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Erdbeben, Überflutungen und Stürme

2011: Katastrophen verursachen Rekordschäden

Redaktion RiskNET15.12.2011, 15:53

Das Jahr 2011 wird nach Einschätzung des Rückversicherers Swiss Re mit seinen Erdbeben, Überflutungen und Stürmen als das bisher teuerste in die Geschichtsbücher eingehen. Den gesamten volkswirtschaftlichen Schaden beziffern Experten des Rückversicherer auf 350 Mrd USD nach 226 Mrd USD im Vorjahr. Sie verwiesen auf die Erdbeben in Neuseeland und Japan, das Hochwasser in Thailand und eine ganze Reihe an Stürmen in den USA.

Die Versicherungswirtschaft musste dabei für Schäden in Höhe von 108 Mrd USD aufkommen, nachdem im Vorjahr lediglich 48 Mrd USD zu zahlen waren. Gerade in Japan waren viele Geschädigte aber nicht versichert, zumindest für die Versicherer hätte es schlimmer kommen können.

Die Schadenssumme ist für die Versicherungswirtschaft aber immer noch die zweithöchste eines Jahres. Nur 2005, als allein die Wirbelstürme Katrina, Wilma und Rita die Versicherer mehr als 100 Mrd USD kosteten, mussten sie noch tiefer in die Tasche greifen.

Die mit Abstand größte Katastrophe - in menschlicher und ökonomischer Hinsicht - ereignete sich 2011 bei dem Erdbeben in Japan. Die meisten der in diesem Jahr 30.000 Toten durch Naturkatastrophen gingen auf das Konto des Tsunamis nach dem Erdbeben. Generell seien in vielen erdbebengefährdeten Ländern die Menschen nicht gegen diese Naturkatastrophen abgesichert, sagte der Chef-Ökonom von Swiss Re.

Bei Unternehmen wie der Swiss Re oder der Munich Re schließen Versicherungsunternehmen Verträge ab, um bei kapitalen Schäden, wie etwa Erdbeben, nicht in eine Schieflage zu geraten. Die Rückversicherer können größere Schadenssummen stemmen.

 

[Bildquelle: iStockPhoto]



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