio (NFSR)".

Zudem hat man sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob sich durch "Central Counterparties" beim OTC Derivate-Geschäft das Ausfallrisiko reduzieren lässt. Große Anstrengungen stellt man bei der Verbesserung der Corporate Governance an. Aus meiner Sicht der beste Weg, um die Finanzindustrie zum einen stabiler zu machen. Zum anderen überlässt man den Banken noch möglichst große Freiheitsräume bei ihrem Geschäftsmodell und der Umsetzung der Risikostrategie. Wir brauchen diese Möglichkeit zur Vielfalt und Innovation, denn ein "Marsch der Lemminge" durch regulatorische Gleichschaltung könnte das Systemrisiko deutlich erhöhen. Ob es Basel III allerdings gelingt, durch "Buffer" die Prozyklizität aus dem System zunehmen, dürfte erst die Zukunft zeigen.

Natürlich ist ein "proaktives Risikomanagement" gut. Aber hindert jemand die Bankmanager daran, rechtzeitig auf Basis eines leistungsfähigen Früherkennungssystems nach dem Motto "Der erste Verlust ist der kleinste" gegenzusteuern? Gelebte Risikokultur ist wichtig, damit der mündige Risikomanager und Kreditentscheider seine Meinung selbstbewusst artikuliert. Aber wo gibt es Schutz für Mitarbeiter, wenn diese, da zu unbequem aus der Organisation gedrängt werden? Und ist eine selbstbewusste Meinung der Marktfolge heute eine gute Basis um schneller befördert zu werden? In der Tat ist der "tone from the top" hier wesentlich und die Möglichkeit auch bis zum Vorstand im Einzelfall Gehör zu finden. Aber vielleicht muss sich der Regulierer hier als Anlaufstelle anbieten.

Charles Calomiris (Comlumbia University) und Hans Peter Grüner (Universität Mannheim) halten eine zu starke staatliche Regulierung für verhängnisvoll und sehen darin eine der Ursachen der heutigen Krise. Staatliche Einlagensicherungsfonds hätten dazu geführt, dass sich Manager und Investoren zu sicher gefühlt hätten und daher übermäßig Risiken eingegangen seien (Stichwort "moral hazard"). Ihrer Meinung nach ist das Risiko von Krisen in einem Land umso größer, je stärker die Finanzinstitute durch ein staatliches Sicherheitsnetz geschützt sind. Im Umkehrschluss heißt das: Banken müssen dem Risiko des Scheiterns ausgesetzt sein.

Wolfgang Hartmann: Ich teile die Ansicht, dass zunächst einmal die Bankmanager, aber bei wiederholtem Management-Versagen, auch die Banken selbst dem Risiko des Scheiterns ausgesetzt sein müssen. Im Zuge der Innovation, die leistungsfähigere Banken entstehen oder stärker wachsen lassen, sollten eben auch die "Dinosaurier" aussterben und vom Markt möglichst geräuschlos verschwinden. Insofern darf das Scheitern regulatorisch nicht ausgeschlossen werden. Ich teile aber die Ansicht des Baseler Committees for Banking Supervision, wonach der Schutz der Anleger vor dem Schutz der Aktionäre einer Bank geht. Und hier sind eben die Kleinanleger mit Einlagen bis 100.000 Euro besonders schutzbedürftig. Im Rahmen des "bail-in" sollten zunächst die Aktionäre und danach kaskadenförmig die Debitoren nach dem Risikogehalt ihrer Forderungen herangezogen werden. Zielsetzung ist dabei, die Bank möglichst effizient zu restrukturieren, in Teile zu zerlegen, diese zu verkaufen oder abzuwickeln. Und genau dies hat die Bankenabwicklungsrichtlinie BRRD zum Ziel.

Welche Herausforderungen des Risikomanagements schätzen Sie für die nächste Dekade als dringend bzw. intellektuell herausfordernd ein?

Wolfgang Hartmann: Die Überwachung der "Non Financial Risk" mit ihren vielen Ausprägungen, von der Geldwäsche über die Terror-Finanzierung bis zum Kreditbetrug und der Marktmanipulation, sind für Banken besonders schwer. Es birgt für das Management auch die größten persönlichen Konsequenzen. Dagegen gehören einzelne Kreditausfälle schon fast zum Tagesgeschäft und lassen sich – bis auf die Klumpenrisiken – inzwischen auch gut modellieren. Natürlich ziehen auch neue Gefahren am Horizont herauf. Hierzu gehören Cyberrisiken. Hier können durch das Ausspionieren von Kunden- und Kontoinformationen beachtliche Geldbeträge von den Banken zunächst "geräuschlos" gestohlen werden. Ich schließe nicht aus, dass in Zukunft dadurch einmal auch Banken Pleite gehen werden. Eine leistungsfähige und vor internen und externen Manipulationen sichere IT ist somit heute für eine Bank eine Top-Priorität.

