Glossar & Definitionen

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Simulation

Ein erstes Verständnis zu Simulationen lässt sich aus der semantischen Bedeutung des Wortes gewinnen. Im Lateinischen hat man das Wort "Simulatio", was so viel wie Verstellung bedeutet. In diesen Kontext gehört auch das lateinische Wort "similis", welches mit "ähnlich" ins Deutsche übersetzt wird. Im Thesaurus oder Wörterbuch  findet man Bedeutungen wie beispielsweise Vorspiegelung, Vorspielen, Vortäuschung.

Heutzutage wird kein Automobil mehr ohne Crashtest (Untersuchung der mechanischen Belastung auf den Fahrer bei einem simulierten Unfall) entwickelt, keine Theateraufführung findet ohne Probe (Simulation des Ablaufs, um später in der realen Aufführung eine perfekte Darbietung zu erreichen) statt, und als Fluggast fühlt man sich doch deutlich wohler, wenn der Pilot seine Ausbildung am Flugsimulator (Training von simulierten gefährlichen Situationen und anspruchsvollen Flugmanövern) erhalten hat. Viele dieser Beispiele werden vielfach gar nicht mit dem Begriff Simulation in Verbindung gebracht, obwohl sich nicht bestreiten lässt, dass in den aufgeführten Beispielen immer so getan wird, als ob eine bestimmte Situation eingetreten ist.

Mit diesen Beispielen wird auch gleich deutlich, dass Simulationen keinesfalls nur quantitativ sein müssen. Bereits das Durchspielen von Situationen verdient den Begriff Simulation. Auch ist ein Computermodell nicht immer notwendig, jedoch kann in vielen Fällen gerade bei betriebswirtschaftlichen Fragen moderne Rechentechnik die Analysezeiten verkürzen, die Genauigkeit erhöhen oder bei komplexen Sachverhalten die Simulation gar erst ermöglichen.

Im betriebswirtschaftlichen Kontext hat der Begriff Simulation etwas mit Was-wäre-wenn-Analysen zu tun. Gemäß der semantischen Bedeutung ist hier das aktive Durchführen einer solchen Analyse gemeint. Es geht also insbesondere darum zu verstehen, wie sich relevante Sachverhalte in wohldefinierten Situationen verhalten. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Durchführen von Simulationsexperimenten.

Jedes dieser Experimente stellt dabei genau eine Situation, also ein bestimmtes "wenn" oder auch Szenario in den Fokus der Analyse. Im Allgemeinen ist dabei ein Szenario durch eine Reihe von Annahmen oder Parametern definiert. Die Simulation selbst wird an einem Modell der Realität durchgeführt. Dieses Modell bildet das für die Simulation relevante Ursache-Wirkungsgeflecht ab und fokussiert mittels sogenannter Zielgrößen gleichzeitig auf besonders wichtige Aspekte bei der Was-wäre-wenn-Analyse.


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