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		<title>RiskNET - News</title>
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		<description>Latest news from RiskNET - The Risk Management Network</description>
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			<title>RiskNET - News</title>
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		<lastBuildDate>Thu, 29 Jul 2010 11:09:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Bankenrettung kostet jeden Bürger rund 600 Euro</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1710&#38;cHash=40c205073c78198ad39d98dff57c9a5e</link>
			<description>Reduzierung des Haftungsrisikos der Steuerzahler</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Rettung der deutschen Banken kann Bund und Länder voraussichtlich zwischen 34 und 52 Mrd. EUR kosten. Das entspräche 1,4 bis 2,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zu diesem Ergebnis kommt Finanzmarktexperte Christoph Kaserer in seiner im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellten Studie, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach würde jeder Einwohner Deutschlands durch die Bankenrettung mit 417 bis 632 EUR belastet.</p>
<p class="bodytext">Am meisten Geld müssen Bund und Länder für die Rettung der von ihnen kontrollierten Finanzinstitute aufbringen. &quot;Die direkten Kosten der Finanzkrise werden zu 80 Prozent bei den staatlichen Banken anfallen&quot;, sagte Kaserer, der über Finanzmanagement und Kapitalmärkte an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität München lehrt. Das sei der Preis für eine schlechte Kontrolle und jahrelange Tolerierung untauglicher Geschäftsmodelle durch die Politik. Die Bankenrettungsmaßnahmen hätten zudem zu einer weiteren Erhöhung des staatlichen Anteils geführt.</p>
<p class="bodytext">INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr forderte, dass sich die Politik als Eigentümer konsequent aus dem Bankensektor zurückziehen müsse, um das Haftungsrisiko der Steuerzahler zu minimieren. Die Finanzmarktkrise habe gezeigt, dass ein staatlich dominierter Bankensektor enorme finanzielle Risiken für die Steuerzahler in sich berge. Zudem beschränke er die Wachstums- und Innovationsdynamik des Finanzsektors. Eine so genannte Exitstrategie müsse sowohl für die Beteiligungen an ehemals privaten Instituten wie auch für die Landesbanken entwickelt werden.</p>
<p class="bodytext">Als ersten Schritt schlägt der Finanzexperte Kaserer vor, die Landesbanken umzustrukturieren. Diese müssten sich auf Kernkompetenzen konzentrieren. Danach wäre der Weg für eine Privatisierung frei. Diese könne man &quot;ergebnisoffen und diskriminierungsfrei&quot; dem Markt überlassen. Für die ehemals privaten Banken wie die Hypo Real Estate (HRE) und Commerzbank empfiehlt der Finanzmarktexperte, die Beteiligungen über die Börse oder an einen Finanzinvestor zu veräußern. <br /><br /><br /><i>[Bildquelle: Frank Romeike/RiskNET GmbH]</i></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			<category>NEWS-Corporate Governance</category>
			<category>NEWS-Basel II</category>
			
			<author>office@risknet.de</author>
			<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 11:09:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Täuschwirtschaft – Wie die Wirtschaft sich selbst und uns alle betrügt</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1709&#38;cHash=037c014a65777a0be56031e5fa2a1c13</link>
			<description>Ein Mischung aus soliden Fakten und mäßig fundierten Thesen</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Nach der &quot;Der große Raubzug&quot; (<a href="http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?tx_ttnews[tt_news]=1366&amp;tx_ttnews[backPid]=1&amp;cHash=80ca94236c" target="_top" class="external-link-new-window" >Rezension sowie Interview mit dem Autor auf RiskNET</a>) folgt nun eine Abrechnung mit der nationalen und internationalen Finanzwirtschaft sowie der Wirtschaft insgesamt. In seiner bekannt offensiven Art lüftet Alexander Dill unter dem Begriff der &quot;Täuschwirtschaft&quot; diverse Fehlentwicklungen durch Interessengruppen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In weiten Teilen unseres täglichen Lebens werden wir – so der Autor – übers Ohr gehauen. So werden beispielsweise rund 69 Prozent des Einkommens durch Lohnsteuer, Sozialabgaben und Umsatzsteuer gepfändet. Dill weiter: &quot;Es widerspricht der angeblich existierenden Marktwirtschaft, wenn ein Großteil des Einkommens zwangsverpfändet wird, anstatt sich in angeblich konkurrierenden Märkten aussuchen zu dürfen, wohin es fließt.&quot;</p>
<p class="bodytext">Das Buch ist in drei Teile gegliedert und enthält einen kleinen Anhang, der sich mit einem bei der Investment-Bank Goldman Sachs vor wenigen Monaten aufgedeckten Betrugsfall (Buddies First: Warum der Fall Goldman Sachs keine Ausnahme, sondern die Regel ist) befasst. Im ersten Teil des Buches erfährt der Leser – basierend auf 13 Beispielen – warum wir systematisch durch gezielte Fehlinformationen getäuscht werden. Wussten Sie beispielsweise, dass Mineralwasser an Tankstellen in Deutschland 425 Prozent teurer ist als in der Schweiz? Oder das der deutsche Staat Stundenlöhne von 2.000 Euro zulässt? Dass mit Dispositionskrediten an Arbeitslose eine Rendite von 1.600 Prozent erreicht wird? Oder das die Bundesregierung das Gesetz über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen abschaffte, um Betrügereien zu erleichtern? Und dass die einschlägigen Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches und des Strafgesetzbuches auf systematischen Betrug nie angewendet werden?</p>
<p class="bodytext">Im zweiten Teil des Buches (&quot;Die Harvard-Ökonomie&quot;) lernen wir, dass führende US-Ökonomen seit Jahrzehnten das US-Bruttosozialprodukt fälschen, um eine höhere Staatsverschuldung zu ermöglichen. In diesem Kontext weist Dill auch darauf hin, dass die jüngste Finanzkrise künstlich erzeugt wurde, damit die Finanzwirtschaft billig an &quot;echte Werte&quot; (Aktien) kommt. Daher spricht der Autor auch von einer Scheinkrise, die wohl nur dazu diente, dass Staaten günstig Banken aufkaufen können und diese in Vertriebsstationen für Staatsanleihen verwandelt können. Außerdem hätten Großanleger, die Cash-Positionen gehalten haben, sich nun günstig mit Aktien eindecken können. Das Geld hierfür lieferten u. a. die Zentralbanken. &quot;Der Staat übernimmt die Bank, gibt die Garantien und die Bank kauft nun mit eigenem Fondskapital zu historisch niedrigen Zentralbankzinsen die Aktien auf. Zugleich verabschiedet der Staat Gesetze, die die Bürger mehr oder weniger dazu zwingen, ihr Geld in Staatsanleihen anzulegen.&quot; Dill begründet seine These mit der Bärenfalle u. a. damit, dass der finale Crash bisher ausgeblieben sein. Diese Behauptung ist gewagt. Und insgesamt vermischen sich im zweiten Teil der &quot;Täuschwirtschaft&quot; gewagte und nur mäßig fundierte Behauptungen mit solide recherchierten und belegten Fakten.</p>
<p class="bodytext">Im dritten Teil zeigt der Autor seine Alternative auf. Wirtschaft sei das Zusammenspiel zwischen natürlichen, sozialen und privaten Gemeingütern. So stellt Dill ein Konzept vor, das er &quot;Gemeingüterkapitalismus&quot; nennt und von dem er hofft, dass sich in ihm &quot;die kreativen Potenziale des Privateigentums mit den sozialen und natürlichen Gemeingütern verbinden&quot;. In diesem Kontext skizziert der Autor einen Index, mit dem sich Gemeingüter ökonomisch bewerten lassen. So führt beispielsweise in der klassischen Welt der Ökonomen ein Rückgang der Geburtenrate zu einer Zunahme des BIP pro Kopf, da sich weniger Bewohner den vorhandenen Reichtum teilen. Da jedoch die Gesamtheit des demografischen Potenzials ein essenzielles Gut für jede Volkswirtschaft ist, wird die Geburtenrate mit Gewichtung in den Gemeingüterindex einbezogen. <br /><br /></p>
<p class="bodytext"><b>Fazit:</b> Wieder einmal traut sich Alexander Dill, gegen den Strom der etablierten Meinungen zu schwimmen und bringt seine Sicht der Dinge klar und prägnant auf den Punkt. Hierbei lässt sich möglicherweise nicht vermeiden, dass der Übergang von fundiert recherchierten Fakten und zweifelhaften Thesen mitunter fließend ist. Möglicherweise reichen 190 Seiten auch nicht aus, die betrügerische Seite des komplexen und dynamischen Systems &quot;Wirtschaft&quot; fundiert und umfassend darzustellen. Trotz alledem kann das neue Buch von Alexander Dill allen empfohlen werden, die mehr über die betrügerische Seite der Wirtschaft erfahren möchten. So kann jeder Bürger derartigen &quot;Betrügereien&quot; – zumindest teilweise – aus dem Weg gehen.<br /><br /> </p>
<p class="bodytext"><b><br />Rezension von </b><a href="Frank-Romeike.41.0.html" target="_top" class="internal-link" ><b>Frank Romeike</b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wertung: <img src="fileadmin/template_risknet/images/buecher/gut.gif" width="85" height="12" alt=""><img src="uploads/RTEmagicC_pfeil_rechts_13aeba_70.gif.gif" width="12" border="0" height="11" alt="">&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898795721/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="uploads/RTEmagicC_einkauf_amazon_89.gif.gif" width="15" border="0" height="15" alt=""></a>&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898795721/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" >bestellen </a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.bhv-buch.de/imperia/md/content/vmi/8167/8167_index.pdf" target="_blank" ><b></b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>BÜCHER-allgemein</category>
			<category>BÜCHER-Corporate Governance</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 11:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kommentar zum Deutschen Corporate Governance Kodex</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1689&#38;cHash=a6200a27103a5ac130d8700b1d97fbbd</link>
			<description>Der Standardkommentar zum Deutschen Corporate Governance Kodex</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Inzwischen ist der &quot;Deutsche Corporate Governance Kodex&quot; acht Jahre alt. Während&nbsp; dieser Zeit haben sich die dort niedergelegten Empfehlungen und Anregungen zur &quot;guten Unternehmensführung&quot; als wertvolle Impulse für die Umsetzung der Corporate Governance fest in der deutschen Unternehmenslandschaft etabliert. Die Bedeutung des Kodex zeigt sich dabei nicht zuletzt in der steigenden Akzeptanz der vorgeschlagenen Regelungen. Der jüngst Kodex-Report zeigt auf, dass bei den DAX-30-Unternehmen mit mehr als 96 Prozent ein sehr hoher Akzeptanzwert für die 82 Kodexempfehlungen vorliegt. Der Wert für die insgesamt 16 Anregungen liegt stabil bei rund 86 Prozent. Seit der 3. Auflage des Kommentars hat die Kodex-Kommission den Kodex zweimal ergänzt und die Zahl der Empfehlungen von damals 80 auf heute 82 erhöht, während die Zahl der Anregungen von 23 auf heute 16 zurückgegangen ist. Außerdem hat der Gesetzgeber im vergangenen Jahr das VorstAG verabschiedet und der Bundesgerichtshof hat wichtige Entscheidungen zum § 161 AktG verkündet. Diese und weitere Änderungen wurden in die 4. Auflage eingearbeitet.</p>
<p class="bodytext">Der neuformulierten Empfehlung bezüglich eines Selbstbehalts bei D&amp;O-Versicherungen für den Aufsichtsrat entsprechen derzeit knapp 78 Prozent der DAX-30-Unternehmen. In Ergänzung zu den Neuregelungen des VorstAG empfiehlt der Kodex seit Juni 2009, dass ein vom Aufsichtsrat zur Beurteilung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung hinzugezogener Experte vom Vorstand beziehungsweise Unternehmen unabhängig sein soll. Dieser Bestimmung entsprechen bereits heute alle DAX-30-Unternehmen (MDAX: 90 Prozent). Der neuen Empfehlung, bei der Ausgestaltung der variablen Vorstandsvergütungsbestandteile sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung zu tragen, entsprechen derzeit 92,6 Prozent der DAX-30- und 77,1 Prozent der MDAX-Unternehmen. </p>
<p class="bodytext">In Anbetracht dieser Zahlen ist zwar einerseits davon auszugehen, dass die betroffenen Unternehmen mit den Empfehlungen und Anregungen des DCGK inzwischen gut vertraut sind. Andererseits ergeben sich in der Praxis zwangsläufig immer wieder vielfältige Fragen zum Verständnis der einzelnen Kodex-Formulierungen sowie zur Auslegung beispielsweise des § 161 AktG. In Ihrem &quot;Kommentar zum Deutschen Corporate Governance Kodex&quot; erörtert ein hochkarätig besetztes Autorenteam die wesentlichen Kernpunkte der Kodex-Empfehlungen und -Anregungen sowie die in diesem Zusammenhang relevanten Bestimmungen des § 161 AktG. Die vorliegende vierte Auflage des Kommentars basiert auf der aktuellen Fassung des DCGK vom 18. Juni 2009.</p>
<p class="bodytext">Nach einer einleitenden Vorbemerkung zur Entwicklung und zum Wesen des Kodex werden im zweiten Abschnitt des Buches die einzelnen Bestimmungen des Regelwerks ebenso fundiert wie detailliert erläutert und wertvolle Hinweise zu deren Auslegung und praktischen Umsetzung vermittelt. Im dritten Teil finden sich dann zahlreiche Anmerkungen zur Umsetzung des Kodex in der Praxis: Beispielsweise wird hier dargestellt, wie die einzelnen Bestimmungen innerhalb der Satzung verankert werden können, was bei der Abgabe der Entsprechungserklärung zu beachten ist und welche Haftungsfragen im Zusammenhang mit dem Kodex in Erwägung zu ziehen sind. Abgerundet wird das Werk durch einen äußerst nützlichen Anhang, der konkrete Arbeitshilfen für Vorstände und Aufsichtsräte enthält. U. a. finden sich hier ein Leitfaden für HV-Versammlungsleiter oder Musterentwürfe für die Entsprechungserklärung oder die Geschäftsordnung des Vorstands. Als besonders hilfreich für die Praxis sollten sich darüber hinaus die enthaltenen Checklisten erweisen, anhand derer sich die Einhaltung der einzelnen Kodex-Inhalte Schritt für Schritt überprüfen lässt.</p>
<p class="bodytext"><b>Fazit:</b> Der Kommentar von Ringleb, Kremer, Lutter und von Werder ist das Standardwerk zum Deutschen Corporate Governance Kodex. Für Vorstände, Aufsichtsräte, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und alle anderen Personen, die für die Leitung, Kontrolle und Beratung von Unternehmen verantwortlich sind, stellt er in jedem Fall ein unverzichtbares Hilfsmittel dar.</p>
<p class="bodytext"><b><br />Rezension von </b><a href="Frank-Romeike.41.0.html" target="_top" class="internal-link" ><b>Frank Romeike</b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wertung: <img src="fileadmin/template_risknet/images/buecher/sehrgut.gif" width="85" height="12" alt=""><img src="uploads/RTEmagicC_pfeil_rechts_13aeba_66.gif.gif" width="12" border="0" height="11" alt="">&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406599060/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="uploads/RTEmagicC_einkauf_amazon_85.gif.gif" width="15" border="0" height="15" alt=""></a>&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406599060/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" >bestellen </a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.bhv-buch.de/imperia/md/content/vmi/8167/8167_index.pdf" target="_blank" ><b></b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>BÜCHER-allgemein</category>
			<category>BÜCHER-Corporate Governance</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 11:55:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Rendite-/Risikosteuerung von Immobilienportfolios in Kreditinstituten</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1708&#38;cHash=1cfcb380e75b7a19b662a65f77c99175</link>
			<description>Integrierte Steuerung von Immobilienportfolien</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Eine systematische Rendite-/Risikosteuerung des Immobilienportfolios eröffnet Kreditinstituten die Chance, sich zusätzliche Ertrags- und Diversifikationspotenziale zu erschließen. Nicht zuletzt lassen sich so auch die zum Teil beträchtlichen Bestände eigener Verwaltungsobjekte in die Allokationsentscheidungen einbeziehen. Im Buch &quot;Rendite-/Risikosteuerung von Immobilienportfolios in Kreditinstituten&quot; wird eine integrierte, sämtliche Immobilienanlagen umfassende Steuerung des Immobilienportfolios vorgestellt. Dabei stehen die Bewertung, die Risiko- und Performancemessung sowie die Entwicklung moderner Steuerungsstrategien im Zentrum der Betrachtungen.</p>
