News

Präventives Risikomanagement

150 Tonnen Gold werden zurückgeholt

Redaktion RiskNET23.10.2012, 10:11

Die Deutsche Bundesbank wird einen Teil der im Ausland lagernden Goldbestände nach Deutschland holen. Wie aus einem Bericht des Bundesrechnungshofs (BRH) hervorgeht, sollen in den drei kommenden Jahren jeweils 50 Tonnen des bei der US-Federal Reserve Bank liegenden Goldes nach Deutschland gebracht werden, "um es hier einer eingehenden Prüfung zu unterziehen".

Kritiker der bisher gängigen Praxis befürchten, dass das im Ausland lagernde Gold im Konfliktfall einfach von den anderen Staaten eingezogen werden könnte. Ein Teil der 3.396 Tonnen des Edelmetalls werden seit Jahrzehnten bei der US-Notenbank Fed in New York, der französischen Nationalbank in Paris und der britischen Zentralbank in London verwahrt.

Die Rechnungsprüfer fordern außerdem, den Goldschatz im Ausland regelmäßig stichprobenartig zu prüfen. Die Notenbank reagierte kritisch auf den Bericht, den der BRH nun dem Bundestags-Haushaltsausschuss vorgelegt hat. Sämtliche im eigenen Hause gelagerten Goldbestände habe die Bundesbank mindestens einmal stückzahlmäßig aufgenommen und gewogen.

Ein Sprecher der Bundesbank äußerte sich zurückhaltend zu den Forderungen des Rechnungshofes. "Unser Prüfverfahren ist rechtlich einwandfrei. 60 Jahre lang hat auch der Bundesrechnungshof das alles für stichhaltig erachtet", sagte Bundesbank-Sprecher Michael Best. Nun wünsche der BRH darüber hinauszugehen. "Diese Wünsche sind nur bedingt realisierbar. Soweit sie realisierbar sind, wollen wir dem Bundesrechnungshof gerne entgegen kommen."

Aus der Politik kam unterdessen generelle Kritik an der Lagerung der Goldreserven im Ausland. "Ich verstehe nicht, warum deutsches Gold im Ausland liegt," sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder. "Andere Länder gehen mit ihren Goldreserven anders um", zum Beispiel Frankreich. Die Frage sei, warum der Bundestag nicht Einblick in die bei der Bundesbank deponierten Barrenlisten nehmen könne.


[Bildquelle: © VRD - Fotolia.com]

 



Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Themenverwandte Artikel

Kolumne

Das unterschätzte Katastrophenszenario

Europaweiter "Blackout"

Herbert Saurugg06.12.2017, 17:56

In den letzten Monaten häufen sich die Berichte über einen mögliches Strom- und Infrastrukturausfall beziehungsweise über die Vorbereitungsmaßnahmen verschiedener Organisationen und Kreise. Der...

Studie

Enterprise Risk Management

Risikomanagement im Spiegel deutscher Fachbücher

Jan Braunschmidt | Christina Trageser | Leonhard Knoll17.11.2017, 10:10

Risikomanagement hat als Subdisziplin im Grenzbereich zwischen Betriebswirtschaftslehre und angewandter Mathematik/Statistik seit der Jahrhundertwende eine immer größere Bedeutung erlangt. Dies gilt...

News

RiskNET Summit 2017: Nachlese, 2. Tag

Kultur, Methoden, Chancenmanagement

Redaktion RiskNET27.10.2017, 23:32

"Wo Kriegsgewinnler Hummer essen." So titelt es aktuell Spiegel Online und nennt den Ort "Warlord City in Somalia". Dort, wo im Country Club der somalischen Hauptstadt Mogadischu...

News

RiskNET Summit 2017: Nachlese, 1. Tag

Vom gelebten Risikomanagement …

Redaktion RiskNET25.10.2017, 06:30

"Es könnte alles so einfach sein …" sang die Gruppe "Die Fantastischen Vier" schon vor Jahren. Und die Jungs folgern in ihrem Song: "Ist es aber nicht". Das Lied verrät...

Kolumne

Methoden im Risikomanagement

Komplex oder kompliziert – das ist die Frage

Frank Romeike | Herbert Saurugg06.10.2017, 11:02

Nachdem wir immer wieder auf die fälschliche Verwendung des Begriffs "Komplexität" stoßen, möchten wir mit diesem Beitrag eine einfach verständliche Erklärung liefern, was unter Komplexität...