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 RiskNET Newsletter vom 23. Juni 2009

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RiskNET Kolumne Juli 2009: Risikoorientierte Preispolitik im Vertrieb

In der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise äußern immer mehr Unternehmen die Sorge, dass die gerade nun erforderliche Kreditrisikoversicherung nicht mehr im gewünschten Umfang zur Verfügung steht. Welche Alternativen gibt es zur Kreditrisikoversicherung? In der RiskNET Kolumne Juli 2009 wird die Idee eines wertorientierten Forderungsmanagements vorgestellt, das Kreditrisikomanagement und die Preispolitik des Vertriebs miteinander verbindet. Die Grundidee ist einfach: Unternehmen, die selbst über eine ausreichende Risikotragfähigkeit verfügen, können durchaus höhere Kreditrisiken übernehmen - wenn diese vom Geschäftspartner durch höhere Erträge bzw. Margen bezahlt werden.

Das Kreditrisikomanagement spielt speziell im Rahmen einer modernen wertorientierten Unternehmensführung eine wesentliche Rolle. Bei dieser ist der (berechnete) Wert der Erfolgsmaßstab, der Ertrag und Risiko in einer Kennzahl verbindet, und dazu dient, Investitionsmöglichkeiten - aber auch potentielle Kunden - zu beurteilen. Das Kreditrisikomanagement hat Einfluss auf mehrere Werttreiber. Weiter




Risikofaktor "Mensch" im Fokus der Risikomanager

Spätestens mit dem Ausbruch der Finanzkrise und den damit verbundenen Fragen nach ihren Ursachen rückte der Risikofaktor "Mensch" wieder verstärkt in das Interesse der Risikomanager. Dies erscheint nur konsequent: Zwar wird "menschliches Versagen" oftmals nur im Bereich der operationellen Risiken explizit als eigenständige Schadensursache erfasst - wenn man jedoch die Ursache-Wirkungskette eines Ereignisses nur lange genug zurückverfolgt, gelangt man irgendwann fast zwangsläufig zu einem Fehler des Menschen. Insbesondere gilt dies natürlich auch für die Risikomodelle, deren Qualität sich in der Finanzkrise vielfach als unzureichend erwiesen hat. Auch sie werden von Menschen erdacht, entwickelt, interpretiert und angewendet. Vor diesem Hintergrund erscheint es daher durchaus sinnvoll, sich intensiver mit den vielfältigen Implikationen zu befassen, die dem Thema "menschliche Psyche" im Bereich des Risikomanagements zukommen. Weiter

 

Menschliche Fehlleistungen als Ursache der Finanzkrise

Obgleich sich die Lage an den internationalen Finanzmärkten zuletzt etwas aufgehellt hat, jährt es sich nun bald schon zum zweiten Mal, dass wir in Deutschland erste Banken stützen mussten, die aufgrund ihrer Engagements im amerikanischen Subprime-Immobilienmarkt in Schieflage geraten waren. Müßig ist es, darüber zu spekulieren, wo wir heute stünden, hätte es die Eskalation der Finanzkrise im vergangenen Herbst nicht gegeben. Unstrittig ist, dass sich mit der Insolvenz des US-Investmenthauses Lehman Brothers die Situation fundamental veränderte. So wurde im Herbst 2008 aus einer Finanzmarktkrise, die auf eine noch überschaubare Anzahl von Marktsegmenten beschränkt war, eine globale Finanzkrise, die sich zur weltweiten Wirtschaftskrise auswuchs.

Gerne wird für diese Ereignisse auf Begriffe zurückgegriffen, wie Erdbeben oder Tsunami und ähnliches. Der Vergleich mit Naturkatastrophen versucht zu umzuschreiben, wie schwerwiegend die Folgen, aber auch wie komplex und schwer zu verstehen die Vorgänge sind. Weiter

 

Unternehmen haben Nachholbedarf beim Risikomanagement

Unternehmen in Deutschland haben Nachholbedarf beim Risikomanagement. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 400 Unternehmen, die die Deutsche Bank veröffentlicht hat. Abhängig von der Unternehmensgröße und der Region messen Unternehmen dem Risikomanagement unterschiedlich große Bedeutung bei. "Die Ergebnisse der Studie zeigen anschaulich, welche Risiken für Unternehmen vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise im Zentrum stehen. Erstaunlich ist, dass trotz der großen wirtschaftlichen Herausforderungen sehr viele Unternehmen auf ein Risikomanagement verzichten und wichtige Gefahrenquellen wie Währungsrisiken weiterhin unterschätzt werden - obwohl Unternehmen sich der großen Bedeutung eines Risikomanagements bewusst sind", so Ulrich Schürenkrämer, Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Deutschland und des Management Committee Deutschland der Deutschen Bank.

Für 82 Prozent der befragten Unternehmen ist das Thema Risikomanagement sehr wichtig oder wichtig. Dabei messen größere Unternehmen dem Thema eine höhere Bedeutung bei (89 Prozent) als kleinere Unternehmen (75 Prozent). Weiter

 

Terrorismus verlagert sich vom Mittleren Osten nach Zentral- und Südostasien

Laut der aktuellen "Terrorism Threat Map 2009" des Industrieversicherungsmaklers Aon Risk Services dürfte sich der Schwerpunkt des islamischen Terrorismus zunehmend vom Mittleren Osten nach Zentral- und Südostasien verlagern. Erhöhte Aktivitäten würden demnach bereits in Pakistan, Indien und Afghanistan festgestellt. Zudem seien auch Thailand und Nepal betroffen. Für die Analyse wertete Aon zusammen mit der Sicherheitsberatung Janusian Daten zu terroristischen Anschlägen, Plänen, Verschwörungen und Veröffentlichungen aus, wobei auch staatliche Gegenmaßnahmen berücksichtigt wurden. Untersucht wurden sowohl die Absicht als auch die Fähigkeit verschiedener Gruppen in unterschiedlichen Ländern, terroristische Anschläge zu verüben.