<p class="bodytext">Das Buch gliedert sich in fünf Blöcke und orientiert sich an den Prozessstufen eines ganzheitlichen, alle direkten und indirekten Investments berücksichtigenden Immobilienportfolio-Managements. Im einleitenden, ersten Kapitel wird die Immobilie als Assetklasse vorgestellt. Das anschließende zweite Kapitel gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Formen der Immobilenanlage sowie deren Bestände in den Kreditinstituten. Darauf aufbauend steht die Frage im Vordergrund, wie die bankeigenen Immobilien hinsichtlich Marktattraktivität und Wettbewerbsstärke einzuordnen sind. Hierbei stehen der Vergleich und die Kontrolle von Kosten, Performance und Risiken im Mittelpunkt des Benchmarking. </p>
<p class="bodytext">Anschließend werden die Bewertungsverfahren im Kontext einer wertorientierten Banksteuerung beschrieben. Hierbei werden traditionelle Verfahren wie das Sachwert-, Vergleichswert- und Ertragswertverfahren, aber auch moderne Ansätze wie die Discounted Cash-Flow-Methode betrachtet. Das anschließende dritte Kapitel widmet sich der Risikoanalyse. Für die Risikoquantifizierung gilt es, zunächst diejenigen Faktoren zu identifizieren, die den Wert und die Rendite einer Immobilie direkt und indirekt beeinflussen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei in er Einbindung von Simulationsansätzen, um zufällige Schwankungen der Risikofaktoren zu berücksichtigen. Der Autor kommt hierbei zu dem Ergebnis, dass die Monte-Carlo-Simulation ohne Random Walk die höchste Prognosegüte aufweist und daher auch bei der Risikoanalyse zugrunde gelegt werden sollte. Der Leser erhält außerdem einen Überblick über verteilungsbasierte Risikomaße (beispielsweise Value at Risk, Cash Flow at Risk, Conditional Value at Risk, Lower Partial Moments, Varianz, Standardabweichung). Vor dem Hintergrund, dass derzeit der Value at Risk-Ansatz sowohl bankintern als auch aufsichtsrechtlich insbesondere in Bezug auf die Messung des Marktpreis- und Kreditrisikos höhere Akzeptanz – als beispielsweise der Conditional Value at Risk bzw. Lower Partial Moments – findet, sollte auch das Risikomanagementsystem des Immobilienportfolios, so der Autor, auf den Value at Risk als maßgebliche Risikokennzahl aufbauen. Aufgrund der Vorzüge des Conditional Value at Risk, der zu einer konservativeren Berechnung des Risikos führt, empfiehlt der Autor, diesen zumindest ergänzend zu bestimmen.</p>
<p class="bodytext">Der zweite Teil von Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Auswahl geeigneter Performancemaße. Unter Risiko-/Renditegesichtspunkten sind in erster Linie risikoadjustierte Rentabilitätskennzahlen wie beispielsweise der Return on Risk Adjusted Capital (RORAC) zu analysieren.</p>
<p class="bodytext">Das anschließende vierte Kapitel widmet sich den Strategien zur Steuerung des Immobilienportfolios. Um eine effiziente Steuerung vornehmen zu können, ist an erste Stelle zu klären, welches Risikokapital für eine optimale Portfoliostruktur zur Verfügung gestellt werden muss. Als Schwerpunkt des Kapitels beziehen sich die Pooling- und Kapitalfreisetzungsstrategien auf die bisher weitgehend unbehandelte Fragestellung, welche Steuerungsstrategien für die im Bestand der Kreditinstitute befindlichen Einzelimmobilien in Betracht kommen.</p>
<p class="bodytext">Insgesamt kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass eine integrierte Steuerung des Immobilienportfolios unter Rendite-/Risikogesichtspunkten trotz der spezifischen Charakteristika der betrachteten Assetklasse gelingt. Die Grundvoraussetzung hierfür bildet die vom Autor dargestellte Risiko- und Performancemessung, die den Ansprüchen einer assetklassenübergreifenden einheitlichen Methodik gerecht wird. Der Transfer der in ihrer Grundstruktur bereits bekannten Verfahren auf das immobilienportfolio eröffnet den Kreditinstituten die Chance, vorhandenes Diversifikations- und Ertragspotenzial zu erkennen und im Rahmen einer wertorientierten Steuerung neue Potenziale zu erschließen. In diesem Zusammenhang kann insbesondere das Immobilien-Pooling einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen einer rendite-/risikooptimalen Portfoliostruktur leisten.</p>
<p class="bodytext"><b>Fazit:</b> Das Buch liefert einen umfassenden und fundierten Überblick über die integrierte, sämtliche Immobilienanlagen umfassende Steuerung des Immobilienportfolios. </p>
<p class="bodytext"><b><br />Rezension von </b><a href="Frank-Romeike.41.0.html" target="_top" class="internal-link" ><b>Frank Romeike</b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wertung: <img src="fileadmin/template_risknet/images/buecher/sehrgut.gif" width="85" height="12" alt=""><img src="uploads/RTEmagicC_pfeil_rechts_13aeba_69.gif.gif" width="12" border="0" height="11" alt="">&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3940913006/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="uploads/RTEmagicC_einkauf_amazon_88.gif.gif" width="15" border="0" height="15" alt=""></a>&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3940913006/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" >bestellen </a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.bhv-buch.de/imperia/md/content/vmi/8167/8167_index.pdf" target="_blank" ><b></b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>BÜCHER-allgemein</category>
			<category>BÜCHER-Sonstige Risiken</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 11:45:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Der Einsatz künstlicher neuronaler Netze in der industriellen Feuerversicherung</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1707&#38;cHash=db3b3141a7bbef62b03da1b179ba0985</link>
			<description>Wertvolle Denkanstöße für Underwriter und Risikomanager</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In den vergangenen Jahrzehnten ist die Wertekonzentration in der Industrie u.a. durch eine anwachsende Automatisierung massiv gestiegen. Um erfolgreich am Markt tätig zu sein, werden Verfahren und Maschinen kontinuierlich optimiert. Gleichzeitig nimmt die Zuverlässigkeit von betrieblichen Anlagen ständig zu. Dennoch birgt jedes zuverlässige System potenziellen Planabweichungen (= Risiken) in sich, und je komplexer ein System ist, desto schwieriger lassen sich die potenziellen Planabweichungen quantifizieren. Hinzu kommt der Einfluss durch den Risikofaktor Mensch. Nach Einschätzungen von Experten hat der Mensch pro Arbeitstag in bestimmten Berufsgruppen zwischen 20.000 und 100.000 mal die Gelegenheit, Fehler zu verursachen. Um die Fehlerquote zu reduzieren, wird der Entscheidungsraum der Menschen durch Gesetze, Regelungen und automatische Abläufe geregelt. Trotzdem können auch dann potenzielle Planabweichungen nicht ausgeschlossen werden.</p>
<p class="bodytext">Für ein Versicherungsunternehmen ist die Zunahme der Fehlerquote eine große Herausforderung. Um die Versicherungsprämie korrekt ermittelt zu können, muss zuvor das Risiko adäquat bewertet worden sein. Häufig liegen dem Versicherer nur unzureichende Informationen vor, um das Risiko bewerten zu können. So ist beispielsweise die Bemessung von Feuerversicherungsprämien von industriellen Anlagen aus zwei Gründen ein unvollkommen gelöstes Problem: Erstens fehlt es dem Versicherer in der Regel an zureichenden Informationen über die Ausprägungen der Kriterien, die das Feuerrisiko einer Industrieanlage determinieren. Zweitens ist offen, wie die Feuerrisiken für die einzelnen Unternehmen differenziert werden sollen, um individuelle Prämien zu bemessen. Neben herkömmlichen Verfahren sind Expertensysteme zur Bemessung von Risikoprämien bereits im Einsatz. Die Publikation von Tobias Nagel hat die Verwendung von neuronalen Netzen zur Festlegung adäquater Feuerversicherungsprämien zum Gegenstand. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob neuronale Netze Expertensystemen oder auch herkömmlichen Verfahren überlegen sein können.</p>
<p class="bodytext">Einleitend werden die Grundlagen künstlicher neuronaler Netze behandelt. Nach einer Einführung in die biologischen Ursprünge werden die verschiedenen Netzarten dargestellt. Am Ende der Einführung werden Beispiele aus der Praxis aufgeführt, die Hinweise auf die Verwendung von künstlichen neuronalen Netzen im Bereich der Versicherungswirtschaft geben können. Es wird aufgezeigt, ich welchen Aufgabengebieten künstliche neuronale Netze bereits eingesetzt werden.</p>
<p class="bodytext">Das anschließende dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Versicherungstheorie. Nach einer Einführung in die geschichtliche Entwicklung der Feuerversicherung und deren ökonomische Bedeutung werden die Rechtsgrundlagen und der Versicherungsumfang der industriellen Feuerversicherung beschrieben. In diesem Kontext wird auch das Programm XPS-FIRE dargestellt, mit dem das individuelle Feuerrisiko analysiert werden kann. Um die Ursachen für Brände – trotz vorhandener Brandschutzmaßnahmen – besser zu verstehen, werden im anschließenden Kapitel der Brand- und Explosionsschutz im Industriebetrieb dargestellt. Im vierten Kapitel werden die Zielsetzungen des Modells konkretisiert und die Anforderungen, die das künstliche neuronale Netz erfüllen muss, formuliert. Der Autor weist darauf hin, dass insbesondere die Auswahl der Inputvariablen über den Erfolg bzw. Misserfolg der Simulationen entscheidet. Die Ergebnisse der Simulation werden im fünften Kapitel zusammenfassend dargestellt. </p>
<p class="bodytext">Der Autor kommt zu dem Ergebnis das ein effizienter Einsatz ohne entsprechende Kenntnisse, sowohl auf dem Gebiet der künstlichen neuronalen Netze, als auch auf dem jeweiligen Einsatzgebiet, in diesem speziellen Fall dem Gebiet der industriellen Feuerversicherung, nicht möglich ist. Gleichwohl haben die Analysen gezeigt, dass ein künstliches neuronales Netz zur Klassifizierung von Betrieben im Hinblick auf das Feuerrisiko geeignet ist. Nichtlineare Zusammenhänge und eine Vielzahl an zu berücksichtigenden Variablen bieten den Netzen ein geeignetes Anwendungsgebiet. </p>
<p class="bodytext"><b>Fazit:</b> Das Buch wird allen Underwritern im Bereich der Feuerversicherung sowie allen Risikomanagern in der Industrie wertvolle Denkanstöße liefern.&nbsp;<br /><br /> </p>
<p class="bodytext"><b><br />Rezension von </b><a href="Frank-Romeike.41.0.html" target="_top" class="internal-link" ><b>Frank Romeike</b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wertung: <img src="fileadmin/template_risknet/images/buecher/gut.gif" width="85" height="12" alt=""><img src="uploads/RTEmagicC_pfeil_rechts_13aeba_68.gif.gif" width="12" border="0" height="11" alt="">&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3631521960/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="uploads/RTEmagicC_einkauf_amazon_87.gif.gif" width="15" border="0" height="15" alt=""></a>&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3631521960/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" >bestellen </a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.bhv-buch.de/imperia/md/content/vmi/8167/8167_index.pdf" target="_blank" ><b></b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>BÜCHER-allgemein</category>
			<category>BÜCHER-Sonstige Risiken</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 11:40:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Marktbewegungen stellen Stressszenarien in den Schatten</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1705&#38;cHash=fb96d15032185adc6e2d7de3dee4d3f6</link>
			<description>Risikofaktoren im Bankensystem</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Was haben wir dann letzten Freitag gesehen? Die Umsetzung bzw. die Parameterfestlegung des Stresstests für europäische Banken erinnert doch sehr an die Wohlfühlparolen, die auch von höchsten europäischen Stellen in den letzten Wochen ausgerufen wurden. Mit einem gesunden Zweckpessimismus lässt sich allerdings eine gewisse Ignoranz der Regulierungsbehörden bezüglich den ökonomischen Realitäten feststellen, welche politisch und psychologisch vielleicht nachzuvollziehen ist, jedoch nicht zur Stabilität des Finanzsystems beitragen wird, da keine Tendenz zu erkennen ist, die prinzipiellen Funktionsstörungen desselben beheben zu wollen. Wir stressen im Folgenden das System auf ganz rudimentäre Weise – nämlich mit den im Markt bereits eingepreisten Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verwertungsquoten europäischer Staaten.<br /><br /><b>Laxe Stressparameter</b></p>
<p class="bodytext">Im Vorfeld des Stresstests gab es natürlich von vielen Seiten Kritik an der Durchführung und leider wurde diese nach Bekanntgabe der Ergebnisse ex post gerechtfertigt. Am Freitagnachmittag wurden bereits die ersten Zweifler bestätigt, nachdem bekannt wurde, dass der Stresstest ausschließlich auf die Handelsbücher und nicht die gesamten (EU Staatsanleihen-)Bestände der Banken angewendet wird. Die ersten Reaktionen am Markt waren auch dementsprechend zynisch, nur eine sei hier anonym zitiert: &quot;Wer ist dann noch so ungeschickt und fällt durch?&quot; Offensichtlich sieben Institute, die nicht schnell genug ihre Bestände umbuchen konnten bzw. so horrende Risiken (relativ zu ihrem Eigenkapital) in ihren Büchern haben, dass sie nicht in der Lage waren, diese zu verschleiern. Alle großen und systemrelevanten Banken haben somit den Test locker bestanden, was letztlich nicht verwundern sollte, da eher davon auszugehen ist, dass dies als Ergebnis bereits feststand und die Parameter des Tests entsprechend festgelegt wurden. Wir betrachten nachfolgend vor allem die Ergebnisse im Crash-Szenario, in dem ein Schock am Staatsanleihenmarkt simuliert wird, was sich in steigenden Risikoaufschlägen der üblichen Verdächtigen widerspiegelt, aber auch in einem starken Anstieg der kurzfristigen Zinssätze im Interbankenmarkt (die genauen Bedingungen des Stresstests finden sich unter www.c-ebs.org). Insgesamt halten die 91 getesteten Banken 65 % des gesamten Asset-Bestands des europäischen Bankensektors. Man kann also alle absoluten Verlustangaben getrost um 50 % heraufsetzen, um ein realistisches Bild der potenziellen Abschreibungen und Verlustausweise im Falle eines Schock-Szenarios zu bekommen.</p>
<p class="bodytext">Die Diskussion über die Stressparameter kann definitiv abgekürzt werden, indem man diese im Crash-Szenario mit den jetzt am Markt bereits eingepreisten erwarteten Verlusten vergleicht. In der folgenden Grafik sieht man, dass die im Stresstest angesetzten Haircuts bzgl. nationaler Staatenrisiken im Schnitt nicht weit abweichen von den diskontierten Verlusten im 5-jährigen CDS-Markt! Zynisch formuliert, stresst der Test eine Situation, in der sich der Markt bereits befindet!<br /><br /><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb1-Felsenheimer-2010-07.jpg" width="478" height="331" alt=""><br /><i>Abbildung 1: Stresstest versus Markt: Wer stresst mehr? (Quelle: CEBS, Bloomberg)</i><br /><br />Erwarteter Verluste – Warum ist der CDS-Markt nur so negativ?<br />Am Beispiel Griechenlands wird diese Problematik deutlich: Im Stresstest wird ein durchschnittlicher Preisabschlag auf 5-jährige griechische Staatsanleihen von 20,1 % (2010) und 23,1 % (2011) simuliert (hierbei werden höhere Verluste für lang laufende Anleihen im Vergleich zu kurz laufenden angenommen) und auch die Rückzahlung wird nicht in Frage gestellt. </p>
<p class="bodytext">Nur der Markt glaubt trotz aller Rettungspakete nicht daran. Griechische Staatsanleihen handeln im Schnitt nur unwesentlich über dem Abschlag von maximal 23,1 % – und das tun sie nur, weil die EZB inzwischen als Käufer im hohen zweistelligen Milliardenbereich aufgetreten ist. Lang laufende griechische Staatsanleihen handeln immer noch knapp über 50 % des Nominals – und werden im Test mit einem Haircut von knapp über 40 % gestresst. Wenn ich ein Papier, das bei 50 handelt, auf einen Preis von 55 stresse, wirkt das kernkapitalschonend, kann aber nur schwerlich als Stresstest bezeichnet werden. Der nicht von Käufen der EZB beeinflusste Markt für Griechenlandrisiko ist der CDS-Markt (das Verbot von &quot;nackten CDS&quot; durch die Bundesregierung hat daran nichts geändert). In der Woche vor der Veröffentlichung der Testergebnisse war die implizite Ausfallwahrscheinlichkeit in 5-jährigen CDS auf Griechenland bei ca. 50 % unter der Annahme einer Verwertungsquote von 40 %. Diese Verwertungsquote ist kein exogen festgelegter Parameter, sondern kann im Markt durch sogenannte Recovery-Swaps (mit denen man die Verwertungsquote im Ausfallszenario handelt) abgelesen werden. Diese handeln bei 40 %! <br /><br /><b>Exkurs: Berechnung der erwarteten Verluste</b></p>
