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Bankenregulierung

Deutlich höhere Kapitalanforderungen

Redaktion RiskNET08.10.2016, 05:51

Der Generalsekretär des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, William Coen, will eine weitere deutliche Anhebung der Eigenkapitalanforderungen an einzelne Kreditinstitute nicht ausschließen. Bei der Jahresversammlung des internationalen Bankenverbands IIF in Washington sagte Coen laut vorab verbreitetem Redetext, der Ausschuss wolle die hohe Schwankungsbreite bei den risikogewichteten Aktiva verringern. Das gehe nur, wenn die "echten Ausreißer"" mit höheren Anforderungen belegt würden. Coen bekräftigte das Vorhaben, die Vollendung des Regelwerks Basel 3 bis Jahresende abzuschließen.

Laut Coen ist der Baseler Ausschuss gegenwärtig immer noch damit beschäftigt, die kombinierten Auswirkungen seiner umfangreichen Reformvorhaben abzuschätzen. Das sei eine sehr arbeitsintensive Aufgabe, und zwar sowohl für die Banken als auch für die Aufseher, sagte er. Die von den Banken gelieferten Rückmeldungen sind laut Coen wichtig, werden aber andererseits nicht überschätzt. "Wir sind uns ihrer Grenzen und ihrer Tendenz wohl bewusst", sagte er.

Deutsche Kreditwirtschaft lehnt "Basel 4" ab

Die deutsche Kreditwirtschaft lehnt die Vorschläge des Baseler Ausschusses, die unter anderem den Einsatz interner Ratings bei der Berechnung risikogewichteter Aktiva, die Leverage Ratio und Kapitalzuschläge für systemisch wichtige Institute betreffen, pauschal ab. Nach Darstellung der deutschen Banken und Sparkassen läuft die vom Baseler Ausschuss vorangetriebene "Vollendung von Basel 3" eigentlich auf die Ausarbeitung von "Basel 4" hinaus.

Nach ihrer Aussage führt der aktuelle Verhandlungsstand dazu, dass die deutschen Institute künftig deutlich höhere Kapitalanforderungen erfüllen müssen. Der Generalsekretär hatte kürzlich gesagt, die vom Ausschuss selbst angestellte Auswirkungsstudie habe keine so dramatischen Auswirkungen auf die Eigenkapitalanforderungen für Banken ergeben wie die Studien einiger Bankenverbände.

In seiner Rede in Washington nannte Coen die Qualität der von den Banken gelieferten Daten "eine Herausforderung", weil sie unweigerlich eine gewisse Tendenz enthielten. Er sagte aber auch: "Das ist verständlich, denn unsere Tests erfordern oft Daten, die nicht einfach verfügbar sind. Banken müssen bestimmte Auswirkungen oft auf Basis der verfügbaren Daten schätzen."

In der Kritik steht besonders das Vorhaben des Ausschusses, den Nutzen, den Banken aus der Berechnung risikogewichteter Aktiva durch den Einsatz interner Ratingmodelle ziehen dürfen (Output Floor), zu begrenzen. Kritisch sehen deutsche Institute zudem die prominentere Rolle, die die ungewichtete Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) künftig spielen soll.

Diskussionen über interne Ratings halten an

Coen sagte, die Diskussionen über den Output Floor hielten noch an. Das gleiche gelte für das Vorhaben, den Einsatz interner Ratings für bestimmte Geschäftsfelder gänzlich zu verbieten. Der Generalsekretär des Baseler Ausschusses bekräftigte, dass die Vollendung von Basel 3 für den Durchschnitt aller Banken keine deutliche Anhebung der Eigenkapitalanforderungen bringen solle.

Er sagte aber auch: "Das bedeutet nicht, dass die Eigenkapitalmindestanforderungen für alle Banken gleich bleiben. Wir können die großen Unterschiede bei den risikogewichteten Aktiva nur reduzieren, wenn es für "Ausreißer-Banken" bestimmte Auswirkungen gibt. Auf einige Banken, die echte Ausreißer sind, können also durchaus deutlich höhere Anforderungen zukommen."

Der Baseler Ausschuss prüfe die Auswirkungen aller Einflussgrößen in einer Reihe von Szenarien, auf Banken verschiedener Größe und mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen.

[ Bildquelle: © julia_lazarova - Fotolia.com ]


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