Study

Global Business Monitor 2017

Risikomanagement als Schlüssel zum Erfolg

Redaktion RiskNET16.10.2017, 17:17

81 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind zufrieden mit der aktuellen Entwicklung der deutschen Wirtschaft, nach 73 Prozent im Vorjahr. Dies ist nicht verwunderlich, da erst jüngst die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sich optimistischer für die weitere Entwicklung des Wachstums zeigten als noch im Frühjahr. In ihrem Herbstgutachten sagten die Ökonomen für dieses Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,9 Prozent und für nächstes Jahr von 2,0 Prozent voraus. Damit hoben sie ihre Prognosen gegenüber dem April kräftig an. Damals hatten sie Zuwächse von 1,5 und 1,8 Prozent erwartet. Sie warnten aber auch vor zunehmenden Anspannungen. Für 2019 sehen sie 1,8 Prozent Wachstum.

Damit sind die deutschen Mittelständler im internationalen Vergleich teils deutlich optimistischer als Unternehmen aus anderen Märkten; im internationalen Durchschnitt bewerten rund 54 Prozent der Unternehmen die Lage ihrer Heimatwirtschaft als "gut". Gleichzeitig verzeichneten knapp zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) steigende Umsätze in den vergangenen zwölf Monaten. Für die kommenden zwölf Monate erwarten 64 Prozent der Unternehmen weiterhin Umsatzsteigerungen. Dies sind die zentralen Ergebnisse des Global Business Monitor von Bibby Financial Services, einem der weltweit größten bankenunabhängigen Anbieter von internationalen Factoringlösungen und damit verbundenen Dienstleistungen, der heute veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden rund 1.655 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in elf Ländern weltweit, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande und Hong Kong zu ihren ökonomischen und finanziellen Einschätzungen befragt.

Trump-Administration bleibt Damoklesschwert

Knapp ein Viertel (24 Prozent) der befragten Unternehmer geht von einem Wachstum der deutschen Volkswirtschaft aus, 68 Prozent erwarten jedoch keine Veränderung. Mit Blick auf die Weltwirtschaft ist der Mittelstand deutlich weniger optimistisch: 64 Prozent der Befragten machen sich Sorgen um deren Entwicklung (2016: 60 Prozent). Als wichtigste Gründe hierfür wurden die politische Situation in den USA (56 Prozent), Kriege und Terrorismus (35 Prozent) sowie der Brexit genannt (21 Prozent).

Andreas Dehlzeit, Geschäftsführer der Bibby Financial Services GmbH, ordnet die Studienergebnisse ein: "Deutschland geht es, unabhängig von Faktoren wie der Dieselkrise, sehr gut. Das große Vertrauen des Mittelstands, dem viel zitierten Rückgrat der deutschen Wirtschaft, das in unserer Studie zum Ausdruck kam, ist sinnbildlich dafür. Dennoch scheint die Welt für viele Befragte volatiler geworden zu sein. Die gestiegene Sorge vor politischer Instabilität in Deutschland und weltweit könnte sich zu einer Bürde entwickeln und sollte das Augenmerk von Unternehmern verstärkt auf Aspekte wie Risikomanagement lenken."

Digitalisierung und Fachkräfte Schlüssel zum Erfolg

Der deutsche Mittelstand sieht in der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen (19 Prozent) die wichtigste Quelle für neues Wachstum, gefolgt vom Aufspüren neuer Marktsegmente (14 Prozent). Dafür wollen die Unternehmen vor allem in die Ausbildung und Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter investieren (71 Prozent), die IT oder digitale Technologien weiterentwickeln (69 Prozent) sowie neue Mitarbeiter werben (67 Prozent). Der Fachkräftemangel ist dabei eine große Herausforderung - 70 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass dies die größte Hürde für ihr Geschäft aktuell bzw. auf Sicht von zwölf Monaten wäre. Hohe Verluste durch Abschreibungen auf Forderungen Die Ergebnisse des Global Business Monitor 2017 deuten auf eine gesunde Zahlungsmoral in Deutschland hin. In keinem anderen Markt werden Rechnungen so schnell beglichen (26 Tage). In den anderen untersuchten Märkten lag der Durchschnittswert bei 35 Tagen. Allerdings waren gleichzeitig rund ein Drittel (34 Prozent) der befragten Unternehmen von Forderungsausfällen betroffen, die sich im Durchschnitt 2017 auf 44.000 EUR summierten - höher, als in jedem anderen Markt.

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