<p class="bodytext">Die Formel, die jeder Kreditanalyst als Handwerkszeug verwendet, lautet: EL = DP * LGD. Diese wurde auch im Stresstest angewendet, um die potenziellen Verluste zu berechnen. Der erwartete Verlust (Expected Loss; EL) entspricht der Ausfallwahrscheinlichkeit (Default Probability; DP) mal dem dann realisierten Verlust (Loss Given Default; LGD = 1 – Verwertungsquote). Im Falle Griechenlands bedeutet das einen erwarteten Verlust von 30 % (DP = 50 %; LGD = 1 – 40 %). Also wäre eine marktneutrale Risiko-Bewertung ein Abschlag von 30 % auf alle griechischen Staatspapiere.</p>
<p class="bodytext">Bezüglich Griechenland gibt es natürlich einen Sondereffekt, der erstens das bereits zugesicherte Hilfspaket anbelangt (und welches noch in keinster Weise zu einer nachhaltigen Reduktion der im Markt eingepreisten erwarteten Verluste geführt hat) und natürlich auch die Tatsache, dass die EZB mit den Käufen einige europäische Banken (v. a. französische) bereits stark entlastet hat. <br /><br /><b>Angenommen, es fällt doch ein Staat aus …</b></p>
<p class="bodytext">Folgendes Beispiel zeigt die Problematik des Tests auf, wobei die Zahlen auf der hervorragenden und sehr detaillierten Analyse der UniCredit (Stress-Testing of EU Banks, 23. Juli 2010) basieren: Die National Bank of Greece (NBG) verfügt über ein Kernkapital von EUR 7,6 Mrd. bei risikogewichteten Aktiva von EUR 67,4 Mrd. Im Crash-Szenario sinkt die Kernkapitalquote von derzeit 11,3 % auf 7,3 % und liegt damit über der Minimumanforderung von 6 %. Somit hat die NBG den Test bestanden. Nun ist es so, dass die NBG im Handelsbuch einen Bestand von Griechenlandanleihen in Höhe von ca. EUR 1,6 Mrd. aufweist, im Bankbuch allerdings mehr&nbsp; als EUR 18 Mrd. Würde man den Gesamtbestand von knapp EUR 20 Mrd. nach Marktpreisen stressen (was ja an sich eine viel zu optimistische Prognose darstellen würde), würde hier ein Verlust von ca. EUR 6 Mrd. anfallen, also ca. 9 % der risikogewichteten Aktiva, was einhergeht mit der annähernd totalen Eliminierung des Kernkapitals. Mal abgesehen von unserer sehr rudimentären Betrachtungsweise und der Tatsache, dass die NBG im Falle einer Pleite Griechenlands ein weitaus größeres Problem hat als &quot;nur&quot; den Verlust des Eigenkapitals, zeigt diese Beispielrechnung sehr gut auf, wo das Problem des Stresstests liegt: Er ist nämlich keiner und die Parameter sind offensichtlich so wohlwollend gehalten, dass es nur schwerlich gelingen wird, dem Markt das Vertrauen in das europäische Bankensystem zurückzugeben.</p>
<p class="bodytext">Laut CEBS-Report (Seite 29), würden im schlimmsten Fall über zwei Jahre (2010 und 2011) kumulierte Verluste über EUR 565,9 Mrd. auftreten (EUR 257,7 Mrd. in 2010 und EUR 307,8 Mrd. in 2011). Dort wird explizit auf die Problematik der Auswirkungen eines Schocks auf die Bankbücher eingegangen.<br /><br /><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb2-Felsenheimer-2010-07.jpg" width="506" height="308" alt=""><br /><i>Abbildung 2: Verluste im Crash-Szenario (Quelle: CEBS Stresstest-Report)</i><br /><b></b></p>
<p class="bodytext"><b><br />Realistische Stressszenarien</b></p>
<p class="bodytext">Im Folgenden haben wir die Stressparameter des Tests mit den realisierten Marktbewegungen verglichen, die seit Anfang 2008 bis heute beobachtet werden konnten. Wir haben hierbei die jeweils &quot;gravierendste&quot; 3-Monats-Periode zum Vergleich genommen. Auch hier lässt sich schwerlich erkennen, dass die Marktbewegungen der letzten Jahre die Stressszenarien bei Weitem in den Schatten stellen. Beispielsweise liegen die Annahmen bzgl. der 3M-Geldmarktsätze zum Teil bei weniger als 60 % der im Markt realisierten Werte. Bei den Annahmen zur Aktienmarktvolatilität ergibt sich dasselbe Bild. <br /><br /><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb3-Felsenheimer-2010-07.jpg" width="498" height="350" alt=""><br /><i>Abbildung 3: Keiner ist so hart wie der Markt! (Quelle: CEBS, Bloomberg)</i><br /><br />Ein wenig beachteter, aber durchaus zentraler Kritikpunkt des Stresstests basiert auf der einfachen ökonomischen Annahme, dass eine Krise der Euro-Staaten kein isoliertes Ereignis sein wird. Wenn sie ein aus Unternehmensanleihen und Aktien bestehendes Portfolio stressen, stellt die Korrelation zwischen beiden Asset-Klassen im Krisenfall eine sehr relevante Größe für die zu erwartenden Verluste dar. Der Anstieg der Korrelation im Krisenfall ist genau das Problem herkömmlicher Portfolio-Optimierungsansätze, da diese oftmals auf historischen Korrelationen beruhen. Viele Investoren mussten in den letzten Jahren die schmerzhafte Erfahrung machen, dass die zuvor berechneten Diversifikationseffekte im Krisenfall angesichts von Korrelationen nahe eins nicht positiv auf die Performance des gesamten Portfolios wirken. Genau dieses Problem tritt in verstärktem Maße im Falle einer Staatenkrise auf.</p>
<p class="bodytext">Das beste Beispiel hierfür liegt noch nicht lange zurück – die Belastung des Bankensektors während der Subprime-Krise. Nach dem Zusammenbruch des US-amerikanischen Subprime-Marktes waren es nicht die direkten Effekte (Verluste durch Subprime-Positionen), die das europäische Bankensystem zum Erliegen gebracht haben, sondern vielmehr Zweit- und Drittrundeneffekte, die letztlich die Funktionsfähigkeit des europäischen Interbankenmarktes vollständig untergraben haben. Es war explizit nicht die Aufgabe des Stresstests, ein solches Szenario abzubilden. Deshalb sind bei dieser Fragestellung weniger die Ergebnisse anzuzweifeln, sondern vielmehr der Realismusgehalt der Stressparameter. Der Stresstest wird zwar auf fünf Bereiche angewendet, inkl. Finanzwerte, Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Konsumentenkredite und einen Teil der Immobilienbestände, aber auch dort werden systematisch die Ausfallraten unterschätzt. Ein realistisches Stressszenario der Banken würde also im Falle einer Verschärfung der Staatenkrise die Auswirkungen auf andere Marktsegmente (neben Euro-denominierten Staatsanleihen) beinhalten: </p><ol><li>Die Auswirkungen auf die aktuellen und zukünftigen Beitrittskandidaten, v. a. aus den osteuropäischen Ländern. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, dass der momentane Zustand der Staatshaushalte und damit auch die fiskalische Situation der Staaten nur eine Interpretation zulässt; nämlich die, dass die Beitrittskriterien verschärft werden. Einige europäische Bankensysteme haben große Positionen an Konvergenztrades, also die Wette auf die wirtschaftlichen Angleichungen (und somit die der Risikoaufschläge) zwischen den EU-Staaten und potenziellen Beitrittskandidaten. Kommen erstere unter Druck werden Letztere nicht verschont bleiben und die dann zu erwartenden &quot;Divergenz-Trades&quot; (die zum Teil schon eingesetzt haben) würden v. a. diese Banken unter Druck bringen. An erster Stelle sind hier österreichische und italienische Institute zu nennen. </li><li>Alle risikobehafteten Anleihen-Positionen, inkl. Unternehmensanleihen, strukturierte Credit-Produkte, aber auch Pfandbriefe und andere &quot;Safe Havens&quot;. Das Problem besteht einerseits in einem zu erwartenden Anstieg der Ausfallraten, was hier v. a. deshalb Erwähnung findet, da die zur Zeit als &quot;gesund&quot; empfundenen Unternehmensbilanzen offensichtlich ihren derzeitigen Zustand v. a. auf Kosten der Staatsbilanzen (&quot;Fiscal Spending&quot;) gewonnen haben. Andererseits war das Problem direkt im Anschluss an die Lehman-Pleite nicht nur eines zunehmender Kapitalverluste in risikobehafteten Positionen, sondern eines der extremen Illiquidität in ehemals als höchst liquide bezeichneten Marktsegmenten. Eine Bankenkrise hat also immer zwei Facetten: Direkte Verluste und eine Liquiditätskrise, deren Auswirkungen fatale Folgen für die Refinanzierung der Institute darstellten. Die sich jetzt als problematisch herausstellenden exzessiven Liquiditätsspritzen der Zentralbanken waren weniger eine Folge der direkten Verluste, die die Institute angesichts der Lehman-Pleite erlitten haben, sondern vielmehr der Tatsache geschuldet, dass der Interbankenmarkt zum Erliegen kam. Ein Stresstest für den Bankensektor muss einen dramatischen Anstieg der Refinanzierungskosten mit einbeziehen, was sich eben nicht nur in einer Verschiebung der Zinskurve widerspiegelt, sondern letztlich zum teilweisen oder kompletten Erliegen eines Marktsegments führt und die Refinanzierung nicht nur teurer, sondern für einige Institute unmöglich macht.</li><li>Im Crash-Szenario wurde ein 36%iger Rückgang&nbsp; der Aktienmärkte und dessen Auswirkung auf die Bestände in Trading-Büchern angenommen. Mal abgesehen davon, dass wir natürlich in den letzten Jahren bei Weitem stärkerer Kursbewegungen gesehen haben, soll hier nicht die Frage nach den exakten Prognosen in Frage gestellt werden, sondern vielmehr die indirekten Auswirkungen für den Bankensektor, z. B. da auch andere Marktteilnehmer in Schwierigkeiten geraten werden. Auch hier bietet die Subprime-Krise ein gutes Beispiel, als Banken gezwungen wurden, Hedge-Fonds zu stützen und teilweise Positionen auf das eigene Buch zu nehmen.</li></ol><p class="bodytext">Es sei noch mal explizit darauf hingewiesen, dass im Crash-Szenario, Verlustraten von 4,4 % für Corporate-Exposure und 2,1 % für Retail-Exposure angenommen wurden, was angesichts der Erkenntnisse und den realisierten Verlusten während der letzten Jahre als sehr niedrig betrachtet werden kann.<br /><br /><b>Wahre Kosten von Finanzkrisen</b></p>
<p class="bodytext">Die historische Betrachtung von Finanzkrisen hat uns gelehrt, dass der Großteil der Kosten durch Zweit- und Drittrundeneffekte verursacht wird und deshalb ein Stresstest der sich v. a. auf die direkten Effekte eines Stress-Szenarios bezieht, die realistisch auftretenden Kosten weit unterschätzt. Genau deshalb stecken wir ja gerade mittendrin in einer Schuldenkrise der Staaten!</p>
<p class="bodytext">Somit stellt sich die Frage, durch was eine Verschärfung der Schuldenkrise ausgelöst wird. Im Stresstest werden makroökonomische Entwicklungen als testrelevante Parameter aufgezeigt, jedoch wird kein wirklicher externer Schock, der zu den Wachstumsrückgängen führt, simuliert. Ein Wachstumseinbruch wie in den Stressszenarien getestet (BIP im Euroraum fällt 0,2 % und 2010 und 0,6 % in 2011) ist ohne externen Schock schwer vorstellbar, da die fiskalischen Impulse (die eine dominante Rolle in der jetzigen Schuldenkrise der EU spielen) nachwirken. Eine Verschärfung der Situation am amerikanischen Immobilienmarkt (vor allem bei Gewerbeimmobilien), ein Platzen der Kredit- und Immobilienblasen in China, Spanien oder in Osteuropa, wie auch eine Verschärfung der Refinanzierungssituation der europäischen Staaten durch anhaltende Rating-Herabstufungen in den Peripherieländern, würde nicht nur den im Stresstest simulierten Wachstumsrückgang bedingen, sondern auch direkte Verluste in den Portfolien der institutionellen Investoren (inkl. Banken) mit sich bringen. </p>
<p class="bodytext">Jetzt ist es müßig darüber zu spekulieren, wie hoch die Verluste in so einem Szenario ausfallen könnten. Die direkten Kosten der Subprime-Krise im europäischen Bankensystem haben jedoch gezeigt, dass die Billionen-Grenze schnell erreicht werden kann (v. a. da die maximalen erwarteten Verluste im Stresstest ja die EUR 500 Mrd.-Grenze bereits signifikant überschritten haben). Es ist aber klar festzustellen, dass der europäische Rettungsschirm (EUR 400 Mrd.) in so einem Fall nicht ausreichen würde, um die Kosten im Bankensystem komplett abzudecken, v. a. da einige staatliche Garantiepakete (z. B. auch bei irländischen Banken) in diesem Jahr auslaufen. Das zentrale Problem liegt darin, dass das internationale, aber v. a. das europäische Bankensystem inzwischen weitaus stärker vernetzt ist als die Realwirtschaften der europäischen Länder. Eine Pleite oder Restrukturierung Griechenlands hat eine äußerst überschaubare adverse Wirkung auf den Euroraum – das Finanzsystem würde diesem Stresstest allerdings nur schwerlich standhalten.</p>
<p class="bodytext">Somit bezieht sich der zentrale Punkt der Kritik an dem Stresstest auf die Annahme, dass kein Mitgliedsstaat ausfallen wird. Hier liegt das Problem. Offensichtlich ist die Wahrscheinlichkeit hierfür größer Null und es ist nicht wegzudiskutieren, dass der Ausfall eines Mitgliedslandes den gesamten Euroraum erschüttern wird, weil das europäische Finanzsystem zu verflochten ist. Wenn man nun alles tun muss um die Pleite eines Mitgliedslandes zu verhindern (unter Missachtung aller ursprünglichen &quot;No-Bailout-Regeln&quot;), wird es zwangsläufig zu einer Angleichung der Risikoprämien aller europäischen Mitgliedsländer kommen, was extreme negative Effekte v. a. auf die Länder besserer Qualitäten haben wird. Und das bringt uns zu dem wahren Problem innerhalb des europäischen Bankensystems; die zu hohen Risikoaktiva bei gleichzeitig zu geringem Eigenkapital – in einem Wort: Der Leverage des Finanzsystems ist zu hoch, um Finanzkrisen Stand zu halten ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.<br /><br /><b>Leverage me up, Scotty!</b></p>
<p class="bodytext">In den letzten Jahrzehnten wurde das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Assets (in welcher Form man das auch immer messen mag) immer weiter verringert, um letztlich sehr hohe EK-Renditen erzielen zu können. In der folgenden Tabelle sind Leverage Ratios im europäischen Bankensektor aufgezeigt, wobei die Assets nicht Risikoaktiva darstellen, sondern in ihrem Nominal bemessen werden. Das mag der gängigen Praxis widersprechen, macht aber durchaus Sinn, da die Ereignisse der letzten Jahre gezeigt haben, dass es keine &quot;Safe Havens&quot; mehr gibt!</p>
<p class="bodytext"><br /><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb4-Felsenheimer-2010-07.jpg" width="480" height="646" alt=""><br /><i>Abbildung 4: Leverage im europäischen Bankensystem (Quelle: Société Générale Equity Research)</i></p>
<p class="bodytext"><br />In Basel III soll ein Leverage Ratio von 25 von allen Instituten erreicht werden, wobei das nur ein Kriterium darstellt – jedoch ein äußerst wichtiges. Die folgende Rechnung zeigt den kritischen Zustand des Finanzsystems. Ein Leverage von 25 bedeutet, dass nur 4 % der Anlagepositionen durch EK gedeckt sind. Ein Verlust von 4 % auf allen Anlagepositionen führt also zu einer kompletten Aufzehrung des Eigenkapitals – auch wenn der gesamte Anlagebestand aus Staatsanleihen höchster Qualität besteht, scheinen 4 % Verlust durchaus realistisch in einem Stressszenario, in dem auch Staaten in Zahlungsschwierigkeiten geraten können. Das ist exakt das Dilemma, in dem der Euro-Raum gerade steckt. Zum Beispiel handelten CDS auf Frankreich (mit einem AAA-Rating) vor kurzem bei 100 bp im 5-jährigen Bereich. Bei einer Verwertungsquote von 40 % liegt die implizite Ausfallwahrscheinlichkeit bei über 8 %. Würde also eine Bank mit einem Leverage Ratio von 25 ihr gesamtes Anlagekapital in französische Staatsanleihen investieren, beläuft sich der erwartete Verlust auf knapp 5 %. Somit wäre das gesamte Eigenkapital notwendig, um eine adäquate Risikoabsicherung zu gewährleisten. Dieses Beispiel lässt sich beliebig fortsetzen und auf UK, USA und sogar Deutschland übertragen. Deutschland CDS im 5-jährigen Bereich handeln aktuell bei 40 bp (Hoch im April 2009 @ 100) – auch hier ist die implizite Ausfallwahrscheinlichkeit noch bei mehr als 3 %. Auch wenn man den Ausfall als Event explizit ausschließt, würde eine Spread-Ausweitung im CDS-Markt (5 Jahre) von 40 bp auf 100 bp einen Verlust von knapp 3 % nach sich ziehen! Nun kann man durchaus argumentieren, dass sich der CDS-Markt anders verhält als der Anleihenmarkt (das berühmte Marktsegmentationstheorem), aber dieses Zahlenbeispiel deckt deutlich auf, dass hier signifikante m-t-m-Verluste auftreten können, die im Stresstest nicht berücksichtigt wurden. <br /><br /><b>Wer finanziert hier eigentlich wen?</b></p>
