22.05.2012
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Schritt für Schritt zu einem internen Holdingmodell

Internes Holdingmodell nach Solvency II

Von: Heep-Altiner/Haker/Lazic/Westermann, 298 Seiten, VVW, Karlsruhe 2011.

23. Februar 2012, 17:50
Maria Heep-Altiner/Henry Haker/Daroslav Lazic/Frank Westermann: Internes Holdingmodell nach Solvency II – Schritt für Schritt zu einem internen Holdingmodell, Verlag Versicherungswirtschaft, Karlsruhe 2011, 298 Seiten, 45,00 Euro, ISBN-13: 978-3-899-52632-5

Mit dem Reformprojekt "Solvency II" wird aktuell an einem international anwendbaren System für die Berechnung einer ausreichenden Solvabilitätsspanne gearbeitet, das gravierende Veränderungen für die Versicherungswirtschaft zur Folge hat. Ziel ist die Bestimmung des Risikokapitalbedarfs am tatsächlich eingegangenen Risiko eines Versicherungsunternehmens zu orientieren. Damit verschiebt sich das quantitative Vorgehen der bisherigen Solvabilitätsrichtlinien in Deutschland hin zu einer ganzheitlichen, qualitativen Überprüfung der Risikoposition. Kernstück von Solvency II ist das sogenannte 3-Säulen-Konzept. Ziel der Säule I ist die Einführung risikobasierter Eigenmittelvorschriften. Ergänzt werden diese durch qualitative Anforderungen, die das aufsichtsrechtliche Überprüfungsverfahren konkretisieren (Säule II) sowie durch verstärkte Berichtspflichten (Säule III).

Die Eigenmittelanforderungen aus Säule I errechnen sich künftig gemäß der Risikoposition, wobei zwei mögliche Verfahren zur Berechnung des erforderlichen Risikokapitals vorgesehen sind: Entweder ein standardisierter Ansatz (Standardmodell) oder alternativ ein internes Modell des jeweiligen Unternehmens, das von der BaFin zertifiziert werden muss.

Das Buch "Internes Holdingmodell nach Solvency II" basiert auf einer Projektarbeit von Masterstudenten des Instituts für Versicherungswesen an der Fachhochschule Köln. Mit dem Projekt wurde das Ziel verfolgt, für ein internes Modell einer Holding das Thema über den engen Kreis der modellierenden Aktuare hinaus von Grund auf so zu entwickeln, dass ein tiefgehendes Verständnis der Vorgehensweise und mathematischen Techniken ermöglicht wird, um im Berufsalltag souverän mit einem solchen Modell umgehen zu können. An dem Buch haben über 20 Autoren mitgewirkt.

Im einleitenden Kapitel weisen die Autoren darauf hin, dass IFRS und Solvency II gut zueinander passen. Hierbei wird allerdings weitgehend die Tatsache ausgeblendet, dass das International Accounting Standards Board (IASB) es bis heute nicht geschafft hat, einen einheitlichen Standard einzuführen, der eine marktwertbasierte Rechnungslegung für Versicherungsverträge vorsieht. Das anschließende zweite Kapitel konzentriert sich auf eine stochastische GuV für ein Holdingmodell sowie das Konzept von Pfadidentität auf der Basis gemeinsamer Szenarien. Für ein Holdingmodell ist es von besonderer Bedeutung, dass die einzelnen Beteiligungen adäquat bewertet werden. Daher werden im dritten Kapitel die Beteiligungen an Lebens-, Schaden- und Rückversicherungsunternehmen betrachtet und eine (Fair Value) Bewertung skizziert. Das anschließende vierte Kapitel setzt sich mit den sonstigen Asset- und Liabilityrisiken auseinander. Für eine allumfassende Betrachtung der Risikosituation einer Holding gibt es weitere drei Faktoren, die einen Einfluss auf die GuV haben: das Ausfallrisiko, das operationelle Risiko und die außerordentliche Steuerabschreibung. Auf diese Themen konzentriert sich Kapitel 5. In Abbildung 96 wurde die Beschriftung der Abszissenachse vertauscht (hoch, mittel, niedrig). Im abschließenden sechsten Kapitel wird das Gesamtmodell zusammenfassend beschrieben.

Fazit: Das Buch bietet eine solide und anschauliche Einführung in die mathematische und ökonomische Welt von internen Modellen in Versicherungsunternehmen und kann insbesondere Nicht-Aktuaren empfohlen werden.

 

Rezension von Frank Romeike

 

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