Study

Internationale CFO-Umfrage

Investitionen in Risikomanagement und IT-Sicherheit

Redaktion RiskNET03.05.2017, 08:29

Deutsche Finanzchefs konzentrieren sich wieder verstärkt auf die heimischen Märkte. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Umfrage unter 651 CFOs und anderen Führungskräften im Finanzbereich im Auftrag von American Express.

Die Mehrheit (55 Prozent) erwartet in diesem Jahr in Westeuropa die größte Umsatzsteigerung für ihr Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr. Rund ein Drittel der deutschen Finanzverantwortlichen (31 Prozent) fürchtet, dass die politischen Entwicklungen in anderen Ländern das eigene Wachstum hemmen. Für zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) sind wirtschaftliche und politische Unsicherheiten im Ausland allerdings kein Anlass, die Ausgaben und Investitionen insgesamt zu senken. 58 Prozent der befragten Finanzverantwortlichen in Deutschland wollen ihre Ausgaben sogar erhöhen, um neue Märkte zu erschließen. Aufgrund jüngerer wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen will allerdings jeder Vierte (25 Prozent) bereits in einigen Ländern geplante Investitionen in andere Märkte verlagern.

So ist zwar nach wie vor China größter Expansionsmarkt mit 35 Prozent, allerdings investieren hier im Vergleich zum Vorjahr 10 Prozent weniger Unternehmen. Auch die Investitionen in Russland gehen zurück: So planten 2015 noch 27 Prozent der deutschen CFOs, in das Land zu expandieren, während dies 2016 nur noch 16 Prozent der Unternehmen vorhaben. Mit Blick auf die Türkei sinkt die Expansionsbereitschaft sogar von 21 Prozent im Jahr 2015 auf 9 Prozent im Jahr 2016. "Die Konzentration der CFOs auf die heimischen Märkte liegt vermutlich vorrangig in den gegenwärtigen geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Entwicklungen großer Volkswirtschaften begründet", sagt Björn Hoffmeyer, Deutschlandchef von American Express. "Ein wichtiges Signal an die Wirtschaft ist jedoch, dass die Investitionen der Unternehmen insgesamt nicht zurückgehen, sondern lediglich verlagert werden. So investieren die Finanzverantwortlichen außerdem verstärkt in Risikomanagement, Informationssicherheit und die Optimierung des Cashflows."

Erhöhte Ausgaben für Risikomanagement und Informationssicherheit

Mehr als ein Drittel der Befragten in Deutschland (35 Prozent) erhöht die Investitionen in Risikomanagement oder Informationssicherheit. Weltweit geben sogar 39 Prozent der Finanzverantwortlichen an, dass sie ihre Ausgaben in diesem Bereich erhöhen möchten. Ein Viertel der deutschen CFOs (25 Prozent) legt dabei ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz. 63 Prozent haben bereits aufgrund einer Datenschutzverletzung einen Reaktionsplan entwickelt oder planen dies. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Datenschutzverletzungen in den vergangenen fünf Jahren bei der Mehrheit der Befragten (51 Prozent) für Imageschäden des Unternehmens oder Geschäftsverluste sorgten. Im internationalen Vergleich zählen neben Datenschutz (26 Prozent) auch Business Intelligence (25 Prozent) und mobile Technologien (24 Prozent) für die CFOs weltweit zu den entscheidenden Geschäftsanforderungen.

Cashflow durch Technologien optimieren

Technologie spielt für deutsche Finanzverantwortliche eine besondere Rolle, wenn es darum geht, den Cashflow zu optimieren. So planen 42 Prozent Investitionen in Technologie, um den Cash-Zyklus transparenter zu gestalten. In Großbritannien möchten 43 Prozent der Befragten ihren Cashflow mithilfe von neuen Technologien optimieren, in Frankreich sogar 51 Prozent. Außerdem legen über drei Viertel der deutschen Finanzverantwortlichen (76 Prozent) ein verstärktes Augenmerk auf einen optimierten Cashflow, um ausreichend finanzielle Mittel zur richtigen Zeit zur Verfügung zu haben und den Geschäftserfolg sicherzustellen. Weltweit möchten drei Viertel der befragten Finanzverantwortlichen ihren Cashflow verbessern, um ihr Geschäft zu schützen oder weiter zu wachsen.

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