<p class="bodytext">Im Folgenden ein paar Highlights, welche die grundsätzliche Problematik verdeutlichen: Die Banken finanzieren die Staaten, diese wiederum refinanzieren (und manchmal retten sie sie sogar) die Banken. Welches Rational steckt dahinter, wenn die Commerzbank eine Risikoposition auf Deutschland in Höhe von EUR 38,6 Mrd. hält (und EUR 4,3 Mrd. im Trading-Buch) und die die LBBW über EUR 64 Mrd. Deutschland-Risiko ausweist (EUR 55,7/8,3 Mrd.)? Das umfasst Staatsanleihen, Länderanleihen aber auch direkte Kredite an Gemeinden usw. Natürlich wird man argumentieren, dass genau die Finanzierung Letzterer auch zum Geschäftsmodell einer Bank gehört. Warum allerdings signifikante Risiken in Staatsanleihen gehalten werden, ist ökonomisch äußerst fragwürdig. Eine Bravourleistung stellen in diesem Zusammenhang die Positionen in den peripheren Euro-Ländern der HRE dar – die sich auf EUR 73 Mrd. belaufen! Staaten gewähren implizite und explizite Garantien um sich von den Banken refinanzieren zu lassen. Die EZB spielt die Rolle des Katalysators, in dem sie diese Anleihen lieferfähig macht und das Bankensystem mit Liquidität versorgt. Dieses wird zumindest teilweise wieder in europäische Staatsanleihen investiert. Vor allen in solche, die höhere Spread-Niveaus anbieten. Die französische BNP hat mehr als EUR 23 Mrd. Italien-Risiken auf dem Buch. Und so weiter … So wird Leverage und Ausfallrisiko im System aufgebaut.</p>
<p class="bodytext">Bei einem Leverage von 25 ist der Druck hoch, nicht in deutsche Staatsanleihen zu investieren. Fristentransformation als klassisches Bankgeschäft genügt folglich nicht mehr, um eine EK-Rendite von 25 % zu erzielen, v. a. bei einer inversen Zinskurve. Unter Berücksichtigung der RWA-Beschränkungen besteht natürlich ein Anreiz zur Risikoübernahme, um obige EK-Rendite zu gewährleisten.</p>
<p class="bodytext">Warum ist Leverage eigentlich so gefährlich? Die 6 % Tier-1-Grenze im Stresstest hat keinerlei regulatorische Relevanz, es ist also eine relativ willkürliche Grenze. Bei einer Tier-1-Grenze von 6 % haben sieben Institute den Stresstest nicht bestanden, bei 7 % wären es 24 und bei 8 % 39 Banken. Da die großen Banken den Test relativ besser bestanden haben als kleinere Institute, würde es also nur ein Eigenkapitalbedarf von ca. EUR 30 Mrd. erforderlich sein, um alle Banken über die 8 %-Hürde zu hieven!<br /><br /><b>Was wäre wenn?</b></p>
<p class="bodytext">Die positive Seite des Stresstests kann darin gesehen werden, dass die Mehrheit der Banken für eine gewisse Transparenz bzgl. ihrer Staatenrisiken gesorgt haben – die Institute, die sich bedeckt hielten sind dafür am Markt auch direkt abgestraft worden. Das es zu keinem Problemfall systemrelevanter Banken gekommen ist, liegt in der Natur der Sache und sollte nicht missverstanden werden als Indikation, dass das Bankensystem jeder potenziellen Krise trotzen wird. <br /><br /><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb5-Felsenheimer-2010-07.jpg" width="478" height="319" alt=""><br /><i>Abbildung 5: Implizite Verluste der getesteten Banken (in Mrd. EUR, Quelle: CEBS, Bloomberg)</i><br /><br />Letztlich wäre ein negatives Stresstest-Ergebnis, dass jederzeit durch verschärfte Crash-Parameter erzeugt hätte werden können (und somit eher einem Tail-Event-Szenario geglichen hätte), der Sargnagel für das wachsende Vertrauen der Anleger in das Finanzsystem gewesen und das wäre definitiv nicht im Sinne aller am Stresstest beteiligten. Ein fader Beigeschmack bleibt natürlich, da offensichtlich die Transparenz im Bankensystem nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau ist und die Investoren schon froh darüber sind, wenn sie rudimentäre Informationen über die Institute erhalten, in die sie investieren. Völlig transparente Bilanzen machen einen Stresstest komplett überflüssig und müssen letztlich auch das Ziel zukünftiger Regulierungen darstellen – wobei festzuhalten bleibt, dass das noch ein weiter Weg sein wird. Natürlich muss auch erwähnt werden, dass die Banken ein immenses indirektes Risiko auch an den direkt gestressten Marktsegmenten halten – an erster Stelle seien hier die Auswirkungen eines Wachstumseinbruchs und der im Stresstest angenommenen Marktbewegungen auf die Versicherungswirtschaft zu nennen, die letztlich voll auf den Bankensektor durchschlagen würde.</p>
<p class="bodytext">Ohne gleich in Euphorie zu verfallen sollte erwähnt werden, dass der Stresstest nur den Auftakt markiert zu einer kontinuierlichen Fortsetzung der Tests, wobei in Zukunft auch andere Marktsegmente gestresst werden – es bleibt also auch die nächsten Jahre spannend, was die Verwundbarkeit des Finanzsystems, den Bedarf an Eigenkapital, die sich weiter fortsetzende Schrumpfung der Bilanzen und die Risikoaktiva bspw. in Loan-Büchern anbelangt. Nach dem Test ist vor dem Test.<br /><br /><b>Risikofaktoren</b></p>
<p class="bodytext">Als direkte Reaktion auf den Stresstest handeln Spreads von Finanzinstituten auf den tiefsten Niveaus seit mehreren Monaten – auch abzulesen in den iTraxx Financial Indices. Im Durchschnitt handeln Credit Spreads in der Mitte der seit Jahresanfang bestehenden Trading Range und es gibt einige Gründe, warum (Stresstest hin oder her) die Wahrscheinlichkeit, dass wir zu den Tiefständen, die wir Anfang Januar markiert haben, zurückkehren, als gering bezeichnet werden darf. Folgende Risikofaktoren bereiten uns hierbei (neben den üblichen Verdächtigen) Sorge:</p><ol><li> Das US-Banken-System: Das Bankensterben in den USA schreitet ungebremst voran. Nach dem Rekordjahr 2009, in dem 140 Banken den x-Runden-Effekten der Subprime-Krise zum Opfer gefallen sind, konnten sich 2010 bereits 103 Institute mit einem Asset-Volumen von USD 171 Mrd. auf die &quot;Failed Bank List&quot; der FDIC verewigen. Die großen Banken verzeichnen seit einigen Quartalen einen starken Rückgang der Kreditvergabe (Konsumentenkredite usw.), was sich in rückläufiger Risikovorsorge und damit &quot;positiven&quot; Quartalsergebnissen widerspiegelt. Das Problem ist, dass der private Konsum dadurch geschwächt wird und der US-Konsument (zugegebenermaßen schon öfters tot gesagt) seine führende Rolle als globaler Wachstumsmotor zu verlieren droht. </li><li>Die asiatische Hoffnung:&nbsp; Allen voran wird immer wieder China genannt, v. a. wenn es um das Wachstum der europäischen Exportindustrie geht. Die dortigen (immer noch zweistelligen) Wachstumsraten werden auf Dauer nicht zu halten sein, wobei das Risiko einer Blase ständig zunimmt. Einer Bloomberg-Meldung nach, könnten bis zu 23 % der USD 1,1 Billionen Kredite chinesischer Banken, die zur Finanzierung staatlicher Infrastrukturmaßnahmen vergeben wurden, &quot;faul&quot; sein. Wir können diese Zahl nicht verifizieren, aber die Gefahr einer platzenden Kreditblase in einem sich abkühlenden Wachstumsumfeld erscheint logisch. China bleibt zum Wachstum verdammt! (Irgendjemand muss ja schließlich auch den amerikanischen Konsum weiterhin bezahlen, siehe Risikofaktor 1).</li><li>Tolle Unternehmensbilanzen als Kompensation für sich verschlechternde Makrodaten (die in den letzten Monaten v. a. in den USA zu beobachten waren): Es könnte ein fataler Trugschluss sein, zu glauben, dass die Unternehmensbilanzen stark genug sind, sich gegen staatliche Budgetprobleme durchzusetzen. Es ist vielmehr so, dass das global betriebene &quot;Deficit Spending&quot; der letzten Jahre (als Reaktion auf die Finanzkrise) eine Umverteilung zwischen Staaten und Unternehmen bewirkt hat. Die Unternehmensbilanzen schauen nur deshalb so gut aus, weil sich die Staaten erheblich verschuldet haben. Jegliche Umkehr der fiskalpolitischen Impulse (die ja offensichtlich v. a. in Europa nötig sind, um die EU am Leben zu halten) wird sich in einer Verschlechterung der Unternehmensbilanzen niederschlagen. Linke Tasche – rechte Tasche oder kreative Buchhaltung.</li></ol><p class="bodytext"><b>Taktisch/Strategisch</b></p>
<p class="bodytext">Der Beginn der Quartalssaison in Europa wird keine signifikanten negativen Überraschungen mit sich bringen. Die Analystenerwartungen werden im Durchschnitt übertroffen werden (was eh fast immer so ist und nicht überbewertet werden sollte, sondern eher Zweifel am Berufsverständnis des Analysten aufkommen lässt) und die allgemeine Risikoignoranz kann durchaus die Märkte in den Herbst hinein tragen. Trotzdem ist eine Spread-Einengung in Richtung der Jahrestiefs eher unwahrscheinlich, da zu viele potenzielle &quot;Zeitbomben&quot; makro- und mikroökonomischer Natur vorhanden sind. Die ständige Bekämpfung der Symptome von Krisen bei gleichzeitiger Beibehaltung der wahren Ursachen wird die bevorzugte Alternative (ggü. einem reinigenden Deflationsszenario) bleiben, weshalb mittelfristig mit einem weiteren Anstieg der Risikoaufschläge gerechnet werden muss. Wir halten das momentane Spread-Niveau für durchaus attraktiv, um short zu gehen. </p>
<p class="bodytext">Zumindest so genannte &quot;Six Sigma Events&quot;, die nur dummerweise in den letzten Jahren gehäuft auftreten. Man mag uns mangelndes Verständnis vorwerfen (und wir könnten das nicht einmal glaubhaft verneinen, da wir an demselben in den letzten Monaten des Öfteren gezweifelt haben), leider sprechen die Entwicklungen der letzten Monate stark dafür, dass 2010 eine Wiederholung des Jahres 2007 darstellt, wobei uns das Jahr 2008 in lebendiger Erinnerung geblieben ist.<br /><br /><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb6-Felsenheimer-2010-07.jpg" width="508" height="258" alt=""><br /><i>Abbildung 6: Forecast-Tabelle</i><br /><br /><b>Fazit:</b> Man muss ja nicht immer alles negativ sehen, aber der Optimismus-Propaganda der regulatorischen Einheiten kann man zumindest Folgendes entgegen setzen: &quot;Ein Pessimist zu sein hat den Vorteil, dass man entweder ständig recht behält oder angenehme Überraschungen erlebt.&quot; (George Will)</p>
<p class="bodytext"><i><br /><br /></i> </p>
<p class="csc-frame-frame1"><b>Jochen Felsenheimer</b> ist Co-Head of  Credit bei Assenagon Asset Management S.A. Er war von 2001 bis 2008 im  Research der HypoVereinsbank (UniCredit Group) beschäftigt. Dort leitete  er das Credit Strategy &amp; Structured Credit Research-Team und war  Stellvertretender Leiter des Global Credit Research-Teams. Er  verantwortete alle Publikationen speziell zu den Themen Kreditmarkt,  Kreditderivate sowie strukturierte Kredite und ist selbst Autor mehrerer  Bücher und wissenschaftlicher Artikel zu den oben genannten  Themenbereichen. Er promovierte an der volkswirtschaftlichen Fakultät  der LMU München.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;<br /><i><br /><br />[Quelle: assénagon: credit newsletter Nr. 06 │ 27. Juli 2010 </i><i>│ Mit freundlicher Genehmigung von Assenagon Asset Management S.A. </i><i>/ Bildquelle oben: iStockPhoto]</i> <br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Risk Management</category>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			
			<author>jochen.felsenheimer@assenagon.com</author>
			<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 17:20:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Unternehmen scheuen Risiken des Cloud-Computing</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1702&#38;cHash=3fab485418fc1af6f3201fee1d346ee5</link>
			<description>Rechnen in der Wolke</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im Internet wird seit einigen Jahren die nächste Revolution der Computerbranche eingeläutet: Cloud Computing soll die Zukunft der Informations- und Kommunikationstechnologie ganz wesentlich beeinflussen. Als Cloud Computing bezeichnet man die Möglichkeit, Speicherkapazitäten, Rechenleistung und Software über das Internet zu mieten. Die IT-Infrastruktur, etwa&nbsp; das Rechenzentrum, Mail- oder Kollaborationssoftware oder auch Spezialsoftware wie Customer-Relationship-Management (CRM) oder Business-Intelligence&nbsp; (BI) wird durch den Anwender nicht mehr selbst betrieben oder bereitgestellt, sondern von externen Anbietern als Dienstleistung gemietet. Logische Konsequenz ist, dass die Anwendungen und Daten sich nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Firmenrechenzentrum befinden, sondern in der (metaphorischen) Wolke. Der Zugriff auf die entfernten Systeme erfolgt über ein Netzwerk, beispielsweise das Internet.</p>
<p class="bodytext">Vorreiter der Cloud-Entwicklung sind die zahlreichen Gratisangebote im Netz der Netze: Internetgestützte E-Mail-Dienste wie Google Mail oder Web.de oder Bilderdienste wie Picasa oder Flickr. Nach einer Schätzung der International Data Corporation (IDC) wird der Branchenumsatz europäischer Clouddienste auf etwa sechs Milliarden Euro im Jahre 2013 ansteigen.<br /><br /><b>Sicherheit und Compliance sind die Top-Themen</b></p>
<p class="bodytext">Laut einer Studie des Lösungsanbieters LogLogic gehören die Themen &quot;Sicherheit&quot; und &quot;Compliance&quot; aktuell zu den Top-Prioritäten in den IT-Abteilungen der Banken, Investmenthäuser und Versicherungsunternehmen. Obwohl die Branche traditionell führend im Einsatz modernster Informationstechnologien ist, erweisen sich die Investitionspläne der Finanzinstitute für 2010 aber als ausgesprochen konservativ und zögern insbesondere bei der Einführung innovativer Entwicklungen. </p>
<p class="bodytext">Der LogLogic-Studie zufolge sind mehr als 75 Prozent der Befragten besorgt aufgrund der weiter steigenden Regulierung. Als Konsequenz planen 58 Prozent der Befragten zunächst nur Investitionen in grundlegende IT-Funktionen in den Bereichen Sicherheit und Compliance. Geht es um Maßnahmen zur Kostenreduktion und Flexibilisierung in der IT, spielen innovative Cloud-Computing-Ansätze dagegen nur eine untergeordnete Rolle: 34 Prozent der Befragten glauben, dass Cloud Computing für ihr Unternehmen nicht von strategischer Bedeutung ist, während 26 Prozent der Meinung sind, dass ihr Unternehmen für Cloud Computing keine ausreichende Risikobereitschaft besitzt.<br /><br /><b>Sicherheitsbedenken gegenüber der &quot;Cloud&quot;</b></p>
<p class="bodytext">Schließlich gelte es für Banken und Versicherungen nicht nur, die Sicherheit ihrer Daten und Prozesse zu gewährleisten, sondern dies auch bei Audits nachweisen zu können. Insbesondere sei auch zu bedenken, dass zu erwartende neue Richtlinien wieder neue Konsequenzen für die IT-Infrastruktur nach sich ziehen werden. Die gemeinsame Nutzung von IT-Ressourcen in einem Cloud-Computing-Modell, selbst wenn dies nur innerhalb des eigenen Unternehmens umgesetzt wird, lässt sich trotz aller wirtschaftlichen und auch technischen Vorteile heute kaum ruhigen Gewissens umsetzen. </p>
<p class="bodytext">Die Einhaltung der maßgeblichen Regularien in Cloud-Computing-Strukturen sei zwar durchaus möglich, aber noch nicht durch standardisierte Sicherheitstechnologien seitens der Service-Provider abgedeckt. Daran arbeite die Industrie jedoch intensiv, etwa im Rahmen der Cloud Security Alliance. In Zukunft will die IT-Industrie der Studie zufolge auch für die IT- und Risikomanager der Banken und Versicherungen Antworten parat haben: Schließlich zeigte sich in der Studie, dass etwa die Hälfte der Befragten neue Technologien wie Cloud Computing für künftige Anwendungen evaluieren wird. Dabei sind Maßnahmen, die IT-Kosten zu reduzieren und das Potential bereits getätigter Investitionen voll auszuschöpfen, nach wie vor brisant – auch die sei ein Grund, der klar für Cloud-Computing-Modelle spricht.</p>
<p class="bodytext">Weitere Informationen zu der LogLogic-Studie &quot;2010 Financial Services Industry Analysis: Critical Concerns for Information Security in a Down Economy&quot; stehen auf der Website des Unternehmens unter www.loglogic.com zur Verfügung.<br /><br /><br /><b>Ergänzende Informationen:</b></p>
<p class="bodytext">&quot;Cloud Computing und Datenschutz&quot; vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein: <a href="https://www.datenschutzzentrum.de/cloud-computing/" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >https://www.datenschutzzentrum.de/cloud-computing/</a></p>
<p class="bodytext">Cloud Computing Risk Assessment (including recommendations)<br /><a href="http://www.enisa.europa.eu/act/rm/files/deliverables/cloud-computing-risk-assessment" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://www.enisa.europa.eu/act/rm/files/deliverables/cloud-computing-risk-assessment</a></p>
<p class="bodytext"><i><br />[Bildquelle: iStockPhoto]</i></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			<category>NEWS-Risk Management</category>
			<category>NEWS-IT Security</category>
			
			<author>office@risknet.de</author>
			<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 23:19:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Banken im Stresstest</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1701&#38;cHash=45992843c04923cd2dd67efe8879d8b3</link>