Bemerkenswert erscheint den Autoren in diesem Jahr unter anderem die Tatsache, dass es wieder mehr terroristische Vereinigungen mit "traditionellen" politisch-ideologischen Hintergründen gibt. Längst vergessene Gruppen wie der Leuchtende Pfad in Peru oder anarchistische Bewegungen in Griechenland zeigen neue Aktivität. Weiter

 

Finanzkrise löst 2009 Insolvenzwelle aus

Einer Prognose der der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG zufolge wird die tiefe Rezession in Deutschland im laufenden Jahr für eine Zunahme der Firmeninsolvenzen um fast 20 Prozent auf 35.000 Fälle sorgen. Für das nächste Jahr wird ein weiterer Anstieg um gut elf Prozent auf fast 39.000 Insolvenzen befürchtet. Die Summe der Not leidenden Forderungen dürfte nach der aktuellen Schätzung im Jahr 2009 um fast 36 Prozent auf 30 Mrd. Euro zunehmen und im nächsten Jahr um weitere zehn Prozent auf dann 33 Mrd. Euro steigen.

Von den Hauptbranchen in Deutschland wird die Industrie von der Pleitewelle besonders hart betroffen, die Zahl der Insolvenzen wird 2009 voraussichtlich um 45,4 Prozent klettern, nachdem sie 2008 noch um vier Prozent gefallen war. Handel und Dienstleistungen werden Steigerungen der Insolvenzen um 12,6 (gegenüber einem Plus von 1,1 Prozent im Jahr 2008) und 22,5 Prozent (nach einem Anstieg um 2,9 Prozent im letzten Jahr) erleben. Weiter

 





Planspiel & Seminar: Risikomanagement in Industrie und Handel

Das Intensiv-Seminar vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modellen werden neue, speziell für die Anforderungen von Industrie- und Handelsunternehmen entwickelten Cashflow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.

Das Planspiel Risikomanagement bereitet die Teilnehmer auf den Umgang mit komplexen Entscheidungen im Risikomanagement vor. Planspiele ermöglichen dabei den Teilnehmern das Ausprobieren von unterschiedlichen Strategien der Risikosteuerung - basierend auf der bewährten Methode des "Action Learning". Die Teilnehmer stehen dabei im Wettbewerb mit anderen (Planspiel-)Unternehmen auf einem simulierten Markt. Durch ihre Risikomanagement-Entscheidungen wird der Erfolg ihres Unternehmens wesentlich beeinflusst.

Im Workshop "Prognose- und Frühwarnsysteme" entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmern stochastische Prognose- und Frühwarnsysteme aus den Bereichen Marktrisiken und operationelle Risiken. Weiter

 

Kompakt-Seminar: Risikomanagementsystems in Versicherungsunternehmen

Das Geschäftsmodell von Versicherungsunternehmen basiert darauf, versicherungstechnische, kapitalmarktbedingte, operationelle Risiken und Kreditrisiken einzugehen. Daher wird der langfristige Erfolg im Versicherungsgeschäft über die Qualität des Risikomanagements definiert.

In den vergangenen Jahren war die Versicherungswirtschaft mit einer wachsenden betriebswirtschaftlichen, juristischen und aufsichtsrechtlichen Komplexität und Dynamik der Unternehmensumwelt konfrontiert. Hierzu zählen auch die neuen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement. Neue Anforderungen an das Risikomanagement von Versicherungsunternehmen Ein wesentlicher Pfeiler der im November 2007 verabschiedeten 9. Novelle des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) sind neue Bestimmungen zum Risikomanagement in Versicherungsunternehmen. Der Gesetzgeber wollte mit der Novelle die Versicherungsaufsicht an internationale Standards für die Finanzaufsicht, insbesondere hinsichtlich des internen Risikomanagements der Unternehmen, annähern. Das Rundschreiben R 3/2009 "Aufsichtsrechtliche Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk VA)" der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, welches seit Mitte Januar vorliegt, konkretisiert die §§ 64a und 55c VAG und stellt vor allem auf die Einrichtung angemessener unternehmensinterner Leitungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse ab.

>> Kompakt-Seminar: 7. und 8. Juli 2009 in München
>> Aufbau-Workshop "Quantitative Modellierung": 9. Juli 2009

Weitere Informationen

 

Aktuelle Buchempfehlungen

Die Entstehung der modernen Finanztheorie

Von: Peter L. Bernstein, FinanzBuch Verlag, 350 Seiten, München 2009.

Bernstein zeigt auf eine sehr anschauliche und unterhaltsame Weise, wie die Beiträge jedes einzelnen Wissenschaftlers aufeinander aufgebaut und schließlich zur Entwicklung einer - mehr oder weniger - einheitlichen Theorie über Marktverhalten, Anlagerendite und Risikomanagement geführt haben. Bernstein ist vor allem ein begnadeter Geschichtenerzähler, der es versteht, durch eine strukturierte und anschauliche Darstellung, den Bogen von den Anfängen der "Capital Ideas" zur stochastischen Welt der modernen Kapital- und Risikotheorie spannt. Einziger Wermutstropfen ist, dass Bernstein vor lauter Geschichtenerzählen ab und zu den roten Faden verliert und den Leser etwas verwirrt zurücklässt. Fazit: Ein Lesevergnügen für jeden Kapitalmarkt- und Risikomanagement-Interessierten. Weiter

 


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