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Finanzmarkt im Umbruch

Banken, Daten, Geschäftsmodelle

Redaktion RiskNET07.09.2017, 13:12

Commerzbank-Chef Martin Zielke forderte im Rahmen der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt am Main von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen. "Die deutsche Wirtschaft darf ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht einbüßen", sagte der Manager. Dafür bedürfe es verlässlicher Rahmenbedingungen für private Investitionen. Deshalb müsse der Staat "mehr investieren in den Ausbau und die Erhaltung der Infrastruktur, von Schienen bis zum Glasfasernetz", sagte Zielke.
Auch brauchten die deutschen Unternehmen Klarheit im Umgang mit Daten. Handlungsbedarf bestehe in der Frage ihrer Nutzung. Die Politik müsse ihre Erkenntnisse nach der Wahl zügig umsetzen. "Sonst fahren auf unseren Datenautobahnen künftig Amazon, Google und Co."

Die Erkenntnis kommt indes reichlich spät. Denn längst stellt sich die Frage, wer Herr der Daten ist. Während die großen Digitalkonzerne unbeirrt ihre Strategie weiterfahren und längst ihre gewonnene Markt- und Machtstellung zementieren, dümpeln Unternehmen und Banken hierzulande dahin. So feiert die Commerzbank ihren Digitalisierungskurs unter anderem mit einer eigenen Presseverlautbarung zum verbesserten Mobilebanking-Angebot. Demnach können Kunden der Commerzbank ab sofort Bankgeschäfte mobil in der Commerzbank Banking-App auf ihrem Smartphone erledigen. "Mit unserer Banking-App können unsere Kunden ihre Bankgeschäfte einfach und schnell von unterwegs aus regeln", so Ole Franke, Leiter Direct Banking Privat- und Unternehmerkunden. Hierzu zähle nach Unternehmensinformationen, dass Kunden beim "Mobile Dialog"  der Commerzbank direkt in der Banking-App mit der Bank chatten, ähnlich wie sie es von WhatsApp mit ihren Freunden gewohnt seien. Das klingt alles andere als am Puls der Zeit. Denn die klassischen Geschäftsmodelle der Banken wanken – gerade aufgrund der digitalen Veränderungen mit neuen Kundenanforderungen und -verhalten. Und diese Herausforderungen haben die etablierten Geldhäuser lange verschlafen. Darüber hinaus zeigt sich, dass neue und zugleich flexible Unternehmen im FinTech-Bereich verstärkt auf den Finanzmarkt drängen und diesen radikal verändern.

Der aktuelle "World Retail Banking Report 2017" von Capgemini und der Efma stellt in diesem Zusammenhang fest: "Die Open-Banking-Entwicklung ist kaum noch aufzuhalten. Banken riskieren dabei den Verlust ihrer bedeutenden Rolle als Finanzintermediär, wenn sie nicht ein eigenes Modell zur zukünftigen Kundeninteraktion finden und sich dabei auch Drittangeboten von FinTechs sowie weiterer Partnern öffnen." Und die Studie folgert: "Die Finanzinstitute könnten gemeinsam mit FinTechs die Open-Banking-Bewegung anführen, indem sie ihren Kunden innovative und personalisierte Dienstleistungen anbieten, die sowohl neues Ertragspotenzial bieten als auch einen Mehrwert für die Kunden darstellen." Doch in vielen etablierten Geldinstituten scheint dieses Denken noch nicht wirklich angekommen zu sein. Mit markigen Worten zur Wettbewerbsfähigkeit im Rahmen von Konferenzen alleine ist es dabei nicht getan.


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