			<description>Sieben Banken in Europa fallen durch</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Nach Wochen der Ungewissheit steht das Ergebnis der europaweiten Stresstests fest: Von 91 europäischen Banken haben nur sieben die Prüfung nicht bestanden. Die Hürde war eine Kernkapitalquote von 6 Prozent bei Simulierung bestimmter Krisenszenarien gewesen. Um auch die durchgefallenen Kandidaten auf diese Quote zu bringen, seien Kapitalspritzen im Volumen von insgesamt 3,5 Mrd EUR nötig, teilte die europäische Bankenaufsicht CEBS (Committee of European Banking Supervisors) mit.</p>
<p class="bodytext">In dem Test hatten die Aufsichten die Fähigkeit der Banken geprüft, zusätzliche Schocks in Form von Kredit- und Marktrisiken auszuhalten, darunter Risiken, die sich aus Engagements in Staatsanleihen ergeben. So wurden Stress-Szenarien simuliert wie beispielsweise eine zwei Jahre andauernde Rezession. Unter solchen Szenarien sollten die Banken in der Lage sein, eine Kernkapitalquote in Höhe von mindestens 6 Prozent zu halten.</p>
<p class="bodytext">Mit der Veröffentlichung der Testergebnisse sollte das Vertrauen in die Banken gestärkt werden, so das Kalkül der Politik, die die Milliardenhilfen für die Banken aus Steuergeldern verteidigen muss. Ob das aufgeht ist allerdings offen. In einer ersten Reaktion zeigten sich Analysten kritisch. Es habe zu wenig Transparenz und eine zu laxe Bewertung der Risiken gegeben, lautete die Kritik nach Bekanntgabe der Details. Tatsächlich geht der Test auch in seinem Worst-case-Szenario nicht von einem Totalausfall von europäischen Staatsanleihen aus. Denn die Aufseher ziehen einen solchen Ausfall von Mitgliedern der EU oder der Eurozone gar nicht erst in Betracht. </p>
<p class="bodytext">Trotz der als zu lax kritisierten Maßstäbe schafften sieben Banken es nicht: Durch den Test fielen neben einer deutschen Bank die griechische ATEBAnk sowie die fünf spanischen Sparkassen Unnim, Diada, Espiga, Banca Civica und Cajasur. Von den deutschen Banken schaffte es nur die Münchener Hypo Real Estate (HRE) nicht. Sie blieb mit einer Kernkapitalquote von 4,7 Prozent unter der geforderten Schwelle von 6 Prozent. Dem verstaatlichten Immobilienfinanzierer fehlten rund 2 Mrd. EUR zum Bestehen des Tests. Das Testergebnis der HRE war für die Märkte kein Schock und hat laut Analysten auch keine Auswirkungen: Da die Bank dem Staat gehört, muss der Markt nicht um ihre Refinanzierung fürchten.</p>
<p class="bodytext">Unter den Privatbanken schaffte es die Postbank wie erwartet nur knapp über die 6%-Hürde. Im schlimmstmöglichen Szenario würde die Kernkapitalquote der Bank bei 6,6 Prozent liegen und damit nur leicht über dem geforderten Wert, wie aus einer Mitteilung der Bundesbank hervorging. Deutlich dicker sind die Kapitaldecken der Deutschen Bank (9,7 Prozent) und der teilverstaatlichten Commerzbank (9,1 Prozent). Glimpflich ging der Test auch für die sieben deutschen Landesbanken aus: Nachdem Kandidaten wie die Helaba und Nord LB bis zuletzt als unsichere Kantonisten galten, konnten letztlich alle sieben die wesentliche Hürden nehmen. In vielen Fällen war das nur mit Hilfe der bereits erteilten Kapitalspritzen vom Staat möglich. <br /><b><br />Credit Default Swaps von Banken wieder deutlich gestiegen</b></p>
<p class="bodytext">Die Credit Default Swap (CDS)-Werte von im deutschen Markt agierenden Banken sind in den vergangenen Monaten erneut deutlich angestiegen. Der Mittelwert der von Scope Analysis berücksichtigten Banken betrug zum Stichtag 30. Juni 2010 129,4 Basispunkte, so die Berechnungen der Ratingagentur in einer aktuellen Studie. Vor allem die Sorgen um Insolvenzgefahren und um die hohe Staatsverschuldung einiger europäischer Staaten sowie die damit einher gehende Euro-Schwäche habe die Unsicherheit in den Märkten und damit die CDS-Werte nach oben getrieben, so die Studie. Staatspapiere gefährdeter europäischer Länder wie Griechenland seien breit in den Anleiheportfolios von Banken vertreten und verfestigten den Eindruck der Märkte über ein nach wie vor erhebliches Abschreibungspotenzial in den Bankbilanzen. </p>
<p class="bodytext">Trotz der eingeleiteten Notfallmaßnahmen von IWF, Europäischer Union sowie der Länderregierungen für die Sanierung ihrer Staatshaushalte haben sich die durch die CDS-Werte ausgedrückten Risikoaufschläge noch nicht maßgeblich zurückgebildet. Anfang des Jahres lag der CDS-Wert im Branchendurchschnitt noch bei 78,8 Basispunkten; die Märkte hatten sich weitgehend beruhigt. Doch nach den Turbulenzen um den Euro erreichte der CDS-Mittelwert am 1. Juni mit 162,5 Basispunkten wieder einen Höchststand im ersten Halbjahr 2010. <br /><br /><i><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb1-CDS-20100723.jpg" width="487" height="273" alt=""><br />Abbildung: Der CDS-Mittelwert seit Januar 2010 (Quelle: Scope Analysis)</i><br /><br />In den Wochen vor und nach der Insolvenz von Lehman waren Werte im Branchenmittel von über 300 Basispunkten erreicht worden. „Normale“ CDS-Stände bei ruhigen Marktverläufen liegen bei deutlich unter 50 Basispunkten.&nbsp;Hohe CDS-Werte sind derzeit vor allem bei Morgan Stanley (210 BP) sowie der Royal Bank of Scotland (180 BP), der Citigroup (161 BP), der HSH Nordbank (151 BP) sowie Goldman Sachs (150 BP) anzutreffen. Wesentlich niedrigere Risikoaufschläge deutlich unter dem Marktdurchschnitt verlangen die Märkte dagegen bei der HSBC Bank (61 BP), der Rabobank (69 BP) sowie JPMorgan Chase (84 BP).</p>
<p class="bodytext">Credit Default Swaps (CDS) geben Aufschluss darüber, wie der Markt kurzfristig das Ausfallrisiko eines Emittenten bewertet. Der Wert zeigt den Risikoaufschlag an, den Kapitalgeber am Markt für die Anleihen eines Emittenten verlangen, um dessen Ausfallrisiko abzudecken. Eine fundierte Bonitätsanalyse ersetzt die CDS-Betrachtung freilich nicht; sie spiegelt die aktuelle Marktmeinung in Bezug auf die fragliche Adresse wider. Sie kann sich kurzfristig ändern, wird aber als Frühindikator bei sich zuspitzenden Risiken gesehen, welche die herkömmlichen, auf Fundamentalanalyse basierenden und damit zum Teil rückwärts gerichteten Credit Ratings noch nicht anzeigen. <br /><br /><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb2-CDS-20100723.jpg" width="609" height="291" alt=""><br /><i>Tabelle: Aktuelle CDS-Werte (Quelle: Scope Analysis)</i><br /><br /><i><br /></i><b>Download 2010 EU Wide Stress Testing:</b> <i><a href="http://stress-test.c-ebs.org/documents/Summaryreport.pdf" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="fileadmin/template_risknet/icons/pdf.gif" width="18" height="16" alt=""></a><br /><br /><br />[Bildquelle oben: iStockPhoto]</i></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			<category>NEWS-Rating</category>
			<category>NEWS-Risk Management</category>
			<category>NEWS-Basel II</category>
			
			<author>office@risknet.de</author>
			<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 22:24:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Konkretisierung der Überwachungspflichten von Aufsichtsräten</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1700&#38;cHash=aa27ecb65e00ca07f3ed40d21c0242ee</link>
			<description>Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der mit dem BilMoG geänderte § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG enthält zwar keine neuen gesetzlichen Anforderungen, konkretisiert aber die Überwachungspflichten von Aufsichtsräten. Demnach tragen Aufsichtsräte die Verantwortung für die Überwachung des Rechnungslegungs- und Prüfungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagement-Systems sowie des internen Revisionssystems. Laut der Studie &quot;Neue Pflichten für Aufsichtsräte?&quot; der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst &amp; Young nehmen 94 Prozent der befragten Aufsichtsräte diese Konkretisierung ihrer Überwachungsaufgabe als Verschärfung ihrer Pflichten wahr. Gleichzeitig begrüßen 88 Prozent der Befragten die Konkretisierung. </p>
<p class="bodytext">Immerhin 44 Prozent der Befragten halten die öffentliche Kritik, die im Zuge der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise an der Arbeit ihrer Zunft laut wurde, für gerechtfertigt. Mit nur 31 Prozent bezeichnet ein deutlich geringerer Anteil die Kritik als unberechtigt Zudem sind die Aufsichtsräte hinsichtlich des Umsetzungsstandes der Anforderungen durch § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG in den Unternehmen sehr viel skeptischer als die befragten Vorstände und Geschäftsführer: Während 75 Prozent der Aufsichtsräte glauben, dass das Risk-Management-System in den Unternehmen effizienter und leistungsfähiger sein könnte, sind nur 33 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer dieser Meinung. Sogar 81 Prozent der Aufsichtsräte halten das interne Kontrollsystem für verbesserungsfähig – bei den Vorständen und Geschäftsführern beträgt der Anteil lediglich 47 Prozent. Schließlich identifizieren 75 Prozent der Aufsichtsräte Verbesserungspotenziale beim internen Revisionssystem und den Rechnungslegungsprozessen. Auch in diesem Bereich sehen nur 47 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer noch Umsetzungsdefizite.</p>
<p class="bodytext">&quot;Auch wenn viele Aufsichtsräte von grundsätzlich funktionierenden Risikomanagement-, internen Kontroll- und internen Revisionssystemen sowie Rechnungslegungsprozessen ausgehen, ist ihnen doch klar, dass der Nachweis der Funktionsfähigkeit der Systeme verbesserungsfähig ist&quot;, kommentiert Wollmert, Leiter des Geschäftsbereiches Wirtschaftsprüfung bei Ernst &amp; Young, die kritische Haltung der Aufsichtsräte. Die korrekte Beurteilung der Rechnungslegung und der verschiedenen internen Kontrollsysteme sei allerdings schwierig und erfordere von den Kontrolleuren besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren.</p>
<p class="bodytext">Aufsichtsratsmitglieder müssen sich daran messen lassen, ob sie den in § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG normierten Pflichten nachgekommen sind. Daher gewinnt der Nachweis der pflichtgemäßen Erfüllung dieser Überwachungsaufgaben erheblich an Bedeutung. Aufsichtsratsmitglieder, die weder einen Ausschuss zu ihrer fachlichen Unterstützung eingesetzt haben noch selbst über die nötige Qualifikation verfügen, um die Funktionstüchtigkeit der Rechnungslegung und der internen Kontrollsysteme vollständig zu beurteilen und nachzuweisen, gehen der Studie zufolge in ein erhebliches Haftungsrisiko ein. Daher bestehe für Aufsichtsräte dringender Handlungsbedarf, um das Risiko eigener Sorgfaltspflichtverletzungen und damit einer persönlichen Haftung auszuschließen.<br /><br /><br /><i>[Bildquelle: iStockPhoto]</i><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			<category>NEWS-Corporate Governance</category>
			
			<author>office@risknet.de</author>
			<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 23:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Verantwortliche Umgang mit dem eigenen Unternehmen</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1699&#38;cHash=f5f583d01e51c96310f0791a97332705</link>
			<description>Corporate Governance</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Auf Initiative der INTES Stiftung für Familienunternehmen und des Interessenverbandes &quot;Die Familienunternehmer&quot; hat eine 27-köpfige Kommission aus renommierten Familienunternehmern und Wissenschaftlern neue Leitlinien zur Führung von Familienunternehmen entwickelt. Der neue Kodex löst ein entsprechendes Werk aus dem Jahr 2004 ab. Noch deutlicher als zuvor setzen sich die Leitlinien von dem im Regierungsauftrag entwickelten &quot;Deutschen Corporate Governance Kodex&quot; ab. &quot;Dieses Regelwerk ist für Familienunternehmen nicht geeignet&quot;, so die Meinung von Peter May und Familienunternehmer-Präsident Patrick Adenauer, unter deren Vorsitz das neue Pflichtenheft für Familienunternehmer entstand. Auftrag der Regierungskommission war es sicherzustellen, dass angestellte Manager kapitalmarktorientierter Aktiengesellschaften verantwortlich mit dem Unternehmen, d. h. dem Vermögen der Aktionäre, umgehen. Die Prinzipien für Familienunternehmen sollen hingegen sicherstellen, dass die Inhaber verantwortlich mit ihrem eigenen Unternehmen umgehen.</p>
<p class="bodytext">&quot;Familienunternehmen findet man in unterschiedlichen Rechts- und Finanzierungsformen, in sehr unterschiedlichen Unternehmensgrößen und mit Inhaberstrukturen, die von wenigen bis zu mehreren hundert Personen reichen – dieser Vielfalt muss ein Governance Kodex Rechnung tragen&quot;, so May, der Honorarprofessor an der WHU – Otto Beisheim School of Management – in Vallendar ist. Der jetzt vorgelegte Kodex wird durch eine Kommentierung ergänzt, die dabei helfen soll, die allgemeinverbindlichen Grundsätze auf die jeweils individuelle Unternehmens- und Familienverfassung zu übertragen. Wie Kommissions-Vize Patrick Adenauer betont, wollten die Familienunternehmer ihre Verantwortung als Inhaber festschreiben: &quot;Wir stehen zu unserer gesellschaftlichen Mitverantwortung und übernehmen nach dem ‚Familienunternehmer-Prinzip‘ auch das Risiko für unsere unternehmerischen Entscheidungen.&quot; Konkrete Auswirkungen habe dieses Bekenntnis beispielsweise auf das Thema Haftung, das in dieser Form neu im Kodex auftaucht. Haftungsregeln für die Unternehmensleitung und die Aufsichtsorgane sollten künftig explizit und eindeutig festgelegt werden.</p>
<p class="bodytext">Die Richtlinien und Empfehlungen des Governance Kodex für Familienunternehmen berücksichtigen die Unternehmenssphäre und die Familiensphäre gleichermaßen. Die Leitlinien enthalten beispielsweise Vorgaben zur Nachfolgeplanung in der Familie oder zeigen auf, wie durch rechtzeitig getroffene Maßnahmen Streitigkeiten in der Inhaberfamilie vermieden werden können, die sich negativ auf das Unternehmen auswirken könnten. Der Kodex verlangt eindeutige und objektiv nachvollziehbare Kriterien für Fälle, in denen Familienmitglieder in die Unternehmensleitung eintreten und fordert etwa Altersgrenzen für deren Tätigkeit. Er spricht sich zudem für die Einrichtung von Aufsichtsgremien aus, selbst wenn sie im Familienunternehmen nicht zwingend sind und gibt Empfehlungen zur Zusammensetzung und Qualifikation der Mitglieder. Ebenso formuliert er Prinzipien, um das rechte Maß für Ausschüttungen und Eigenkapitalquote zu finden.</p>
<p class="bodytext">Der Kodex und die Kommentierung sind auf der Website <a href="http://www." title="external-link-new-window" target="kodex-fuer-familienunternehmen.de/" class="_blank" >www. kodex-fuer-familienunternehmen.de </a>abrufbar. Die Homepage ist zugleich ein neues Diskussionsforum für alle Themen, die Familienunternehmen betreffen, wobei Besucher ihrerseits Kommentare abgeben können. Einmal jährlich entscheidet die Kommission dann, welche Inhalte in die offizielle Kommentierung aufgenommen werden.<br /><br /><i>[Bildquelle: iStockPhoto]</i><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			<category>NEWS-Corporate Governance</category>
			
			<author>office@risknet.de</author>
			<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 14:51:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Immobilieninvestments – Attraktiv und gefährlich</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1698&#38;cHash=b59c6c60cde2c1a1827e80e52b59841b</link>
			<description>Risikoanalyse Immobilienmärkte</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Was für ein Gegensatz: Jeder Anlageberater empfiehlt heute Immobilien. Die Zahl der Märkte, in denen man aber mit gutem Gewissen investieren kann, ist nach wie vor gering. So attraktiv und gleichzeitig so unterschiedlich waren die Immobilienmärkte selten. Sie sind attraktiv, denn der Kauf von Häusern und Wohnungen bietet einen fast perfekten Schutz gegen Inflation und Währungsunruhen. Er wirft eine ordentliche Rendite ab (normalerweise rund vier Prozent). Er lässt sich bei geringem Kapitaleinsatz zu niedrigen Zinsen finanzieren. Das erhöht den Inflationsschutz, weil die Hypotheken in Zeiten steigender Preise mit einem Geld zurückbezahlt werden können, das weniger wert ist. Zudem erhöht sich dadurch die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital. Nicht selten steigt dann die Rendite in den zweistelligen Bereich. </p>
<p class="bodytext">Bei der Umsetzung dieser Überlegungen in die Praxis muss man freilich den richtigen Markt erwischen. Es gibt nach wie vor Märkte mit fallenden und mit steigenden Preisen. Zudem muss die Grundannahme einer Inflation in Zukunft richtig sein. Bei Deflation lägen die Immobilieninvestoren falsch. Japan hat vorgemacht, was dann alles passieren kann. Ein weiteres Risiko ist, dass Immobilien meist längerfristige Engagements sind, bei deren Erwerb die Transaktionskosten höher sind. Man kauft Wohnungen oder Häuser nicht wie Aktien. Daher kann man auch nicht so schnell auf Marktveränderungen reagieren. Das gilt, wie sich in der Finanzkrise schmerzlich gezeigt hat, auch für Fonds. Im Übrigen sind die legalen Bedingungen für den Erwerb von Häusern regional sehr unterschiedlich, so dass sich der Investor vorher genau informieren sollte. </p>
