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Kreditkartenbetrug

Kartenbetrug in 18 Monaten um 60 Prozent zugenommen

22. Februar 2011, 18:50
Kartenbetrug in 18 Monaten um 60 Prozent zugenommen

Laut einer aktuellen Studie haben die Fälle von Bank- und Kreditkartenbetrug in den vergangenen 18 Monaten weltweit um 60 Prozent zugenommen. Während noch im Sommer 2009 rund 18 Prozent der Befragten in acht wichtigen Volkswirtschaften angaben, in den vergangenen fünf Jahren einem Kartenbetrug zum Opfer gefallen zu sein, waren es Ende 2010 bereits 29 Prozent, so die Ergebnisse einer Studie von ACI Worldwide. In Deutschland liegt der aktuelle Wert bei 14 Prozent und damit im internationalen Vergleich eher niedrig: In Großbritannien beträgt der Anteil 33 Prozent und in China sogar 43 Prozent. Den niedrigsten Wert verzeichnen die Niederlande mit elf Prozent.Nach einem Betrugsfall würden 39 Prozent der Deutschen einen Wechsel des Finanzdienstleisters mindestens in Betracht ziehen. Weitere 46 Prozent würden dies von der Servicequalität der Bank nach dem Betrugsfall abhängig machen. Diese Werte decken sich annähernd mit den Ergebnissen auf internationaler Ebene. Allerdings waren auch 83 Prozent der Deutschen, die tatsächlich schon einmal Opfer eines Betrugs wurden, mit der Reaktion ihrer Bank zufrieden. Hier sind klare Unterschiede im Ländervergleich erkennbar: Während Großbritannien und die USA mit 86 bzw. 88 Prozent sogar noch leicht bessere Werte aufweisen, liegt die Zahl der Zufriedenen in Indien mit 58 Prozent, in Dubai mit 61 Prozent und in Singapur mit 68 Prozent deutlich niedriger.

Schnelle Rückerstattung und Aufdeckung sind entscheidend

Im Betrugsfall erwarten die deutschen Kunden von ihrer Bank vor allem eine zügige Rückerstattung des Geldes (44 Prozent der Nennungen) sowie eine möglichst schnelle Entdeckung des Betrugs (29 Prozent der Nennungen). Auf internationaler Ebene ist den meisten Kunden ebenfalls die Rückerstattung des Geldes am wichtigsten (34 Prozent der Nennungen). Den zweiten Platz belegt mit 27 Prozent jedoch die Erwartung, dass die Bank den Betrug schneller erkennt als die Kunden selbst. US-amerikanische und kanadische Kunden halten dies mit 40 bzw. 39 Prozent der Nennungen sogar für das wichtigste Kriterium.

80 Prozent der deutschen Befragten gehen davon aus, dass ihre Bank im Rahmen ihrer Möglichkeiten für weitgehenden Schutz vor Kartenbetrug sorgt. 19 Prozent glauben aber, dass die Sicherheitsvorkehrungen ihrer Bank nicht ausreichend sind. Dieses Bild entspricht annähernd dem internationalen Ergebnis, wobei die Befragten in China, Brasilien und Dubai deutlich kritischer urteilen, während sich die Kunden in Kanada am positivsten äußerten.

Kunden wollen vor einer Kartensperrung informiert werden

Mit 83 Prozent will die überwiegende Mehrheit der deutschen Befragten wie auch der Umfrageteilnehmer weltweit von ihrer Bank über verdächtige Vorfälle im Zusammenhang mit ihrer Kredit- oder Bankkarte informiert werden, bevor die Karte gesperrt wird. Dabei ist das Mobiltelefon Kommunikationsmittel der Wahl: Einen Anruf oder eine SMS auf dem Handy wünschen sich 36 Prozent der Befragten in Deutschland. International bevorzugen mit 54 Prozent sogar noch deutlich mehr Befragte das Mobiltelefon, in Dubai sind es gar 85 Prozent. Dagegen erwarten in Deutschland 31 Prozent der Befragten einen Anruf auf dem Festnetztelefon – weitaus mehr als im internationalen Vergleich: Weltweit setzen nur 20 Prozent auf dieses Kommunikationsmittel.

Nach Ansicht der Studienautoren zeigt die Befragung deutlich, dass sich Investitionen in die Sicherheitsinfrastruktur für Banken in Form eines hohen Kundenvertrauens auszahlen. "Finanzinstitute werden besser im Umgang mit Kartenbetrug. Dennoch steigt die Zahl der Betrugsfälle, und darüber hinaus beobachten wir, dass sich die Methoden der Betrüger ständig wandeln. So wird sich die Finanzbranche künftig etwa stärker darauf einstellen müssen, Identitätsdiebstahl zu bekämpfen und betroffene Kunden zu unterstützen", so das Resümee von Felitas Aguilar von ACI Deutschland.


[Bildquelle: iStockPhoto]




Kommentare

Prinz_August_von_Hannover, Dienstag, 22.02.2011 - 22:00:
Bei kostenlosen Girokonten und kostenlosen Kreditkarten sind die Banken wohl kaum geneigt in die Sicherheit dieser Produkte zu investieren. Es würde schon viel helfen wenn z.B. vor jeder Transaktion über 500 EUR eine Art TAN-Nummer auf das Handy zur gesendet wird, die zur Freischaltung der Zahlung notwendig ist. Dann müssten die Diebe nicht nur im Besitz von ein paar Zahlenkolonnen sein, sondern auch physisch über das Handy des Opfers verfügen. Dann nimmt man noch ein Tageslimit hinzu und vielleicht ein Limit für Auslandsüberweisungen (wer braucht schon permanent seine Kreditkarte im Ausland mit unbegrenzten Limit? Die meisten nutzen die Karte dort nur im Urlaub). Aber solche Vorkehrungen kosten natürlich Geld und im Moment scheint es für die Kreditinistute billiger zu sein die "paar" Opfer zu entschädigen.
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joody, Dienstag, 22.02.2011 - 22:50:
Lesenswerter Text im Zusammenhang mit der Untätigkeit eines Betrugsdezernats im Zusammenhang mit Kreditkartenbetrug:

http://www.gulli.com/news/kreditkartenbetrug-betrugsdezernat-blieb-komplett-unt-tig-2011-02-07
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