Ansonsten sehe ich in der weltweit in den Industrienationen anhaltenden Niedrigzinsphase eine große Gefahr für das Entstehen für "Asset Bubble", die analog der Subprime-Krise 2008/2009 in Wellen die Finanzindustrie erschüttern können. Gleiches gilt für die weltweiten "hot money flows" der großen Asset-Manager, die überwiegend in den USA zu Hause sind und deren Repatriierung von Liquidität bei ansteigenden Zinsen einzelne Entwicklungsländer erschüttern dürften. Insofern ist ein sorgfältiges Portfoliomanagement, ausgerichtet an makroprudentiellen Risikofaktoren, für jede einzelne Bank heute fast wichtiger als das Achten auf fundierte Einzelkreditentscheidungen. Und hierzu gehört neben der Bewertung der relevanten Portfolioparameter, inklusive Diversifikation und Korrelation, die Beobachtung des Länder-Risikos, der Transferrisiken, der Liquidität und der Währungsschwankungen.

Im nächsten Jahr feiert das FIRM ihren siebenjährigen Geburtstag. Was wurde in dieser Zeit erreicht?

Wolfgang Hartmann: Wir sind in 2009 mit 19 institutionellen Mitgliedern mit Vereinsbeiträgen von 370.000 Euro jährlich gestartet. Heute sind es 47 institutionelle Mitglieder mit Vereinsbeiträgen von über 800.000 Euro. Diese Verdopplung der Mitgliedsbeiträge sehen wir als einen großen Vertrauensbeweis für die Arbeit von FIRM an. Zudem haben wir heute bis zu 22 Forschungsprojekte an deutschen Hochschulen mit Einzelbeträgen von bis zu 125.000 Euro unterstützt. Wir geben den Forschern Gelegenheit, im Rahmen der jährlichen FIRM-Forschungskonferenz Ihre Ergebnisse mit anderen Wissenschaftlern und Praktikern kritisch zur Diskussion zu stellen. Mit der Frankfurt School und dem House of Finance der Goethe-Universität haben wir Ausbildungsprogramme speziell für Risikomanager entwickelt, die berufsbegleitend zum Abschluss des "Master of Finance" führen. Wir entwickeln diese Ausbildungsangebote und die "Curricula" ständig weiter. Ich selbst habe an beiden Hochschulen in diesem Programmen Lehraufträge in Risk Governance und somit einen unmittelbaren Kontakt zu den Studenten. Dies hilft auch bei der Weiterentwicklung der "Curricula". Aber auch die Verzahnungen über die beiden Präsidenten von FIRM, Udo Steffens, der gleichzeitig Präsident der Frankfurt School ist und Wolfgang König, den Exekutivdirektor des House of Finance, hilft, um auf Fehlentwicklungen schnell zu reagieren und Anstöße für die Weiterentwicklung der Programmangebote zu geben.

FIRM arbeitet eng mit Frankfurt Main Finance, der Vertretung des Finanzplatzes Frankfurt, zusammen und bringt als Mitveranstalter des Frankfurt Finance Summit sein Know-how bei dieser wichtigen Veranstaltung des Finanzplatzes ein. Nicht zuletzt wollen wir für alle Risikomanager in Deutschland eine "Heimat" bieten und auch in der Regulierungsdiskussion unseren Beitrag zur Entwicklung von Best Practice leisten. Ich meine, dass wir als eine noch junge Organisation, die keine Lobby-Arbeit leisten will, hier auf einem guten Weg sind.

Welche Ziele hat sich der Vorstand für die nächsten Jahre gesetzt?

Wolfgang Hartmann: Wir haben eine Strategiekommission damit beauftragt, sich Gedanken um die Weiterentwicklung von FIRM zu machen. Nicht alle Themen, die wir ins Auge gefasst haben, kann ich hier adressieren, da wir zunächst die Gremien noch davon unterrichten müssen. Zwei Themen möchte ich aber adressieren. So haben wir beispielsweise die Vergabe eines Forschungspreis für die beste Promotion aus dem deutschsprachigen Raum zu einem Thema des Risikomanagements in der Finanzindustrie eingeplant. Erstmalig wird dieser Preis am 30.6.2016 im Schloss Montabaur vom Vorstandsvorsitzenden der DZ-Bank, Wolfgang Kirsch, an den Preisträger am Ende der Forschungskonferenz überreicht. Außerdem sind wir derzeit bei FIRM dabei, eine eigene Alumni-Organisation aufzubauen und haben dazu auch eine spezielles Kommunikationsprogramm auf unserer Website entwickelt. Zudem planen wir zukünftig enger mit dem Center for Financial Studies (CFS) zusammenzuarbeiten. Insgesamt bin ich guter Dinge, dass wir bis zum Ende der zweiten Amtsperiode des FIRM-Vorstandes im März 2017 noch einiges auf den Weg bringen können, um die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis beim Risikomanagement der Finanzindustrie zu vertiefen. Den Dialog mit den Regulierern der Finanzindustrie wollen wir dabei intensivieren.

Wolfgang Hartmann, Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung

[Die Fragen stellte Frank Romeike, Chefredakteur RiskNET sowie verantwortlicher Chefredakteur der Zeitschrift RISIKO MANAGER sowie Mitglied des Vorstands beim Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM); Das Interview ist erstmalig in Ausgabe 23/2015 der Zeitschrift RISIKO MANAGER im FIRM Innenteil veröffentlicht worden.]

[ Bildquelle: © fresnel6 - Fotolia.com ]


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