<p class="bodytext">Hier ein paar Hinweise, in welchen Regionen die Risiken für Immobilieninvestments vertretbar sind, und wo man sicher besser noch zurückhält. Am gefährlichsten ist es derzeit in Asien. In Hongkong liegen die Hauspreise nach der Statistik des Economist derzeit um 28 Prozent über dem Vorjahr. In der Boom-Region um Shanghai könnten die Steigerungen sogar noch höher sein. Das ist eindeutig eine Blase, getrieben durch die hohe Kreditgewährung der Banken und die überhitzte Konjunktur. Der frühere Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff, rechnet damit, dass die Immobilienblase in China bald platzt. Es gibt immer mehr Meldungen von sinkenden Hauspreisen.&nbsp; &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Nicht empfehlenswert ist derzeit auch der Immobilienmarkt in Spanien. Hier ist die Blase bereits geplatzt. Die Hauspreise steigen nicht mehr, sondern gehen zurück, zuletzt im Landesdurchschnitt um 4,7 Prozent. Ein großes Angebot an leer stehenden Wohnungen und Häusern drückt auf den Markt. Bei schlechter Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit ist keine so schnelle Besserung zu erwarten. Hinzu kommt die schwierige Lage der spanischen Sparkassen, die nicht genügend Mittel haben, um in Schwierigkeiten geratene Schuldner über Wasser zu halten. Sie drängen eher zum Verkauf der Objekte oder zur Zwangsversteigerung. </p>
<p class="bodytext">Auf der Kippe steht der britische Häusermarkt. Hier ist der starke Preisrückgang der vergangenen Jahre (noch im 1. Quartal 2009 -16,6 %) zu Ende. Die Preise steigen wieder (1. Quartal 2010 +8,7 %). Es ist aber unsicher, ob dies schon die Wende ist. Zum Teil erhöhen sich die Preise nur, weil in den letzten Jahren so wenig gebaut wurde. Nach wie vor ist die Arbeitslosigkeit hoch. Das Wirtschaftswachstum ist schwach. Die Regierung zieht alle Register, um die öffentlichen Defizite zu reduzieren. </p>
<p class="bodytext">In den USA ziehen die Hauspreise im Landesdurchschnitt wieder an (+5 %). Freilich gibt es nach wie vor erhebliche Unterschiede. In Kalifornien geht es schon wieder kräftig nach oben, in Las Vegas oder Teilen Floridas geht es eher nach unten. Die Konjunktur hat den Tiefpunkt hinter sich. Die Regierung tut alles, um den von der Immobilienkrise besonders betroffenen Haushalten zu helfen. Andererseits liegt die Arbeitslosigkeit noch bei 10 Prozent. Zudem drückt das Angebot von Häusern, die zur Zwangsversteigerung anstehen, auf den Markt. Ich rechne bestenfalls mit einer leicht nach oben gerichteten Seitwärtsbewegung der Preise. Ein nochmaliger leichter Einbruch ist auch nicht auszuschließen. Vorsicht vor Investitionen in amerikanischen Gewerbeimmobilien. Hier ist das Schlimmste noch nicht erreicht. </p>
<p class="bodytext">In Europa außer Spanien und Großbritannien ist die Lage gemischt. In Nordeuropa (Norwegen, Schweden, Finnland) sieht es relativ gut aus. Die Häuserpreise steigen. Es gibt keine größeren Übertreibungen. Dagegen gibt es in Irland, aber auch in Osteuropa nach wie vor erhebliche Probleme. Schwierig ist die Lage vor allem im Baltikum, in Slowenien, Bulgarien und Rumänien. Polen ist stabil. Woran die Märkte leiden, ist die notwendige Liquidität. Sie brauchen Investoren. </p>
<p class="bodytext">Besser sieht es in den Ländern aus, in denen es in den letzten Jahren keine Übertreibungen nach oben gegeben hat und wo sich auch die Konjunktur in moderaten Bahnen bewegt. Das sind zum Beispiel die Schweiz, Österreich oder auch Deutschland. In der Schweiz erhöhen sich die Häuserpreise nach den Erhebungen des Economist derzeit landesweit um 4,9 %, in Deutschland um 1,8 % (für Österreich gibt es diese Zahl nicht, sie dürfte aber nicht viel anders sein). Das Wirtschaftswachstum ist maßvoll (2010 +2 %). Die Arbeitslosigkeit belastet nicht zu sehr. Die Zinsen sind nach wie vor niedrig. Die Märkte sind fundamental nicht überbewertet, sondern eher etwas zu billig. Mit besonders großen Preissteigerungen sollte aber nicht gerechnet werden. &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Zudem muss man als Anleger auch hier aufpassen. Denn es gibt je nach Region in den Ländern erhebliche Unterschiede. In Deutschland beispielsweise gehen die Immobilienpreise in Teilen Nordbayerns, Hessens und Niedersachsens sowie in den neuen Bundesländern nach wie vor zurück und die weiteren Aussichten sind gedämpft. Umgekehrt werden den Verkäufern in Berlin oder München gute Objekte aus der Hand gerissen. Generell: Alle Regionen, in denen es aufgrund von demographischen Wanderungsbewegungen zu einem Bevölkerungszuwachs kommt, verfügen über einen besseren Immobilienmarkt. Häuser und Wohnungen sind ja nicht nur Investitionsobjekte. Sie müssen ja auch bewohnt sein.<br /><br /></p>
<p class="bodytext"><b>Autor:</b> Dr. Martin W. Hüfner, Chief Economist, Assenagon Asset  Management S.A.</p>
<p class="bodytext"><br /><br /><i>[Bildquelle: iStockPhoto]</i></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Rating</category>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			
			<author>martin.huefner@assenagon.com</author>
			<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 23:30:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wozu ein Standard zur Prüfung von Compliance-Management-Systemen?</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1697&#38;cHash=1f7020527d9463d4b5f7a31d8297eb47</link>
			<description>IDW EPS 980</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) im März 2010 vorgestellte Entwurf eines Standards zur Prüfung von Compliance Management Systemen (CMS) wurde in der Öffentlichkeit nicht nur mit Zustimmung aufgenommen. Auch hier auf dem Kompetenzportal RiskNET zweifelten Peter Hager und Frank Romeike in ihrem <a href="Detailansicht-NEWS.479.0.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=1635&amp;cHash=8f8a97be93" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Beitrag &quot;IDW EPS 980: Risiken und Nebenwirkungen ausufernder Kontrollsysteme&quot; vom 12. Mai 2010</a>, ob der Standard das Thema Compliance nicht nur zum Erzeugen von neuem Beratungs- und Prüfungsaufwand instrumentalisieren würde. Der Standard würde inhaltlich wenig neue Erkenntnisse, aber im Gegenzug viel Papier mit sich bringen. Die Online-Zeitschrift &quot;Compliance&quot; der <a href="http://www.finance-magazin.de/" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Finance-Redaktion</a> stellt in Ihrer April Ausgabe die Frage, ob der Standard ein &quot;Bürokratiemonster&quot; sei.</p>
<p class="bodytext">Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll näher zu betrachten, warum das IDW die Notwendigkeit für einen solchen Standard sah, was das IDW mit dem Standardentwurf beabsichtigte und was der Standard&nbsp; erreicht. Das Thema &quot;Compliance&quot; hat in den letzten Jahren (nicht nur in Deutschland) eine immer höhere Bedeutung für Unternehmen erlangt. Dies liegt nicht nur an einer merklich gestiegenen Verfolgung von Verstößen bspw. gegen Anti-Korruptionsvorschriften durch die US-amerikanischen und auch die deutschen Strafverfolgungsbehörden sowie der Öffentlichkeitswirksamkeit&nbsp; insbesondere von Verfahren gegen große deutsche Unternehmen. Auch in anderen Bereichen, beispielsweise den Datenschutzvorschriften, müssen Unternehmen erkennen, dass sie nicht zur zunehmend schnell Bekanntschaft mit der Staatsanwaltschaft machen, sondern ihr öffentliches Image ebenso schnell Schaden nehmen kann. Verschiedene Urteile&nbsp; über unterschiedliche Instanzen bis hin zum BGH zeigen zudem die gestiegene Gefahr persönlicher Haftung von Vorständen und anderen Compliance-Verantwortlichen. Folgerichtig beschäftigen sich Geschäftsführungs- und Aufsichtsorgane immer intensiver mit der Frage, wie die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften im Unternehmen und durch das Unternehmen sicher gestellt werden kann. <br /><br /><b>Nur gesetzeskonforme Geschäfte</b></p>
<p class="bodytext">Die Kernaussage &quot;Unser Unternehmen macht nur Geschäfte, die im Einklang mit dem Gesetz und anderen Vorschriften stehen&quot; ist dabei schnell getroffen. Wirksam kann eine solche Aussage aber nur werden, wenn sich das Unternehmen insgesamt bei jedem Geschäft hieran hält. Konkret bedeutet dies, dass jeder, der im, für oder durch das Unternehmen tätig wird, sein tägliches Verhalten an dieser Kernaussage messen lassen muss. Es dürfte allgemein akzeptiert sein, dass es unrealistisch wäre alleine auf die Kraft einer solchen Aussage zu vertrauen. Hierbei soll nicht auf die immer vorhandene Gefahr von krimineller Energie eingegangen werden, die sich auch durch Kontrollen und andere Maßnahmen nur&nbsp; begrenzt beseitigen lässt. Vielmehr ist der Anspruch alle Gesetze und Vorschriften bei allen Geschäften einhalten zu wollen immer öfter schwierig umzusetzen. Umso umfangreicher und komplexer die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens wird, umso umfangreicher und komplexer werden die einzuhaltenden Vorschriften und umso mehr wächst die Gefahr&nbsp; auch unbewusst gegen Gesetze zu verstoßen. Gerade mittelständische Unternehmen laufen Gefahr, sich in - oftmals nicht gerechtfertigter – Sicherheit zu wiegen, ohne tatsächlich den vollen Umfang der möglichen Gesetzesverstöße zu kennen. Die Sicherstellung der tatsächlichen Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen sollte daher systematisiert werden. Es darf nicht übersehen werden, dass sowohl die US-Amerikanischen Vorschriften (US Sentencing Guidelines) implizit wie auch die britischen Gesetze (UK Anti-Bribery Act) explizit die Einrichtung eines Systems zur Verhinderung von Bestechungshandlungen fordern. Diese Vorschriften sind auch von deutschen Unternehmen einzuhalten, wenn sie in den jeweiligen Ländern geschäftlich tätig werden. Wird ein (Compliance-Management-System) CMS eingerichtet, muss es auch die Sicherstellung der Compliance bei den Handlungen der Geschäftsführung gewährleisten. Da die Geschäftsführung aber selber für die Einrichtung eines CMS verantwortlich zeichnet, stellt sich die Frage, wie sie unabhängig die Eignung des CMS beurteilen kann. Die Frage nach der objektiv beurteilten Eignung des CMS wird sich spätestens dann stellen, wenn es trotz der vorhandenen Maßnahmen zu Verstößen gekommen ist und die Geschäftsleitung –&nbsp; ggfs. auch gerichtlich&nbsp; – nachweisen muss, dass sie ihren Geschäftsleitungspflichten nachgekommen ist. <br /><br /><b>Gemeinsames Verständnis über Anforderungen an Compliance-Management-System</b></p>
<p class="bodytext">Hier war das Institut der Wirtschaftsprüfer gefordert. Zunehmend traten Unternehmen an die Mitglieder des Berufsstandes heran, um eine&nbsp; Bescheinigung einer unabhängigen Institution über die Eignung des CMS zu erhalten. Die sich hieraus ergebende Frage war, welche Anforderungen an das Unternehmen sowie an die Wirtschaftsprüfer und ihre Tätigkeit zu stellen sind, damit eine solche Bescheinigung erstellt werden kann. Selbstverständlich besteht hier die Möglichkeit für den Berufsstand, zusätzliche Aufträge zu generieren. Der Standard weckt aber nicht den Bedarf für entsprechende Aufträge, vielmehr stellt er die Reaktion des Berufsstandes auf den vorhandenen und steigenden Bedarf dar. Der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer muss bei seiner Tätigkeit schon von Gesetzeswegen unter anderem die Grundsätze der Unabhängigkeit und Gewissenhaftigkeit einhalten und insbesondere Prüfungsberichte unparteiisch erstellen. Daher ist es notwendig, dass gerade bei neuen Tätigkeitsbereichen ein gemeinsames Verständnis darüber gefunden wird, welche Anforderungen an diese Tätigkeiten zu stellen sind. Ebenso gehört es zum Selbstverständnis des Berufsstandes, die Anforderungen, Möglichkeiten aber auch die Grenzen der eigenen beruflichen Tätigkeit öffentlich darzustellen. Nur so können Erwartungslücken vermieden werden.&nbsp; Es war sehr schnell zu erkennen, dass die Anforderungen an die Prüfung eines CMS zunächst klarer Definitionen bedürfen. Anders als bei der Prüfung eines Jahresabschlusses - eine der Kernaufgaben von Wirtschaftsprüfern – ist die Prüfung eines CMS hinsichtlich des Prüfobjektes nicht klar definiert gewesen. <br /><br /><b>Klare Definition des Begriffes &quot;Compliance&quot;</b></p>
<p class="bodytext">Weder bestand in der Literatur eine klare Definition des Begriffes &quot;Compliance&quot; noch eine einheitliche Auffassung, wie die Eignung eines CMS zu beurteilen ist. Zwar beschäftigt sich der Standard vornehmlich mit den Anforderungen an den Prüfer in Bezug auf die Durchführung der Prüfung eines CMS. Es war aber auch notwendig, diese grundlegenden Fragen, was &quot;Compliance&quot; ist und wie die Eignung eines CMS beurteilt werden kann, zu beantworten. Dazu musste sich der Berufsstand auch mit der Frage der Anforderungen an ein CMS beschäftigen. Hierin liegt dann auch der hauptsächliche Nutzen des Standards für die Unternehmen. Gleichzeitig&nbsp; ist&nbsp; die berufsständische Verlautbarung hier auch den meisten Angriffen ausgesetzt. Dabei sind diese Angriffe teilweise durchaus widersprüchlich. Zum einen wird bemängelt, dass der Standard wenig Neues oder Konkretes zum Thema Compliance bzw. CMS bieten würde. Zum anderen wird auch&nbsp; angemerkt, dass es falsch sei, das Thema &quot;Compliance&quot; übermäßig zu regulieren und zu wenig auf die Gegebenheiten des jeweiligen Unternehmens einzugehen. Die Vorwürfe sind widersprüchlich,&nbsp; man kann sie sowohl als zutreffend als auch unzutreffend bezeichnen. Nachfolgend sollen diese Aussagen hinsichtlich ihrer Richtigkeit beurteilt werden.&nbsp;&nbsp; <br /><br /><b>Compliance = Einhaltung von Regeln</b></p>
<p class="bodytext">Der Standard legt fest, dass unter Compliance ganz allgemein die Einhaltung von Regeln verstanden wird. Wer diese Regeln festgelegt hat oder welchen Verpflichtungsgrad sie haben, ist dabei für die Definition des Begriffes zunächst unerheblich (sehr wohl aber für die Angemessenheit von Maßnahmen). Natürlich kann diese Definition als &quot;Allgemeinplatz&quot; kritisiert werden. Da in der Praxis Unternehmen den Begriff &quot;Compliance&quot; bzw. ihre &quot;Compliance-Abteilung&quot; oftmals aber nur eingeschränkt beispielsweise für die Einhaltung von Anti-Korruptionsvorschriften verwenden, war es notwendig, zunächst&nbsp; die allgemeine Definition des Begriffs klarzustellen . Gleichzeitig stellt der Standard dann aber klar, dass es die Aufgabe eines jeden Unternehmens ist, zu definieren, für welche Compliance-Teilbereiche das jeweilige CMS die Einhaltung der Regeln sicherstellen soll. Diese Eingrenzung ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die Eignung der Maßnahmen durch den Prüfer beurteilt werden kann. Der Prüfer kann hierdurch gezielt eine Beurteilung für die Bereiche vornehmen, deren Bedeutung für das Unternehmen oder die Geschäftsführung am Höchsten ist.&nbsp; Eine solche risikoorientierte Betrachtung dient auch der Begrenzung des Arbeitsumfanges und damit der Kosten. Die vom IDW in den Anwendungshinweisen zum Standard aufgelisteten möglichen CMS-Teilbereiche stellen dabei keineswegs eine Liste dar, die von allen Unternehmen &quot;abzuarbeiten&quot; ist. In welchen Gebieten Compliance-Risiken für ein Unternehmen tatsächlich bestehen und konkrete Maßnahmen erfordern, obliegt der Beurteilung durch die geschäftsführenden Organe. Auftrag und Berichterstattung über die Prüfung müssen aber klar erkennen lassen, auf welche Teilbereiche des CMS sich die Prüfung bezieht.<br /><br /><b>Grundelemente eines Compliance-Management-Systems</b></p>
