22.05.2012
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Nicht vorbereitet auf Reputationsrisiken durch Social Media

Aktuelle Studie: Gefahr aus dem Web

23. April 2011, 11:35
Aktuelle Studie: Gefahr aus dem Web

Social Media verändern nicht nur das individuelle Kommunikationsverhalten, sondern lassen für Unternehmen auch völlig neue Risiken entstehen, die innerhalb des jeweiligen Risikomanagements bislang nur unzureichend oder gar nicht berücksichtigt werden. Das Kompetenzportal RiskNET, die Executive Partners Group und PRGS, Unternehmensberatung für Politik- und Krisenmanagement, haben in Zusammenarbeit mit der Quadriga Hochschule Berlin dazu eine explorative Befragung durchgeführt. Mehr als 2.400 Risikomanager und Kommunikationsverantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum wurden insbesondere nach ihrer Einschätzung zur Nutzung von Social-Media-Plattformen und den daraus entstehenden Reputationsrisiken für Unternehmen und Top-Manager befragt.

Demnach messen zwei Drittel der Befragten der Relevanz von Reputationsrisiken eine erhebliche Bedeutung zu und gewichten diese Risikoklasse ähnlich wie Markt-, Kredit- oder operationelle Risiken. Fast 90 Prozent der Unternehmen erwarten eine starke Zunahme des Risikopotenzials auf die Reputation von Unternehmen und Top-Managern durch stärker frequentierte Social-Media-Plattformen, Blogs und andere Web-2.0-Plattformen im Internet.

Trotz des offensichtlich vorhandenen Risikobewusstseins haben drei Viertel der befragten Unternehmen bislang jedoch keine Social Media-Strategie eingeführt bzw. umgesetzt.

Nur wenige Führungskräfte nutzen Social Media

Dass Social Media ihre persönliche und berufliche Reputation sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können, davon sind mehr als drei Viertel der Befragten überzeugt. Geschäftlich werden sie aber nur von weniger als 10 Prozent der Führungskräfte genutzt. XING und – mit einigem Abstand – auch Facebook führen die Liste der aus geschäftlicher Sicht für wichtig erachteten Social Media-Plattformen an.

Zurückhaltung bei Social Media -Richtlinien und -Monitoringprozessen

Hinsichtlich der Installierung von Social Media-Richtlinien oder Monitoringprozessen als Frühwarnsystem sind die Unternehmen eher zurückhaltend: Bei knapp der Hälfte der Befragten existieren noch keine firmeninternen Richtlinien für den Umgang mit den Social Media. Auch geben zwei Drittel der Unternehmen zu, bislang keinen Monitoringprozess für Social Media-Plattformen etabliert zu haben. Und nur bei gut jedem zehnten Unternehmen gibt es eine regelmäßige qualitative bzw. quantitative Bewertung der möglichen Reputationsrisiken durch die Nutzung von Social Media-Plattformen.

Diese Ergebnisse erstaunen insbesondere vor dem Hintergrund, dass über eines Einigkeit besteht: Fast alle Befragten gehen davon aus, dass die Bedeutung von Social Media für das Risikomanagement in Unternehmen weiter steigt.

Download der wesentlichen Ergebnisse:


Siehe auch: Süddeutsche Zeitung vom 23./24./25. April 2011, Seite 25, "Die heimliche Macht im Netz"



[Bildquelle: iStockPhoto]




