Book Review

Praxishandbuch mit Arbeitshilfen und Beispielen

Professionelles Risikomanagement in der Logistik

Michael Siebrandt, DVV Media Group, 220 Seiten, Hamburg 2010.02.09.2011, 13:30

"Supply Chain Management" und "Logistik" sind Begriffe, die seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als geradezu unzertrennliches Paar in aller Munde sind. Bei genauer Betrachtung wird man sehr schnell feststellen, dass Supply Chain Management ohne Logistik nicht funktionieren kann. Sie bedingen einander und können daher als zwei Seiten einer Medaille bezeichnet werden.
Seit Beginn der 80er Jahre gab es einschneidende Änderungen sowohl in der politischen Landschaft als auch in der Weltwirtschaft, so der Autor in der Einleitung. Die Veränderungen auf wirtschaftlichem Gebiet wurden nicht zuletzt durch die enge Verzahnung des Supply Chain Managements und der Logistik zumindest begünstigt.

Diese Veränderungen zwingen die Unternehmen immer wieder dazu, ihre gesamte Lieferkette zu durchleuchten, um das darin schlummernde Potential zu identifizieren und daran anschließend besser ausschöpfen zu können. Im Zeitalter der Globalisierung und den mehr oder weniger grenzenlos vorhandenen Beschaffungs- und Vertriebsmärkten funktioniert eine effektive Lieferkette nur durch erstklassige und hocheffiziente Logistik. Heutzutage besteht eine Lieferkette aus einer Vielzahl von Gliedern. Die Anzahl der beteiligten Unternehmen ist stark gestiegen. Jeder Lieferant hat meist mehrere oder gar eine Vielzahl von Unterlieferanten, die wiederum auch von Lieferanten versorgt werden. Die Transporte und die Lagerung und meist noch viele andere Zusatzleistungen werden von Logistikunternehmen durchgeführt. Diese immer weiter voranschreitende Verästelung und Verzahnung der Lieferkette bedingt zum einen eine hohe Komplexität und zum anderen naturgemäß auch eine steigende Anfälligkeit für Störungen.

Im übertragenen Sinne kann der Ausfall eines einzigen Zahnrads das ganze Räderwerk zum Stillstand bringen und damit den Unternehmenserfolg massiv negativ beeinflussen. Welchen Einfluss welche Störung für das gesamte Räderwerk hat, ist ohne genaue Analyse nicht zu beurteilen. Auch sind präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Störungen ohne eine solche Analyse nur bedingt möglich und wirksam. Erst nach systematischer Risikoidentifizierung ist es möglich, die Eintrittswahrscheinlichkeit und das mögliche Schadensausmaß bewerten zu können, um dann daraus resultierende Maßnahmen zur Risikovermeidung oder -reduzierung einleiten zu können.

Der Autor ist sich sicher, dass zur Absicherung zukünftiger Erfolge das bisherige Erfolgsduo "Supply Chain Management" und "Logistik" um eine neue zusätzliche Komponente erweitert werden müssen: Risikomanagement.

Das Buch "Professionelles Risikomanagement in der Logistik" bietet eine kompakte Einführung in die Grundlagen und Methoden des Risikomanagements der Logistikbranche. Hierbei bilden Kapitel 5 und 6 die Schwerpunkte des Buches. Kapitel 5 beschäftigt sich mit potenziellen Risiken, die sowohl den Unternehmenserfolg eines Logistikdienstleisters als auch die Lieferkette seiner Kunden gefährden können. Hinsichtlich der methodischen Ausrichtung folgt das Buch einer expertenbasierten Bewertung nach qualitativen Dimensionen (Relevanzklassen "katastrophal" bis "unkritisch" bzw. "sehr wahrscheinlich" bis "unwahrscheinlich"). Außerdem enthält das Buch eine Reihe von Checklisten. Alternative Kreativitätsmethoden, beispielsweise szenarioorientierte Ansätze, werden weitestgehend ausgeblendet.

Insgesamt liefert das Buch einen grundlegenden und allgemeinen Einblick in die Welt des Risikomanagements der Logistikbranche.


Review details

Author: Michael Siebrandt
Number of pages: 220
Publisher: DVV Media Group
Place of publication: Hamburg
Date of publication: 2010

RiskNET rating:

befriedigend total rating

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