News

Bundesrat verabschiedet Maßnahmenbündel

Abwehr gegen Immobilienblasen

Redaktion RiskNET12.05.2017, 14:21

Der Bundesrat hat ein Maßnahmenbündel zur Abwehr von Gefahren für die Finanzmarktstabilität im Immobilienbereich abschließend gebilligt. Der Bundestag hatte das Finanzaufsichtsrechtergänzungsgesetz bereits Ende März beschlossen. Es muss nun vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden und soll überwiegend am Tag nach der Verkündung in Kraft treten.

Die Finanzaufsicht Bafin soll nach dem von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) federführend ausgearbeiteten Gesetz im Fall einer drohenden Blase unmittelbar einschreiten und die Hürden für die Geldhäuser bei der Vergabe von Krediten für Wohnimmobilien erhöhen können. Dafür sollen zusätzliche Instrumente geschaffen werden, mit denen die Aufsicht Kreditgebern "zur Abwehr einer drohenden Gefahr für die Finanzstabilität" Kriterien für Neukredite vorgeben kann.

Die Bedingungen sollen nach Kritik der Wirtschaft aber weniger hart ausfallen als eigentlich von Schäuble geplant. Anstatt vier sollen nur zwei Kriterien zur Anwendung kommen. Droht eine Blase, kann die Bafin demnach eine Obergrenze für das Verhältnis von Darlehenshöhe und Immobilienwert festlegen und eine zeitliche Vorgabe für die Tilgung machen. Außerdem gibt es Bagatellgrenzen: So sollen Darlehen bis zu 50.000 Euro gar nicht erfasst werden.

Darüber hinaus soll das Gesetz Rechtsunsicherheiten beseitigen, die im Zuge der Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie Anfang 2016 entstanden sind und die zu einer eingeschränkten Kreditvergabe für junge Familien und Senioren geführt hatten.

In einer Entschließung dazu begrüßten die Länder laut Bundesrat, dass das Gesetz teilweise auch Verbesserungsvorschläge aus einer Länderinitiative aufgreift, und äußerten die Erwartung, dass sich die Versorgung mit Immobilienkrediten wieder verbessert, ohne dass Verbraucherinnen und Verbraucher Gefahr laufen, sich zu überschulden. Zugleich erneuerten die Länder demnach aber ihre Forderung nach mehr Rechtssicherheit bei der Kreditwürdigkeitsprüfung, insbesondere für ältere Menschen und junge Familien, und forderten die schnelle Vorlage einer Verordnung dazu.

[ Bildquelle: © fotomek - Fotolia.com ]


Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

News

Im Interview: Thorsten Kodalle

Vom Wargaming und der Resilienz

Redaktion RiskNET12.02.2018, 08:00

Oberstleutnant i. G. Thorsten Kodalle, Dozent für Sicherheitspolitik an der Führungsakademie der Bundeswehr, stellt die Frage, ob die Welt heute noch kontrollierbar sei? Seiner Meinung nach nein....

News

Im Interview: Herbert Saurugg

Energieversorgung und die Risiken

Redaktion RiskNET10.02.2018, 08:00

Der Experte für die Vorbereitung auf den Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen, Herbert Saurugg, erwartet in den kommenden Jahren einen europaweiten Strom- und Infrastrukturausfall. Das Risiko...

Kolumne

Merkwürdige Reaktion der Kapitalmärkte auf Populismus

Risikofaktor Populismus

Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset Management S.A.07.02.2018, 21:34

Ray Dalio ist einer der reichsten Männer Amerikas. Er hat den Hedgefonds Bridgewater gegründet, der zu den erfolgreichsten der Branche gehört. Er interessiert sich aber nicht nur für Geld. Er ist...

News

Im Interview: Günther Schmid

Von einer Welt in Unordnung

Redaktion RiskNET02.02.2018, 14:33

Für Günther Schmid, vormals Mitarbeiter beim Bundesnachrichtendienst und Professor für Internationale Politik und Sicherheit an der Beamtenhochschule, schreite der Zerfall von Strukturen und Ordnung...

Kolumne

Risiken proaktiv managen

Branding – Nur eine schöne Fassade?

Wolfgang Schiller26.01.2018, 10:51

Ein neues Zauberwort hat sich mittlerweile im Marketing etabliert: Branding. Schnell gegoogelt und schon weiß man, dass Branding zum einen etwas mit "Einbrennen bestimmter Muster in die...