Kommentare

michel, Samstag, 23.04.2011 - 12:02:
Interessante Ergebnisse ... von hoher Aktualität. Kann die Erfahrungen aus meinen eigenen Erfahrungen bestätigen. Viele Unternehmen gehen mit dem Thema Social Media viel zu blauäugig um und haben keinerlei Strategie!!
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silke, Samstag, 23.04.2011 - 14:45:
die gefahr sehe ich vor allem in dem dominoeffekt in den sozialen netzwerken, den man als unternehmen nicht mehr steuern kann. ploetzlich steht man einem reputationsrisiko gegenüber, obwohl die ursache eher marginal ist. siehe jack wolfskin: die haben mit einer juristisch korrekten antwort reagiert und ernteten kritik in den weiten des internets. im zeitalter von social media müssen unternehmen anders kommunizieren ... und das haben leider viele noch nicht gelernt ;-(
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Pleitegeier, Sonntag, 24.04.2011 - 23:44:
Wie war das noch mit dem US-Abgeordneten in der Online-Kontaktbörse und seinen selbstgeschossenen halbnackten Fotos? :- ))) Hat ihn seinen Job gekostet ;-)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,744731,00.html
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Samuel, Montag, 25.04.2011 - 08:33:
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Jo, Montag, 25.04.2011 - 08:35:
@Pleitegeier: Wird ihn nicht besonders gestört haben. Seine Pension wird er trotzdem bekommen. Jetzt kann ich sich vollumfänglich seinen Hobbies widmen ... ;-)
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Frank, Montag, 25.04.2011 - 08:43:
Leider haben die wenigsten Unternehmen das Thema auf ihrer Agenda. Erst vor wenigen Tagen habe ich mal wieder ein Entschuldigungs-E-Mail von einem Facebook-Nutzer erhalten, der völlig überrascht war, dass Facebook auf sein komplettes Outlook-Adressbuch zugegriffen hat und alle dort registrierten E-Mail-Adressen angeschrieben hat und mit Einladungen zu Facebook bombadiert hat. Das zeigt die Blauäugigkeit mit der viele Nutzer in den weiten des World Wide Webs unterwegs sind. Die verstehen weder die Geschäftsmodelle der Social Media Anbieter noch die potenziellen Reputationsschäden für sich selber und auch den Arbeitgeber ... da ist vor allem Aufklärung angesagt!
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Bobo, Montag, 25.04.2011 - 13:06:
Klassiches Dilemma: Auf der einen Seite sollte man sich den neunen Kommunikationskanälen nicht verschließen. Ansonsten verspielt man als Unternehmen sehr schnell wertvolle Chancen auf Dialoge mit seinen Kunden, Partnern und potenziellen Mitarbeitern sowie der gesamten Öffentlichkeit.
Auf der anderen Seite können aus ungefilterten Informationen auch schnell Reputationsschäden für Unternehmen entstehen. Es kann keine 100% Kontrolle der ausgehenden Informationen geben.

Was sollte man darauf ableiten?
1. Unternehmen sollten ein aktives Web- und Social-Media-Monitoring betreiben.
2. Unternehmen sollten angemessene Social Media Richtlinien erarbeiten und im Unternehmen kommunizieren. Ziel muss es sein, dass Mitarbeiter sensibilisiert werden und mögliche Folgen aus ihren Online-Aktivitäten einschätzen können.
3. Klare Verantwortlichkeiten definieren. Evtl. sollten Unternehmen auch darüber nachdenken einen Social Media Verantwortlichen zu definieren, der die rasanten Entwicklungen beobachtet und Absprechpartner für alle Mitarbeiter ist.
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Panzerknacker, Mittwoch, 27.04.2011 - 08:56:
Ein aktuelles Beispiel für enorme Reputationsrisiken aus dem Web bietet das Beispiel Sony: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/sonyplaystation100.html
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Jürgen, Mittwoch, 04.05.2011 - 09:54:
Es ist noch viel schlimmer. Die Unternehmen sind sich ihrer Reputationsrisiken überhaupt nicht bewußt. Gleich ob in Social Media oder sonstwie.

Die Methodik der Befragung und die Ableitung ist für mich unklar. Wenn ich an einer Befragung über Risiken teilnehme und irgendetwas ankreuze sagt das nichts über mein Wissen geschweige denn mein Bewußtsein. Vielleicht habe ich von der Existenz des Sachverhalts durch die Befragung erstmalig erfahren.

Studien über Manager und Social Media gehen zur Zeit weg wie warme Semmeln. Der Tenor ist fast immer der gleiche: Die Top-Manager sind selbst nicht in Social Media aktiv und das sollten sie dringend ändern. Sollten sie nicht, das ist nicht ihr Job. Und Social Media-Berater, die das fordern, beweisen nur ihre völlige Unkenntnis des Milieus. Top-Manager haben anderes zu tun, nämlich zu managen. Fürs Twittern können sie dann Top-Twitterer einstellen oder beauftragen.
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freddy, Mittwoch, 04.05.2011 - 11:24:
Genau so wenig wie die Chefs (egal ob Top oder in der Mitte) für das Unternehmen sprechen (sollen), sondern dafür einen Profi beschäftigen - was sich ja auch langsam herum spricht - sollte er/sie nicht zwitschern. Mir ist nicht klar, wer bei der zitierten Untersuchung alles geantwortet hat, in unserem Hause war das die Kommunikations-Abteilungsleitung. Risiko-Management in dieser dafür zuständigen Abteilung hat sich nicht verändert, denn NIE hat "man" der Hand, was aus Informationen/keinen Informationen gemacht wird. Gemäß der Parole "Holzauge sei wachsam" könnten mehr Holzaugen beschäftigt werden, um alle Kanäle zu überwachen. Aber so wenig wie man mit angezogener Handbremse fährt, um einen Unfall zu verursachen, kann die Beschäftigung von Überwachern Aufgabe einer Kommunikationsabteilung sein. Wir machen also weiter wie bisher: es gibt einen Plan für den Notfall, der aber so flexibel ist, dass er auf die jeweils immer ganz andere Situation angewendet werden kann.
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