<p class="bodytext">Zudem definiert der Standard, welche Grundelemente ein CMS umfasst. Hierbei werden bewusst keine konkreten Grundsätze oder Maßnahmen festgelegt, die ein CMS enthalten muss. Dies wäre wenig sinnvoll. So umfangreich die Menge der vom jeweiligen Unternehmen einzuhaltenden Regeln sein kann, so umfangreich und unterschiedlich sind die zur Sicherstellung der Compliance möglichen oder notwendigen Grundsätze und Maßnahmen. Genau dies erkennt der Standard an und vermeidet es bewusst, ein starres Regelwerk vorzugeben. Dessen Einhaltung würde für ein konkret betroffenes Unternehmen in der Praxis oft nicht den Notwendigkeiten entsprechen und wäre folglich ineffizient. Die Wirksamkeit eines CMS kann durch eine Überregulierung und damit einhergehende fehlende Akzeptanz sogar gefährdet sein.&nbsp; Ein vom IDW vorgenommener Vergleich verschiedener (im Anhang zum Standard aufgeführter Rahmenwerke zu CMS) lässt aber erkennen, dass Systeme zur Einhaltung der Compliance ebenso wie alle Risikomanagement-Systeme sich regelmäßig mit bestimmten Grundelementen beschäftigen. Diese Grundelemente (Compliance-Kultur, Compliance-Ziele, Compliance-Organisation, Compliance-Risiken, Compliance-Programm, Compliance-Kommunikation und Complinace-Überwachung) stellen quasi das Gerüst eines CMS dar und sind die einzelnen vom Prüfer zu beurteilenden Bausteine. Hinweise zur Ausgestaltung dieser Grundelemente finden sich in den verschiedenen vom Standard angeführten Rahmenwerken. Insbesondere das weltweit anerkannte Rahmenwerk für Risikomanagementsysteme COSO Enterprise Risk Management – Integrated Framework bildet eine wesentliche Grundlage auch des IDW Standards. Konkret müssen aber immer die Gegebenheiten des jeweiligen Unternehmens und die Notwendigkeiten der einzuhaltenden Regeln den Maßstab bilden. So wird sich das CMS eines weltweiten Großkonzerns insbesondere in den zu implementierenden Maßnahmen deutlich vom System eines mittelständischen, vom Inhaber geführten Unternehmens unterscheiden, ohne dass das eine System mehr oder weniger wirksam wie das andere sein muss. Auch das COSO Rahmenwerk anerkennt diese notwendige Anpassung bei der Ausgestaltung eines Risikomanagementsystems und vermeidet bewusst zwingende Vorgaben für die Ausgestaltung eines Systems zu machen. Vielmehr werden Faktoren aufgeführt und diskutiert, die es bei der Einrichtung von Systemen zu beachten gilt. Genau diese notwendige Flexibilität verhindert, dass überzogene Anforderungen oder unnötige Prüfungshandlungen durchgeführt werden und darf nicht als eine vermeintliche Inhaltsleere des IDW-Standards missverstanden werden. <br /><br /><b>Prüfung des Systems – nicht der Einhaltung der Regeln</b></p>
<p class="bodytext">Kritisiert wird auch die Feststellung des Standards, dass ein CMS - auch ein geprüftes – nicht zwangsläufig in der Lage ist, alle möglichen Verstöße gegen die entsprechenden Regeln zu verhindern. Diese Feststellung ist – auch wenn es so klingen mag – keine &quot;Freizeichnungsklausel&quot; für den Prüfer. Vielmehr ist es die Wiedergabe der schlichten Wahrheit. Nicht nur die nicht zu unterschätzende kriminelle Energie von Menschen, sondern auch der einfache menschliche Fehler oder Irrtum sowie die sich schnell ändernden Rahmenbedingungen stellen inhärente Beschränkungen aller entsprechenden Systeme dar. Dies ist aber kein Grund dafür von vorneherein auf ein CMS zu verzichten, vielmehr müssen die Einschränkungen bei der Einrichtung des CMS entsprechend berücksichtigt werden. Ein funktionierendes CMS verbessert die Chancen, dass die Compliance sichergestellt ist, einen hundertprozentigen Schutz kann es nicht geben – zumindest nicht ohne die Angemessenheit von Zielsetzung und Maßnahmen nicht aus dem Blick zu verlieren. Das IDW stellt diese (allgemein anerkannte) Beschränkung explizit dar, um eine Erwartungslücke zu vermeiden. Des Weiteren weist der Standard zutreffend darauf hin, dass es sich um die Prüfung des Systems handelt, nicht um die Prüfung ob die Regeln tatsächlich eingehalten wurden. Die Systemprüfung soll eine wenn auch eingeschränkte Aussage für die Zukunft geben, nur hierdurch wird ein Unternehmen seiner Verantwortung gerecht. Zunächst abzuwarten und hinterher zu beurteilen, ob etwas passiert ist, ist die schlechtere Alternative. Eine gezielte externe Untersuchung auf aufgetretene Verstöße ist meist nur bei konkreten Verdachtsfällen sinnvoll und kann durchaus auch von einem Wirtschaftsprüfer durchgeführt werden, gerade die größeren Kanzleien haben hierfür spezielle Forensic-Abteilungen. Diese Tätigkeit ist nicht Gegenstand des Entwurfes eines Prüfungsstandards. Gerade größere Unternehmen führen solche auch anlassunabhängigen Untersuchungen auf aufgetretene Compliance-Verstöße auch oftmals durch die eigenen Internen Revisionsabteilungen durch.<br /><br /><b>Anforderungen an Fach- und Branchenkenntnisse</b></p>
<p class="bodytext">Die Beurteilung, ob die eingerichteten Grundsätze und Maßnahmen im konkreten Einzelfall notwendig und angemessen sind, um die Sicherstellung der Compliance zu gewähren, steht dabei im fachlichen Ermessen des Prüfers. Die ohnehin bestehende berufsständische&nbsp; Anforderung, dass nur solche Aufträge angenommen werden können, für die der Wirtschaftsprüfer über die notwendigen Fach- und Branchenkenntnisse verfügt oder sich diese durch das Hinzuziehen von Spezialisten verschaffen kann, wird im Standard nochmals explizit hervorgehoben. Keinesfalls bedeutet dies, dass immer nur große Prüfungsgesellschaften solche Aufträge annehmen können. Sicherlich wird die Prüfung des CMS eines Weltkonzerns einen Wirtschaftsprüfer in Einzelpraxis schnell überfordern. Ein System zur Sicherstellung der Einhaltung von Exportvorschriften bei einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen wird eine kleine Prüfungspraxis aber ebenso durchführen können, wie die Jahresabschlussprüfung bei einem solchen Unternehmen. Die Anforderungen an Fach- und Branchenkenntnisse dienen zur Sicherstellung, dass an die Ausgestaltung des CMS keine praxisfernen und überflüssigen Anforderungen gestellt werden.<br /><br /><b>Risikoorientierte Ausrichtung der Einrichtung und Prüfung des CMS</b></p>
<p class="bodytext">Sowohl die Einrichtung des CMS durch das Unternehmen als auch die Prüfung muss sich an Risikogesichtspunkten orientieren. Diese unternehmensbezogene Ausrichtung der Prüfung ist ohne entsprechende Kenntnisse nicht möglich. Hierzu gehören auch Kenntnisse in Bezug auf die rechtlichen Anforderungen, dies im Zweifelsfall nicht nur bezogen auf das Inland, sondern auch auf die Länder, in denen das Unternehmen tätig ist. Zurecht weist der Standard darauf hin, dass der Abschlussprüfer des Unternehmens oftmals schon über viele Kenntnisse des Unternehmens verfügt, je nach Nähe oder Ferne des jeweiligen Compliance-Gebietes zur Rechnungslegung wird sich aber auch der Abschlussprüfer noch zusätzliche Kenntnisse vom Unternehmen und seinem Umfeld beschaffen müssen. Die Unterstellung (wie von Hager/Romeike angedeutet), dass der Standard dies verlangt, um dem Prüfer zusätzlichen bezahlten Aufwand zu verschaffen, ist unzutreffend. Tatsächlich dienen die Anforderungen der Sicherstellung einer angemessenen und zuverlässigen Durchführung der Prüfung. Eine oberflächlich durchgeführte Prüfung dient weder dem Unternehmen, das sich auf das Ergebnis der Prüfung verlassen möchte, noch dem Prüfer, der für seinen Bestätigungsvermerk ein erhebliches Haftungsrisiko eingeht.<br /><b><br />Unterschiedliche Prüfungstiefen </b></p>
<p class="bodytext">Die vom&nbsp; Standardentwurf vorgesehenen unterschiedlichen Prüfungstiefen sollen sicherstellen, dass Aufwand und Nutzen einer Prüfung immer im angemessenen Verhältnis stehen und den Bedürfnissen des Unternehmens angepasst sind. Der Grad der Einrichtung von entsprechenden Systemen in den Unternehmen ist in der Praxis sehr unterschiedlich. Viele Unternehmen fangen erst gerade an, ein CMS einzurichten.&nbsp; Eine solche Einrichtung durchläuft verschiedene Stadien. Zunächst muss das CMS konzipiert werden. Dass heißt es muss entschieden werden, welche Compliance Teilbereiche die Einrichtung expliziter Systeme erfordern, wie diese aufgebaut und eingerichtet werden sollen. Steht das Konzept, müssen konkrete Grundsätze und Maßnahmen entwickelt und im Unternehmen eingerichtet werden. Schließlich muss in der Praxis überprüft werden, ob die Maßnahmen so greifen wie beabsichtigt, dass heißt in der Durchführung auch wirksam sind. Ist dieses Stadium erreicht, muss das Unternehmen für die laufende Überwachung der Wirksamkeit und dem Erkennen von Änderungsbedarf sowie der angemessenen Reaktion hierauf Sorge tragen. </p>
<p class="bodytext">Der Standard sieht für alle Stadien eine Unterstützung durch den Wirtschaftsprüfer vor. So kann sich die Geschäftsleitung zunächst bescheinigen lassen, dass&nbsp; die Beschreibung der konzeptionellen Ausgestaltung des CMS umfassend auf alle notwendigen Grundelemente eingeht und inhaltlich zutreffend ist, dass heißt mit den bereits ergriffenen Maßnahmen zur Einrichtung von Strukturen übereinstimmt. Dies ist beispielsweise für eine notwendige Berichterstattung gegenüber Aufsichtsorganen aber auch in einem Geschäftsbericht sinnvoll. Sind Grundsätze und Maßnahmen entwickelt und eingerichtet, kann eine Prüfung der Angemessenheit und der tatsächlichen Einrichtung erfolgen. Hierdurch verschafft sich das Unternehmen eine erhöhte Sicherheit, dass das CMS richtig implementiert wurde und grundsätzlich Wirksamkeit entfalten kann. Die Prüfung der wirksamen Durchführung kann sich anschließen, wenn das CMS eine entsprechende Zeit gearbeitet hat. Dies dient sowohl der nachträglichen Beurteilung, ob das CMS wirklich richtig konzipiert und eingerichtet wurde, als auch – gerade bei einer wiederholten Beauftragung – der Unterstützung bei der laufenden Überwachung der Wirksamkeit und des Erkennens von Änderungsbedarf. </p>
<p class="bodytext">Ob, in welchen zeitlichen Abständen&nbsp; und mit welchem Prüfungsgegenstand Unternehmen eine solche gestaffelte Beauftragung vornehmen, steht&nbsp; ausschließlich in der Entscheidung des Unternehmens. Die Möglichkeit, Bestätigungsvermerke mit unterschiedlichen Inhalten zu erteilen, stellt aber sicher, dass ein Unternehmen den Auftrag so erteilen kann, wie er ihren Bedürfnissen entspricht und somit auch die Kosten eines Prüfungsauftrags&nbsp; durch das Unternehmen steuerbar sind.<br /><br /><b>Compliance-Management-System ist kein Allheilmittel</b></p>
<p class="bodytext">Der vom IDW zur Diskussion gestellt Entwurf eines Prüfungsstandards zur Prüfung von Compliance Management Systemen reagiert auf den gestiegenen Bedarf von Unternehmen, eine objektive Einschätzung ihrer Compliance Bemühungen zu erhalten. Er richtet sich an die Wirtschaftsprüfer und legt Grundsätze und Anforderungen fest, die von diesen bei der Annahme und Durchführung solcher Aufträge zu beachten sind.&nbsp; Unklare Definitionen und Grundsätze für Compliance-Management-Systeme erforderten, dass das IDW als Ausgangsbasis für eine solche Prüfung zunächst grundlegende Definitionen festlegte. Auch wenn diese zunächst nur den Rahmen für den Prüfungsstandard bilden, steht doch zu erwarten, dass das IDW hiermit auch insgesamt zu einer Vereinheitlichung der Diskussion zum Thema Compliance entscheidend beiträgt. Dies ist insbesondere zu begrüßen, da das IDW zum einen zwar Begriffe und Anforderungen definiert, hierbei aber die für Unternehmen notwendige Flexibilität bei der Einrichtung der Systeme nicht außer Betracht lässt. Ein Compliance-Management-System stellt - auch wenn es nach den Grundsätzen des IDW Standards geprüft wurde - kein Allheilmittel gegen Compliance Verstöße dar. Es unterstützt aber die Geschäftsleitung bei der Erreichung des Zieles der Compliance. Die Komplexität der einzuhaltenden Gesetze und sonstigen Vorschriften macht eine solche Unterstützung vielfach notwendig. Eine nach den Grundsätzen des Entwurfs eines neuen IDW Standards durchgeführte Prüfung kann dabei der Geschäftsleitung helfen eine objektive Einschätzung der Eignung des Compliance Management Systems vorzunehmen und damit ihren Obliegenheiten zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung nachzukommen und eigene Haftungsrisiken zu begrenzen. Risikoorientierung und auch wirtschaftliche Angemessenheit müssen dabei sowohl bei der Einrichtung eines CMS wie auch bei dessen Prüfung stets beachtet werden. Der IDW Prüfungsstandardentwurf gibt Unternehmen und Prüfern hierzu einen notwendigen und geeigneten Rahmen. <br /><br /><br /><b>Autor:</b></p>
<p class="bodytext"><b><img alt="Karl-Heinz Withus, KPMG" title="Karl-Heinz Withus, KPMG" style="padding: 2px; float: right;" src="fileadmin/template_risknet/images_content/Withus-KPMG-2010-klein.jpg" width="200" height="274">Karl-Heinz Withus</b>, WP/StB/ CPA (US-Delaware) beschäftigt sich bei der KPMG WPG AG in Berlin vornehmlich mit Thematiken im Zusammenhang mit Risikomanagementsystemen. Er hat im Arbeitskreis des Instituts der Wirtschaftsprüfer an der Entwicklung des IDW EPS 980 Entwurf IDW Prüfungsstandard: Grundsätze ordnungsmäßiger Prüfung von Compliance Management Systemen mitgearbeitet.<br /><i><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />[Bildquelle oben: iStockPhoto]</i></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			<category>NEWS-Risk Management</category>
			<category>NEWS-Corporate Governance</category>
			
			<author>kwithus@kpmg.com</author>
			<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 21:43:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Qualität des Risikomanagements von Vermögensverwaltern</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1695&#38;cHash=1bcb1cfffe24b0522893a7d3f90420ad</link>
			<description>Bestes Risikomanagement 2010</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In der Folge der Finanzkrise und den damit verbundenen Turbulenzen an den Finanzmärkten wurde die Aufmerksamkeit der Anleger – trotz des guten Börsenjahres 2009 – verstärkt auf das Risiko von Anlagen gelenkt. Somit hat das Risikomanagement bei der Entwicklung von Anlagekonzepten seitens Banken und Vermögensverwaltern erheblich an Bedeutung gewonnen. Doch welche Spezialisten greifen die Risikopräferenzen der Kunden auf und setzen sie schlüssig in Portfolioempfehlungen um? Wie erfolgversprechend ist die Risikosteuerung? Und werden Anforderungen der Kunden kostenoptimal beachtet?</p>
<p class="bodytext">Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) beurteilte in Zusammenarbeit mit dem Center for Quantitative Risk Analysis (CEQURA) der Ludwig-Maximilians-Universität München die Qualität des Risikomanagements von Vermögensverwaltern. Dabei wurde erstmals durch das eigens entwickelte Untersuchungsdesign die Qualität der Anlagevorschläge quantifiziert und objektiv messbar gemacht. In den fiktiven Testfällen wünscht ein erfahrener Privatanleger für ein Jahr 500.000 EUR jeweils in ein Aktien-, ein Renten- und ein gemischtes Depot zu investieren. Für jedes der Depots wurde ein begrenztes, durch Assetklassen-Indizes definiertes Anlageuniversum vorgegeben. Zur Einschätzung der Risikobereitschaft des Kunden wurden angegeben, welche Verlustgrenzen der Anleger auf Jahressicht akzeptiert.</p>
<p class="bodytext">Die Studie bescheinigt der Finanzdienstleistungselite überwiegend gute bis sehr gute, zum Teil sogar ausgezeichnete Noten für das Risikomanagement. Gesamtsieger wurde Sal. Oppenheim vor Credit Suisse (beide mit ausgezeichneten Beurteilungen) und HSBC Trinkaus &amp; Burkhardt auf Rang drei. &quot;Die Studie zeigt, dass es um die Qualität des Risikomanagements in der professionellen Assetallokation keineswegs schlecht bestellt ist&quot;, kommentiert Markus Hamer, Geschäftsführer des DISQ. Allerdings handelt es sich um Leistungen, die von Spezialisten aus den Analyseabteilungen auf direkte Anfrage erbracht wurden. &quot;Ob dieses Know-how dann tatsächlich bei den vermögenden Anlegern im Beratungsprozess ankommt, muss noch unter Beweis gestellt werden&quot;, schränkt Stefan Mittnik, Leiter des CEQURA und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in&nbsp;München, ein.<br /><br /><img src="fileadmin/template_risknet/images_content/20100714_DISQ_Risikomanagment_Internetaktualisierung-gr.gif" width="600" height="214" alt=""><br /><i>Tabelle: Gesamtergebnis &quot;Bestes Risikomanagement 2010&quot;</i><br /><br />Bewertet auf einer Skala von 0 bis 100 (100 Punkte sind maximal erreichbar). Durch Auf- und Abrundungen können sich Rundungsdifferenzen ergeben, welche keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis haben. Unterschiedliche Ränge trotz gleicher Punktzahl werden durch Unterschiede auf den Nachkommastellen verursacht. <br /><br /><i>[Bildquelle: iStockPhoto]</i><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Rating</category>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			<category>NEWS-Risk Management</category>
			
			<author>office@risknet.de</author>
			<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 21:35:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Handbuch Länderrisiken 2010</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1690&#38;cHash=d4ac54f530f2ca41406a749d450ef6d8</link>
