Studie

Kluft zwischen Bekanntheit und Nutzen

Chancen und Risiken der Kryptowährungen

Redaktion RiskNET06.08.2017, 10:24

Kryptowährungen erfreuen sich großer Bekanntheit. Über 70 Prozent der Verbraucher kennen die innovativen Zahlungsmittel oder haben davon schon mal gehört. Allerdings gibt es nach wie vor eine große Kluft zwischen Bekanntheit und tatsächlicher Nutzung. Zudem werden Kryptowährungen im Wettbewerb mit staatlichen Währungen und Gold in der Erfüllung der einzelnen Geldfunktionalitäten weiterhin eher als Außenseiter gesehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Unternehmensberatung BearingPoint. Im Rahmen der Online-Erhebung wurden über 1.000 Verbraucher aus ganz Deutschland befragt. Die Studie beschäftigt sich mit den grundlegenden Eigenschaften von Kryptowährungen im Vergleich zu staatlichen Zahlungsmitteln und Gold.

Vertrauen und Rahmenbedingungen vielfach nicht vorhanden

Im Vergleich zu staatlichen Währungen und Gold werden Kryptowährungen von einem eher kleineren Anteil der Nutzer als wettbewerbsfähig bezeichnet, wenn auch mit steigender Tendenz. Laut der aktuellen Studie halten immerhin 34 Prozent eine Ablösung durch virtuelle Zahlungsmittel für wahrscheinlich. In der Vorgängerstudie von BearingPoint aus dem Jahr 2016 waren es lediglich elf Prozent, die eine Durchsetzung und damit frühzeitige Verdrängung traditioneller Zahlungstechnologien erwarteten.

Allerdings hält nur etwa ein Drittel der Befragten (32 Prozent) virtuelle Zahlungsmittel für vertrauenswürdig hinsichtlich ihrer Preisstabilität. Verbraucher vertrauen am stärksten der Preisstabilität des Goldes (81 Prozent), gefolgt von staatlichen Währungen (69 Prozent).

"Die Digitalisierung der Finanzwirtschaft führt zur Beschleunigung im Ablauf der Finanzprozesse, um Verbraucherbedürfnisse immer und jederzeit befriedigen zu können. So ermöglichen es Kryptowährungen beispielsweise, Zahlungen nahezu in Lichtgeschwindigkeit zu beauftragen und abzuwickeln. Daher ist ihr Einsatz aus Verbrauchersicht zukünftig sicherlich eine mögliche Alternative zu staatlichen Währungen und Gold als Zahlungsmittel oder Anlageform. Hierfür muss in Bezug auf die Geldfunktionen aber noch einiges passieren, um das Entwicklungspotenzial von Kryptowährungen auch wirklich auszuschöpfen. Das erfordert vor allem entsprechende technische und gesetzliche Rahmenbedingungen, die grundlegende Veränderungen im gesamten Finanzsystem nach sich ziehen. Themen wie Sicherheit, Werterhaltung und Zweckmäßigkeit spielen dabei eine entscheidende Rolle", kommentiert Robert Bosch, Partner bei BearingPoint im Bereich Financial Services.

Staatliche Währungen und Gold weiter führend

Die noch fehlende Entwicklung zeigt sich auch in Bezug auf die Geldfunktionalitäten. Laut Studie gibt es hier weiterhin signifikante Unterschiede zwischen staatlichen Währungen, Gold und Kryptowährungen. Gold wird mit 79 Prozent als die beste Anlageform zur Werterhaltung wahrgenommen. Die Hälfte der Nutzer (53 Prozent) nimmt staatliche Währungen als geeignete Anlageform wahr und nur ein Drittel (31 Prozent) würde für Anlagen virtuelle Währungen nutzen.

Wenn es um den Preisvergleich von Produkten und Dienstleistungen geht, neigen Verbraucher eher zu staatlichen Währungen – für 77 Prozent der Befragten sind diese am besten zum Preisvergleich geeignet. Gold (48 Prozent) genauso wie Kryptowährungen (36 Prozent) werden eher weniger als Recheneinheit empfunden.

Auch wenn in absehbarer Zeit keine Ablösung traditioneller Zahlungsmittel zu erwarten ist, sollte die Finanzwelt Kryptowährungen jedoch mehr Beachtung schenken. Während 2016 nur fünf Prozent die neue Zahlungsform bereits benutzt haben, sind es laut der aktuellen Studie mit elf Prozent immerhin schon doppelt so viele. Und auch die Digitalisierung trägt ihren Teil zur Weiterentwicklung bei.

Abbildung 01: Chancen und Risiken der Kryptowährungen

Abbildung 02: Chancen und Risiken der Kryptowährungen

 

[Quelle: BearingPoint]

[ Bildquelle: © rcfotostock - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Studie

Risikolandkarte 2018

Störungen in der Lieferkette sowie Cyberrisiken

Redaktion RiskNET16.01.2018, 14:09

Sie richten sich gegen das Rückgrat der vernetzten Wirtschaft und können den Erfolg oder gar die Existenz von Unternehmen jeder Größe und Branche gefährden: Die Risiken einer Betriebsunterbrechung...

News

Dreamteam im Kampf gegen die Wirtschaftskrise

Der Vorstand und sein Risikomanager

Redaktion RiskNET09.01.2018, 12:51

Obwohl Risikomanagement in deutschen Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben ist, praktizieren es viele noch immer mangelhaft. Sei es, weil sie es nicht richtig verstehen, ihm keine Bedeutung beimessen...

News

Kryptowährung mit Risiken und Nebenwirkungen

Neue Geschäftsmodelle um Bitcoin & Co

Redaktion RiskNET08.01.2018, 21:19

Investoren, Unternehmer, Krypto-Anarchisten und Inflationsgegner aus der bargeldverliebten Bundesrepublik Deutschland scharen sich um die Digitalwährung Bitcoin. Getrieben von diesem Interesse,...

Kolumne

Moritz'sche Risikomühle

Relevante Risikoinformationen erfassen

Frank Moritz22.12.2017, 08:01

Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit damit ein Risk Management-Systems einzuführen oder ihr bestehendes System in Richtung operationeller Risiken, Risiken aus Prozessen, Personen, Technik...

Kolumne

Risiken und Chancen

Überraschungen des Jahres 2018

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.20.12.2017, 10:11

Bei den makroökonomischen Vorhersagen für das Jahr 2017 ist vieles so eingetroffen wie erwartet. Trotzdem haben Anleger den Eindruck, dass das Jahr in mancherlei Hinsicht ganz anders gelaufen ist,...