			<description>Kompakte und wertvolle Orientierungshilfe im internationalen Handel</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat in den vergangenen Jahren deutliche und nachhaltige Spuren hinterlassen. Doch was haben die Unternehmen aus der Krise gelernt? Beobachtet werden kann, dass vor allem das Risikobewusstsein vieler Akteure stark gestiegen ist. Die Turbulenzen auf den Weltmärkten haben vielen Marktteilnehmern verdeutlicht, dass ein präventives und professionelles Risikomanagement keine akademische Übung ist, sondern eine große praktische Bedeutung in der Unternehmenssteuerung hat. In diesem Kontext wächst der Bedarf der Unternehmen – insbesondere der Unternehmensleitung und der Risikomanagement-Verantwortlichen – an risikorelevanten Informationen. </p>
<p class="bodytext">Unabhängig von der jüngsten Krise sind in einer globalisierten Welt verlässliche Informationen über Risiken – beispielsweise zur aktiven Steuerung von Länderrisiken – von hoher Relevanz. Unter Länderrisiken können alle Risiken im internationalen Geschäftsverkehr verstanden werden, deren unmittelbare Risikoursachen aus dem ökonomischen, sozialen und/oder politischen Umfeld eines bestimmten ausländischen Landes hervorgehen und die spezifisch für das betrachtete Land (oder die geographische Region, in dem sich das Land befindet) sind. Der Begriff des Länderrisikos umfasst damit sozio-politische Risiken, länderspezifische ökonomische Risiken, Staatsausfallrisiken, Transferrisiken, Risiken systemischer Finanzkrisen, länderspezifische Investitionsrisiken und Rechtsrisiken.</p>
<p class="bodytext">Das nunmehr in der fünften Auflage erschienene &quot;Handbuch Länderrisiken 2010: Auslandsmärkte auf einen Blick&quot; skizziert detailliert auf rund 500 Seiten die wirtschaftliche Lage in 156 Ländern. Das Besondere ist die Einschätzung des Zahlungsausfallsrisikos für Lieferanten oder Dienstleister. Allgemeine Kriterien, wie Größe des Absatzmarktes und Wirtschaftspotenzial, werden ergänzt um die Einschätzung des kurz- und mittelfristigen wirtschaftlichen und politischen Risikos sowie um den Zahlungsindex für die Unternehmen eines Landes. Die Analyse findet ihren Ausdruck im jeweiligen Länderrating. Es umfasst sieben Stufen in vier Klassen: A1 bis A4 (Investmentgrades entsprechend), B, C und D (mittleres bis hohes Risiko). Die Ratingdimension Geschäftsumfeld bietet eine eigenständige Bewertung der Rahmenbedingungen für Investitionen und Geschäftsbeziehungen in den einzelnen Ländern. Nützliche Informationen über die in den Ländern üblichen Zahlungsmodalitäten ermöglichen dem Leser einen sehr konkreten Zugang zu den relevanten Märkten. Übersichtsbeiträge über bestimmte Regionen und die Behandlung aktueller makroökonomischer und geopolitischer Themen runden das Handbuch ab.</p>
<p class="bodytext">Ein Blick in das &quot;Handbuch Länderrisiken 2009&quot; hätte Unternehmen bereits Anfang 2009 diverse Frühwarnindikatoren für die dann im Jahr 2010 drohende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands geliefert. &quot;Für 2009 ist eine weitere Abschwächung der Konjunktur zu erwarten, der die grundlegenden Strukturschwächen des Landes noch deutlicher aufdecken dürfte. [...] dürfte der griechische Staat kaum noch über weiteren Handlungsspielraum verfügen, da die Staatsverschuldung und das Haushaltsdefizit bereits über den zulässigen Richtwerten liegen.&quot; Und auch im &quot;Handbuch Länderrisiken 2010&quot; wird der aufmerksame Leser viele Frühwarnindikatoren zu Branchenrisiken und Länderrisiken finden. Diese Erkenntnisse sollten dann sowohl in das Risikomanagement als auch die Unternehmenssteuerung einfliessen. Denn Risikomanagement ist nichts anderes – so der Vorstandsvorsitzende der Coface im Vorwort – als die rationale Ausprägung der unternehmerischen Vorsicht, die kaufmännische Vernunft. Hierbei muss die professionelle Analyse von Risiken im Mittelpunkt stehen.</p>
<p class="bodytext">Das &quot;Handbuch Länderrisiken 2010&quot; liefert eine kompakte und wertvolle Orientierungshilfe im internationalen Handel. Es bietet einen komprimierten Überblick über die wirtschaftliche und politische Lage rund um den Globus. Das Buch kann uneingeschränkt allen Risikomanagern, Verantwortlichen im Debitoren- und Credit-Management und vielen anderen Entscheidungsträgern empfohlen werden.</p>
<p class="bodytext"><b><br />Rezension von </b><a href="Dr-Anette-Koecher.522.0.html" target="_top" class="internal-link" ><b>Dr. Anette Köcher</b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wertung: <img src="fileadmin/template_risknet/images/buecher/sehrgut.gif" width="85" height="12" alt=""><img src="uploads/RTEmagicC_pfeil_rechts_13aeba_67.gif.gif" width="12" border="0" height="11" alt="">&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3899816900/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" ><img src="uploads/RTEmagicC_einkauf_amazon_86.gif.gif" width="15" border="0" height="15" alt=""></a>&nbsp;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3899816900/risconriskmanage" target="_blank" class="external-link-new-window" >bestellen </a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.bhv-buch.de/imperia/md/content/vmi/8167/8167_index.pdf" target="_blank" ><b></b></a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>BÜCHER-allgemein</category>
			<category>BÜCHER-Kreditrisiko</category>
			<category>BÜCHER-Marktrisiko</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 18:10:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wie stressig muss ein Stresstest sein?</title>
			<link>http://www.risknet.de/Detailansicht-NEWS.479.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1693&#38;cHash=a86561cab70da12a5a63171014941ffa</link>
			<description>In the long run we are all dead</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise haben Banken Stress mit den Stresstests. Die MaRisk(BA) fordern seit ihrer letzten Novellierung verstärkt den Einsatz von Stresstests für die wichtigsten Bankrisiken unter Berücksichtigung ihrer Wechselwirkungen. Dabei sollen sowohl historische als auch hypothetische Szenarien betrachtet werden. In der Vergangenheit wurden Stresstests gerne so konzipiert dass es eben keinen Stress mit ihren Ergebnissen gab, also ein für die Bank gerade noch tragfähiges Ergebnis zustande kam. Nun stellt sich die Frage wie die einzelnen Institute und Verbände den Anforderungen des Regulators gerecht werden können und wie genau hypothetische, also zukünftige Stressszenarien aussehen sollten. Ungeachtet dieser Fragen zur Erfüllung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement wurden für ausgewählte Institute auf EU-Ebene standardisierte Stresstests durch das Committee of European Banking Supervisors (CEBS) erhoben.<br /><br /><b>Gefahr von Fehlinterpretationen und Streit um Veröffentlichung der Ergebnisse von Stresstests</b></p>
<p class="bodytext">Bereits im Mai 2009 forderten der EU-Finanzkommissar Joaquín Almunia sowie der IWF einen EU-weiten Banken-Stresstest. Nun hat die Europäische Zentralbank (EZB) in Zusammenarbeit mit den nationalen Aufsichtsbehörden und dem Committee of European Banking Supervisors (CEBS) bisher geheime Banken-Stresstests durchgeführt, die nach einem Beschluss der EU-Kommission am 23. Juli veröffentlicht werden sollen. Die deutsche Kreditbranche hatte sich zuvor heftig gegen eine solche Veröffentlichung gewehrt. In Deutschland werden insgesamt 14 Banken dem Stresstest unterzogen. Es handelt sich dabei um die Deutsche Bank AG, die Commerzbank AG, die Hypo Real Estate Holding AG, die Landesbank Baden-Württemberg, die Bayerische Landesbank, die DZ Bank, die Norddeutsche Landesbank, die Deutsche Postbank AG, die WestLB AG, die HSH Nordbank AG, die Landesbank Hesssen-Thüringen, die Landesbank Berlin, die Dekabank sowie die WGZ Bank.</p>
<p class="bodytext">Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat die geplante Veröffentlichung der Ergebnisse von Bankenstresstests begrüßt. &quot;Die Veröffentlichung detaillierter Resultate eines harmonisierten EU-weiten Stresstests ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung&quot;, sagte Trichet jüngst auf einer Konferenz. Die Europäische Union will bis Ende Juli die bislang geheimen Banken-Stresstests veröffentlichen. Diese Tests würden die Transparenz und das Vertrauen der Investoren in den europäischen Bankensektor erhöhen. &quot;Sie werden außerdem dazu beitragen, die wichtige Intermediationsfunktion des Interbankenmarkts für den Finanzmitteltranssport in Europa wiederherzustellen&quot;, sagte Trichet. In den USA werden die Resultate von Prüfungen zu den 19 größten Banken des Landes bereits seit 2009 bekannt gegeben.<br /><br /><b>Wie stressig muss ein Stresstest sein?</b></p>
<p class="bodytext">Bei hypothetischen Szenarien besteht die Gefahr der mangelnden Akzeptanz sobald bisher nicht beobachtete Entwicklungen darin enthalten sind. Das ist aber auch genau der Mehrwert von hypothetischen Szenarien: Simulieren von Entwicklungen, die zwar noch nicht beobachtet wurden, dennoch eintreten könnten. Welche Stresstests in der EU-weiten Untersuchung gerechnet wurden ist bisher geheim. Kritiker vermuten dass die Stresstests zu harmlos ausgestaltet wurden und somit die harte Bewährungsprobe für die Banken ausbleibt. </p>
<p class="bodytext">Zwar werde in dem strengsten von drei Stressszenarien neben einem Konjunktureinbruch auch ein Crash bei europäischen Staatsanleihen simuliert. Allerdings müssten die Banken solche Wertverluste beim Stresstest nur berücksichtigen, wenn sie die Anleihen im eher kurzfristig ausgerichteten Handelsbuch und nicht als langfristige Anlage im Bankbuch verbucht hätten. Zudem dürfen die Institute laut &quot;Spiegel&quot; sogar mit anderen Abschlägen rechnen, wenn sie nachweisen können, dass sie diese Risiken selbst quantifizieren können. </p>
<p class="bodytext">Beim strengsten Krisenszenario sollen die Banken dem Bericht zufolge bei griechischen Staatspapieren mit einem Wertverlust von 20 Prozent kalkulieren. Staatsanleihen aus Portugal (minus 11 Prozent), Irland (minus 8,6 Prozent), Spanien (minus 6,7Prozent), Italien (minus 4,9 Prozent) oder Deutschland (minus 2,3 Prozent) würden dagegen mit geringeren Abschlägen bedacht.</p>
<p class="bodytext">Die Aufseher und Bankenverbände haben bereits die Verteidigungsposition eingenommen. So erklärte der EZB- Chefvolkswirt Jürgen Stark auf einer Konferenz am 9. Juli 2010: &quot;Die Annahmen sind so gestaltet, dass die Testergebnisse glaubwürdig sein werden&quot;.&nbsp; Die Tests seien eine &quot;sehr wichtige Übung und - soweit ich weiß - ein wirklich ernster, realistischer Test&quot;. Auch der Europäische Bankenverband (EBV) bekräftigte diese Aussage. <br /><br /><b>Die betriebswirtschaftliche Sichtweise von Stresstests</b></p>
<p class="bodytext">Allgemein simulieren Stresstests Veränderungen beispielsweise des Kapitalmarktes auf die Bilanz eines Unternehmens und sollen die Marktteilnehmer bei negativen Ergebnissen rechtzeitig veranlassen, Maßnahmen zur Steigerung der Risikotragfähigkeit zu ergreifen. Mit dem Stresstest soll beispielsweise Transparenz geschaffen werden, ob beispielsweise eine Bank oder ein Versicherungsunternehmen in einer gedachten Krisensituation die Vertragsverpflichtungen ohne Gegenmaßnahmen erfüllen kann. </p>
<p class="bodytext">Als Basis für die Analyse von potenziellen Stresspfaden dient die klassische Szenariotechnik, die ursprünglich als Methode der Zukunftsforschung entwickelt wurde. Im Hinblick auf die Zukunftsforschung definiert Herman Kahn seine Szenarien als &quot;[...] hypothetische Folge von Ereignissen, die konstruiert werden, um die Aufmerksamkeit auf kausale Prozesse und Entscheidungspunkte zu lenken.&quot;<font size="1">1</font> Dabei ,,[...] beschränkt sich die Szenario-Technik im Gegensatz zu den meisten Prognosetechniken nicht nur auf die Verarbeitung quantitativer Informationen&quot;<font size="1">2</font>, sondern greift vor allem auch auf qualitative Daten zurück. Darauf aufbauende, komplexe Systemanalysen sollen für ein umfassendes Verständnis des Systems sorgen und alternative Zukunftsbilder hervorbringen. </p>
<p class="bodytext">Die Szenariotechnik verfolgt etwa die Analyse von Extremszenarios (positives Extrem-Szenario/&quot;Best Case Szenario&quot;, negatives Extrem-Szenario/&quot;Worst Case Szenario&quot;) oder besonders relevanter oder typischer Szenarios (Trendszenario). Szenarios werden häufig in Form eines Szenariotrichters dargestellt (vgl. Abbildung). Bezogen auf die Zukunft symbolisiert der Trichter Komplexität und Unsicherheit. Die Zukunftsbilder befinden sich folglich auf der Schnittstelle des Trichters, wohingegen die Gegenwart immer am engsten Punkt des Trichters liegt. Den Ausgangspunkt der Betrachtung bildet das Trendszenario, welches auf einer Zeitachse aufgespannt wird. Dieses Trendszenario stellt die zukünftige Entwicklung unter der Annahme stabiler Umweltentwicklungen dar (ceteris paribus). Jenes Extremszenario, das die bestmögliche Entwicklung (&quot;best case&quot;) aufzeigt, stellt das obere Ende des Trichters dar, wohingegen der sogenannte &quot;worst case&quot;, also die schlechteste Entwicklungsmöglichkeit, das untere Ende bildet.<br /><br /><br /><img alt="Szenariotrichter (Frank Romeike/Peter Hager)" title="Szenariotrichter (Frank Romeike/Peter Hager)" src="fileadmin/template_risknet/images_content/Abb-Szenariotechnik-2010-Romeike.jpg" width="535" height="337"><br /><i>Abbildung: Szenariotrichter</i></p>
<p class="bodytext">Ein Blick in die jüngste Vergangenheit zeigt, dass Stresstests von vielen Marktteilnehmern nicht besonders ernst genommen wurden. Die von einigen Praktikern verfolgte Strategie Stesstests so auszugestalten dass die vorhandene Risikotragfähigkeit ausreicht und keinen Handlungszwang erzeugt, lässt ebenso Respekt vor den aufsichtsrechtlichen Regularien vermissen wie Erzeugung pseudo-hypothetischer Stresstests auf der Basis von historisch beobachteten Stressszenarien durch leichte Abwandlungen um so zumindest formal die MaRisk(BA) zu erfüllen. </p>
<p class="bodytext">Zwar besteht die Gefahr von hypothetischen und extremen Szenarien in dem diskutierten Mangel an Akzeptanz bei den Risikoverantwortlichen. Frei nach John Maynard Keynes wird schnell mangels Erkenntnisnutzen extremer Risikoszenarien abgewunken: &quot;In the long run we are all dead&quot;. Doch die Erfüllung aufsichtsrechtlicher Normen sollte nur eine Selbstverständlichkeit sein, die wahre Motivation des Managements muss in der Existenzsicherung des Unternehmens liegen und das Bestehen harter Stresstests ist eine notwendige Voraussetzung hierfür. Kurzum: Stresstesting ist eine wesentlicher Baustein eines funktionierenden Risk Managements,  Nicht zuletzt die Kunden werden nach der Veröffentlichung der Stresstests mit ihren Anlageentscheidungen darüber abstimmen welche Bank noch als stabil und vertrauenswürdig gilt. Die Transparenz der Risikotragfähigkeit wird erhöht, unbegründetes Misstrauen der Anleger abgebaut und die Aufsicht schneller gezwungen dort einzugreifen wo es dringend geboten ist – damit nicht wieder der Steuerzahler für die maßlose Risikofreudigkeit einzelner &quot;Banker&quot; aufkommen muss.<br /><br /><br /><i><b>Quellenverzeichnis und weiterführende Literaturhinweise:</b></i></p>
<p class="bodytext"><font size="1">1</font>&nbsp; <i>Kahn, H./Wiener, A. J. (1968): The Year 2000. A Framework for Speculation on the next 33 Years, New York, Toronto 1968, S. 6; Götze, U.: Szenario-Technik in der strategischen Unternehmensplanung, Wiesbaden 1993, S. 36 sowie Romeike, F./Hager, P. (2009): Erfolgsfaktor Risiko-Management 2.0, Wiesbaden 2009, S. 261 ff.</i></p>
<p class="bodytext"><font size="1">2</font> <i>Meyer-Schönherr, M. (1992): Szenario-Technik als Instrument der strategischen Planung, Ludwigsburg/Berlin 1992, S. 31.</i></p>
<p class="bodytext"><i>Gruber, W./Martin, M. R. W./ Wehn, C. S. (2010): Szenarioanalysen und Stresstests in der Bank- und Versicherungspraxis: Regulatorische Anforderungen, Umsetzung, Steuerung, Stuttgart 2010.</i><br /><br /><br /><br /><i>[Bildquelle: iStockPhoto]</i><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>NEWS-Allgemein</category>
			<category>NEWS-Risk Management</category>
			<category>NEWS-Basel II</category>
			<category>NEWS-Solvency II</category>
			
			<author>office@risknet.de</author>
			<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 21:06:00 +0200</pubDate>
			
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